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Keine Entbindungen mehr in Sebnitz - Wegen Mangel an Hebammen macht Kreißsaal dicht

Keine Entbindungen mehr in Sebnitz - Wegen Mangel an Hebammen macht Kreißsaal dicht

Werdende Mütter müssen im Osten des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ab April einen längeren Weg zum Kreißsaal in Kauf nehmen. Die Sächsische Schweiz Klinik Sebnitz schließt Ende dieses Monats ihre Entbindungsstation.

Trotz intensiver Bemühungen in den vergangenen Monaten sei es nicht gelungen, offene Stellen in der Geburtshilfe mit qualifizierten Fachkräften neu zu besetzen, teilte das Klinikum gestern mit.

"Die Entscheidung, die traditionsreiche Geburtshilfe hier am Standort nicht aufrechtzuerhalten, fällt uns ausgesprochen schwer. Wir haben alles in unserer Kraft stehende unternommen, um die ab April fehlenden Hebammen zu ersetzen", sagte Mike Schuffenhauer, Geschäftsführer des Krankenhauses, das zum Verbund der Asklepios Kliniken gehört. Drei Beleghebammen hatten Anfang Dezember vergangenen Jahres ihre Verträge gekündigt, um sich ausschließlich der Vor- und Nachsorge widmen zu können. Die Suche nach geeignetem Ersatz blieb ohne Erfolg. Weder kamen mit Praxen in der Umgebung Kooperationen zustande noch konnten umliegende Kliniken und Hebammenpraxen aufgrund fehlender Kapazitäten helfen. Auch auf Stellenanzeigen habe es nicht die erhoffte Resonanz gegeben, so die Krankenhausleitung.

Ab April hätten dem Klinikum nur noch zwei Hebammen zur Verfügung gestanden. "Mit dieser Personalstärke können wir die medizinische Qualität, vor allem aber die Sicherheit für Leib und Leben von Mutter und Kind nicht mehr zu jedem Zeitpunkt sicherstellen", erklärte Schuffenhauer. Nach internen Berechnungen wären mindestens fünf qualifizierte Hebammen erforderlich, um den von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe geforderten Standards für eine Grund- und Regelversorgung in geburtshilflichen Abteilungen einschließlich der Bereitschaftsdienste gerecht zu werden.

Ein Grund, warum junge Fachkräfte nicht im Kreißsaal in Sebnitz arbeiten möchten, sieht das Klinikum im Rückgang der Geburtenzahlen im Zuge des demografischen Wandels. Erblickten in der Seidenblumenstadt 2004 noch 434 Babys das Licht der Welt, waren es 2014 nur noch 220. "Junge Mediziner und Fachkräfte können unter diesen Umständen oftmals nicht mehr ausreichend Praxiserfahrung sammeln und orientieren sich hin zu größeren Geburtshilfestationen. Als Mindestrichtwert für eine routinierte und auf möglichst viele Eventualfälle vorbereitete Geburtshilfe gelten laut Fachgesellschaften etwa 500 Geburten pro Jahr, manche fordern sogar 700 Geburten", berichtete die Klinikleitung.

Zur medizinischen Versorgung müssen schwangere Frauen im Osten des Landkreises ab dem 1. April auf die Entbindungskliniken im Umland ausweichen. 23 Kilometer bzw. 25 Fahrminuten liegt das Krankenhaus in Bischofswerda von Sebnitz entfernt. Bis zum Klinikum Pirna sind es 32 Kilometer bzw. rund 40 Minuten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.03.2015

Silvio Kuhnert

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