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Kerngebiet des Naturschutzgroßprojektes "Bergwiesen im Osterzgebirge" soll bis 2018 wachsen

Kerngebiet des Naturschutzgroßprojektes "Bergwiesen im Osterzgebirge" soll bis 2018 wachsen

Die vom Aussterben bedrohten Vogelarten Bekassine, Wachtelkönig und Braunkehlchen sowie die Pflanzen Breitblättriges Knabenkraut und Fettkraut haben auf den Bergwiesen im Osterzgebirge ein Refugium gefunden.

Osterzgebirge.

Durch die Verlängerung eines Naturschutzprojektes sollen sie weitere Flächen geschützten Lebensraums erhalten. Der Kreistag beauftragte Landrat Michael Geisler (CDU), einen Antrag auf Verlängerung des Naturschutzgroßprojekts bis zum Jahr 2018 beim Bundesamt für Naturschutz zu stellen. Aufgrund des bisherigen Projekterfolges habe die Naturschutzbehörde gemeinsam mit dem Sächsischen Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie eine zusätzliche Projektsumme in Höhe von mehr als zwei Millionen Euro in Aussicht gestellt, informiert Birgit Hertzog, Leiterin der Abteilung Umwelt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Die Bergwiesen am Geisingberg, bei Fürstenau und Oelsen gehören aus Sicht des Naturschutzes zu den wertvollsten in deutschen Mittelgebirgen. Deshalb wurden sie unter Schutz gestellt. Und dieses Schutzgebiet soll weiter wachsen. Seit dem Jahr 2000 standen in der ersten und zweiten Projektphase rund acht 8,8 Millionen Euro zur Verfügung. Die Größe des Kerngebiets hat sich fast verdoppelt, von 890 auf 1670 Hektar. Dementsprechend ist auch von einem Naturschutzgroßprojekt die Rede. Die zweite Projektphase endet 2015. Und aus Sicht von Umweltamtsleiterin Hertzog ist dies zu kurz. "Im Rahmen der Verlängerung der zweiten Projektphase soll das Kerngebiet um die Erweiterungsflächen 'Hutberg', das Naturschutzgebiet 'Am Galgenteich Altenberg' und 'Die Quellgebiete der großen Biela' vergrößert werden", berichtet sie. Die Kernzone wird damit um weitere 154 Hektar wachsen.

Die größte Erweiterungsfläche liegt auf dem Hutberg. Sie zählt zu den wertvollsten Bereichen der Wiesen- und Steinrückenlandschaft in der Umgebung von Fürstenau. Unter anderem aufgrund der hohen Bedeutung des Areals für die Vogelwelt soll es in das Naturschutzgebiet "Grenzwiesen bei Fürstenau und Fürstenwalde" einbezogen werden.

Zu den botanisch wertvollsten zählt das Naturschutzgebiet am Galgenteich. Auf rund 13,7 Hektar tummeln sich 220 verschiedene Farn- und Samenpflanzen. Auf dem Areal zwischen einem Fichtenforst und der B 170 wachsen zahlreiche gefährdete und geschützte Pflanzen. Darunter ist das Breitblättrige Knabenkraut mit rund 45 000 Einzelpflanzen und das Fettkraut mit zirka 10 000 Individuen. Die Bestände hätten sich seit 1993 vervielfacht. "Der hohe naturschutzrechtliche Wert der Flächen soll durch eine optimale Wiesenpflege weiter entwickelt werden, die auf den teilweise nassen Standorten zum Beispiel mit Handmahd und Mahd mit Spezialtechnik erfolgen muss", so Hertzog. Botanisch wertvoll ist auch das Gebiet der Bielaquellen.

Flächenerwerb ist nur ein Teil des Naturschutzgroßprojektes. Der andere umfasst die Pflege der Natur- und Kulturlandschaft. Bergwiesen können nur dann eine abwechslungsreiche Blütenpracht vorweisen, wenn sie jahrzehntelang auf eine ganz bestimmte Weise genutzt werden - vor allem für die Heugewinnung, hier und da aber auch als Weideland. Deshalb sind entsprechende Pflegeverträge mit Agrarbetrieben mindestens ebenso wichtig wie der Flächenerwerb.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.04.2014

Silvio Kuhnert

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