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Kamenzer Tafel geht in Flammen auf - Verein will in Interimsquartier weitermachen

Kamenzer Tafel geht in Flammen auf - Verein will in Interimsquartier weitermachen

Nach dem Feuer im Dachstuhl einer Lagerhalle steht die Kamenzer Tafel vor einem Trümmerberg. "Der Brand hat alles vernichtet", sagte gestern Vorstandsmitglied Gabriele Tenne, als sie sich gegen Mittag selbst ein Bild in den Räumlichkeiten machen konnte.

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Schwierige Löscharbeiten: Erst als die Solarmodule abgerissen waren, konnte die Feuerwehr den Brand bekämpfen.

Quelle: DNN

"Die Lager- und Sortierräume sowie der Ausgaberaum sind komplett zerstört", berichtete sie. Durch die Löscharbeiten sind auch die Büroräume stark in Mitleidenschaft gezogen worden. "Die Computer sind hinüber, die Telefonanlage ist kaputt", so Tenne.

Auf welche Höhe sich der Schaden insgesamt summiert, konnte die stellvertretende Vorsitzende des Tafelvereins gestern noch nicht beziffern. "Wir müssen erst einmal klar Schiff machen", sagte sie, während Löschwasser noch von der Decke tropfte. Der Boden war von einer Schlammschicht, zu der sich Wasser und Asche vermengt hatten, bedeckt. Darin standen Kühlschränke und Kühltruhen. "Wir wissen noch nicht, ob sie noch funktionieren und wir sie künftig weiterverwenden können oder ob wir sie entsorgen müssen", so Tenne. Die in der Halle gelagerten Lebensmittel sind auf jeden Fall nicht mehr zu retten. Das gilt auch für etliche Bekleidungsartikel und Möbel im benachbarten Fair-Kaufhaus, die durch die Brandkatastrophe ebenfalls Schaden genommen haben.

Es war Sonntagabend gegen 21 Uhr, als die Feuerwehr an den Garnisonsplatz gerufen wurde. Das Dach des Domizils der Tafel, einer eingeschossigen Halle, stand lichterloh in Flammen. Um den Brand zu löschen, waren 81 Kameraden von neun umliegenden Wehren angerückt. "Sie konnten das Feuer schnell unter Kontrolle bringen und so ein Ausbreiten der Flammen auf andere Gebäudeteile verhindern", teilte die Polizei mit. So drohten die Flammen auf eine weitere Halle überzuspringen, wo ein Subunternehmen der Kommunalen Dienste Kamenz Winterdienstfahrzeuge und Gerätschaften untergestellt hatte. Diese konnten gerettet werden.

Die Löscharbeiten auf dem Dach des Gebäudes der Tafel stellten sich allerdings wegen einer Photovoltaikanlage schwierig dar. Erst als ein Bagger für den Abriss der Solarmodule zur Hilfe genommen wurde, konnten die Feuerwehrmänner die darunter befindlichen Brandnester bekämpfen. Wie das Feuer ausbrechen konnte, ist noch unbekannt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen, da fahrlässige Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden kann. Menschen kamen durch das Feuer nicht zu Schaden.

"So ein Brand ist für jeden Eigentümer oder Mieter eine Horrorvorstellung. Dieser Brand ist aber besonders tragisch, weil hier die Schwächsten unserer Gesellschaft betroffen sind", sagte der sichtlich geschockte Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos). Er musste mühsam um Worte ringen, als er gestern vor dem vom Brand schwer gezeichneten Gebäude stand. Dort versorgte die Tafel zwischen 40 und 50 Bedarfsgemeinschaften täglich mit günstigen Lebensmitteln. An den Wochenenden gab sie darüber hinaus warme Mahlzeiten aus. Für Tafel-Vereinsvorstand Tenne ist klar, dass die Arbeit so bald wie möglich wieder aufgenommen werden soll. Der Vermieter der abgebrannten Lagerhalle hat bereits Räume als Interimsunterkunft angeboten. Diese befinden sich in der Nähe des jetzigen Standortes.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.01.2015

Silvio Kuhnert und Uwe Menschne

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