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Keine freien Gästebetten rund um die Weinfeste im Elbland - Tourismus erholt sich

Keine freien Gästebetten rund um die Weinfeste im Elbland - Tourismus erholt sich

Meißen/Coswig/Radebeul. Die Tourismusbranche im Elbland wird wohl mit einem blauen Auge aus dem Flutjahr gehen. Derzeit sind kaum noch freie Gästebetten zwischen Radebeul und Diesbar-Seußlitz zu finden.

Die Region direkt an der Elbe sei quasi ausgebucht, sagte Kerstin Rosenbaum, Sprecherin des Tourismusverbandes Sächsisches Elbland den DNN. Die Zeit der Weinlese und insbesondere die Wochenenden mit den Weinfesten gelten traditionell als Hochsaison an der Sächsischen Weinstraße. Trotz aller Euphorie über die gute Buchungslage seien die Einbußen aus den Wochen nach dem Hochwasser, in denen viele Touristen ihre Ferien im Elbland storniert hatten, wohl nicht auszugleichen. Rosenbaum nannte dazu Zahlen: Von Januar bis Juli 2012 zählte das Elbland 782 000 Übernachtungen. In diesem Jahr waren es im Vergleichzeitraum 42 000 weniger. Dieses Minus würden die Beherbergungsbetriebe wohl bis Jahresende mitschleppen.

Hochsaison an der Weinstraße

Rosenbaum betonte, dass nach Erkenntnissen des Tourismusverbandes keine gewerblichen Betriebe als Folge der Flut aufgeben werden. In Meißen seien zwar die Hotels "Goldener Löwe" und "Knorre" noch geschlossen, doch auch diese Häuser sollen nach Renovierung wieder öffnen.

Von den derzeit fehlenden Hotelbetten in der Porzellanstadt kann das Welcome Park-Hotel in Meißen profitieren. Am Weinfestwochenende sei man komplett ausgebucht, sagte Di- rektionsassistentin Bettina Reinecker. Aber auch in den zwei Monaten zu- vor habe das Hotel mehr Gäste als in den Vergleichsmonaten 2012 beherbergt. So sei die Auslastung im Juli und August mit 60 Prozent etwa zehn Prozent höher gewesen. Reinecker räumte allerdings ein, dass viele Gäste vom zur selben Gruppe gehörenden "Goldenen Löwen" umgebucht worden seien.

Mit zehn Prozent weniger Umsatz im Hotelgeschäft rechnet Mandy Weise-Förster von Förster's Stammlokal und Landhotel in Sörnewitz. Insbesondere Radler und Motorrad-Gruppen hatten während und nach der Flut storniert. Das Haus mit 21 Betten in zwölf Zimmern war zwar nicht vom Hochwasser betroffen, jedoch wegen überschwemmter Zufahrtsstraßen nur über Umwege erreichbar. Inzwischen sei die Buchungslage wieder auf üblichem Niveau, die Wochenenden seien überwiegend ausgebucht. Reservierungen gebe es bis in den November hinein. Obwohl während des Hochwassers 14 Tage lang kaum Gäste kamen, seien im Restaurantbereich nahezu keine Umsatzrückgänge zu verbuchen, sagte Inhaberin Weise-Förster. Im Vergleich zum Flutjahr 2002 seien auch keine Familienfeiern abgesagt worden.

Langsame Erholung der Branche

Ausgebucht sind auch die Ferienwohnungen und Gästeappartements von Gabriele Rüger in Radebeul-Altkötzschenbroda. Seit Ende Juli habe sich die Situation wieder stabilisiert, nachdem zuvor wochenlang die Gäste zögerten oder gleich stornierten. "Dabei waren die Ferienwohnungen nicht von der Flut betroffen", sagte Rüger. Sie vermietet insgesamt fünf Einheiten unterschiedlicher Größe - zum Radebeuler Herbst- und Weinfest auch an Künstler des Wandertheaterfestivals. Gut gebucht seien die Feriendomizile bis in den Oktober sowie in der Adventszeit, sagte die Vermieterin. Allerdings sei zu beobachten, dass viele Urlauber sich immer kurzfristiger entschieden und die Anreise vom Wetter abhängig machten.

Das bestätigte auch Tourismus- verbandssprecherin Rosenbaum. Sie schätzt ein, dass das Krisenmanagement der Fremdenverkehrsbetriebe und des Verbandes zur Flut und unmittelbar danach gut funktioniert habe. Gäste seien immer über die Situation informiert und umgebucht worden, Stornogebühren seien damals nicht erhoben worden. In der Region fielen in diesem Juni etwa 30 000 Übernachtungen weg, weil die Urlauber nicht anreisen oder die Unternehmen wegen Flutschäden keine Gäste aufnehmen konnten. Nachlässe und Urlaub zu Schnäppchenpreisen wurden trotz der wochenlangen Krise nicht angeboten, um kurzfristig mehr Menschen in die Region anzulocken.

Dass die Erholung der Branche nach dem Hochwasser vergleichsweise lange gedauert hatte, obwohl die Region längst wieder für Besucher bereit war, habe unter anderem daran gelegen, dass der Elberadweg längere Zeit nicht durchgängig nutzbar war. "Viele Radtouristen haben deshalb in diesem Jahr Ferien an anderen Flüssen gemacht", erklärte Rosenbaum. Nun hoffe die Region insbesondere auf einen goldenen Herbst mit sonnigen und milden Tagen. Zusätzliches Potenzial versprechen sich die Fremdenverkehrsfachleute auch vom Brückentag nach dem 3. Oktober. Wer jedoch kurzfristig am kommenden Wochenende der großen Weinfeste in Meißen und Radebeul von auswärts noch ein Zimmer suche, müsse längere Wege bis Riesa oder Dresden in Kauf nehmen, hieß es vom Tourismusverband.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.09.2013

Müller, Lars

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