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Keine Kriegstoten im Friedenspark Pirna

Grabungen des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge Keine Kriegstoten im Friedenspark Pirna

Von den 13 Kriegstoten, die im Pirnaer Friedenspark begraben sein sollen, fehlt jede Spur. Im Vorfeld der Neugestaltung der Grünanlage in der Innenstadt hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge nach den Gebeinen der Todesopfer aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht.

Norbert Kozlowski, Dr. Dirk Reitz vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. sowie ein FSJler (v.l.) suchten im vergangenen Oktober nach den Gebeinen.

Quelle: Daniel Förster

Pirna. Von den 13 Kriegstoten, die im Pirnaer Friedenspark begraben sein sollen, fehlt jede Spur. Im Vorfeld der Neugestaltung der Grünanlage in der Innenstadt hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge nach den Gebeinen der Todesopfer aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht. „Bei allen durchgeführten Sondierungen gab es keine Hinweise für das Vorhandensein dieser Opfertoten“, informiert Umbetter Joachim Kozlowski in seinem Abschlussbericht.

Im Vorfeld der Untersuchungsgrabungen hat das Büro May Landschaftsarchitekten, was mit der Planung der Umgestaltung des Parks beauftragt ist, Recherchen im Stadtarchiv vorgenommen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dort ein Gedenkort für 13 Opfer des Faschismus geschaffen. Im Laufe der Jahre wurde die ursprüngliche Gedenkstätte innerhalb der Anlage verrückt und auch baulich verändert. Am 20. und 21. Oktober vergangenen Jahres nahm Kozlowski eine erste Suchaktion nach den sterblichen Überresten vor. „Sondiert wurde der heutige Gedenkort, das angrenzende Umfeld und der ehemalige Teich, welcher während der Nachkriegsjahre verfüllt wurde“, berichtet er. Bis zu einer Tiefe von 1,80 Meter wurde bei den Gedenktafeln gegraben. Dort stellte er aber keine Gebeine fest. Danach suchte Kozlowski im Bereich des ehemaligen Teiches. Es gab einen Hinweis, wonach die Toten in den einstigen Teich geworfen wurden. Aber auch an dieser Stelle wurde Kozlowski nicht fündig.

Norbert Kozlowski, Dr. Dirk Reitz vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. sowie ein FSJler (v.l.) suchten im vergangenen Oktober nach den Gebeinen.   Foto: Daniel Förster

Die Stadt startete daraufhin einen Aufruf und suchte nach Zeitzeugen. Beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gingen neue Hinweise zum möglichen Bestattungsort ein. Am 26. Januar dieses Jahres erfolgte eine zweite Sondierung. „Ein weiterer Hinweis war ein Foto einer Gedenkveranstaltung der ehemaligen DDR im Friedenspark für die Opfer des Faschismus“, teilt Kozlowski mit. Nun sondierte er in dem Bereich des ursprünglichen Gedenkortes, dem Standort des ehemaligen sowjetischen Ehrenmals. Aber bis auf die Fundamente eines Gedenksteins hat er nichts gefunden. In den bis zu einer Tiefe von 1,60 Meter abgetragenen Erdschichten gab es keine Hinweise auf die Kriegsopfer.

Nach dem Vorliegen des Abschlussberichts kommt die Stadtverwaltung zu dem Schluss, dass die Gedenktafel im Friedenspark nur einen symbolischen Charakter hatte. „In der zukünftigen Umgestaltung soll dieses Kapitel der Parkgeschichte aber mit einfließen“, heißt es in einer Informationsvorlage für den Stadtrat. So wird eine Friedensbank in Anlehnung an den Namen der Grünanlage mit freier Sicht in das Innere des Parks aufgestellt. Auf Informationstafeln sollen die Besucher Erläuterungen zu den geschichtlichen Ereignissen finden.

Derweil nehmen die Pläne für die Umgestaltung immer mehr Form an. In der Eingangszone zur Breiten Straße soll ein Wasserspiel entstehen. Hier müssen die Fußgänger aufpassen, dass sie keine nassen Füße bekommen. Denn die Wasserfontänen werden ebenerdig in die Bodenplatten integriert. Kleine, aufsteigende Wasserstrahlen sprudeln heraus. Das soll die Aufmerksamkeit vor allem von Kindern wecken und wird an heißen Sommertagen zum Planschen einladen. In der Parkmitte werden neue Wege angelegt. Die rechteckige Form des Rasens verschwindet und wird durch einen Rundweg ersetzt. Zudem soll künftig eine diagonale Durchquerung des Friedenspaks möglich sein. Die Asphaltfläche an der Ostseite wird zu einem Kleinspielfeld für Fußball und Basketball. Rund 782 000 Euro wird die Neugestaltung des Parks kosten. Die Investition muss es aber erst noch in den Doppelhaushalt 2017/18 schaffen.

Silvio Kuhnert

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