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Kaffee aus Gefängnisladen geklaut: 500 Euro Geldstrafe für Freitaler

Kaffee aus Gefängnisladen geklaut: 500 Euro Geldstrafe für Freitaler

Die Katze lässt das Mausen nicht. Und sogar im Käfig macht sie noch lange Pfoten. Dieser Vergleich aus dem aus Tierreich passt auf Sven L. aus Freital. Am 16. Februar vergangenen Jahres ließ er zwei Päckchen löslichen Kaffee für 11,89 Euro mitgehen.

Aber das bestohlene Geschäft war nicht irgendein Luxus-Delikat-Laden, sondern die Verkaufsstelle der Justizvollzugsanstalt (JVA) Waldheim. Hinter Gittern ist der Einkauf eben etwas teurer, schließlich sorgt der Staat bereits für die Ernährung der Gefangenen. Teuer kommt der Klau im Knast jetzt Sven L. zu stehen, dessen Fall gestern Strafrichter René Stitterich am Amtsgericht Döbeln beschäftigte: Er verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen à zehn Euro, also insgesamt 500 Euro.

Sven L. hat ein langes Vorstrafenregister. 15 Einträge listet das Bundeszentralregister unter seinem Namen auf: Diebstahl und Drogenvergehen, auch Schwarzfahren, das im Juris- tendeutsch "Leistungserschleichung" heißt. Mit seinem kriminellen Tun beschäftigte der heute 26-Jährige überwiegend die Amtsgerichte in Dippoldiswalde, Dresden und Pirna. Nach Waldheim, und somit in die Zuständigkeit des Amtsgerichtsbezirkes Döbeln, verschlug den Freitaler eine Freiheitsstrafe, die er in der Waldheimer JVA verbüßte. Ein Jahr und sieben Monate wegen Diebstahls hatte er abzusitzen. Hintergrund dieser Langfingerei war wohl die Drogensucht des Freitalers. Mittlerweile hat Sven L. seine Strafe verbüßt und ist wieder ein freier Mann.

Seinen gestrigen Gerichtstermin schwänzte er. Somit blieben die Motive für den Diebstahl hinter Gittern offen: War es eine Mutprobe, ein Auftrag oder schlicht großer Kaffeedurst? "Halten wir fürs Protokoll fest, dass der Angeklagte bis 11.20 Uhr nicht erschienen ist", sagte Richter Stitterich zur Urkundsbeamtin und erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft den Strafbefehl zur Geldstrafe. Diesen bekommt Sven L. nun zugestellt und kann dagegen Einspruch einlegen.

Dass solch ein Fall nicht alle Tage auf seinem Richtertisch landet, ließ René Stitterich durchblicken. "Ungewöhnlich, dass sich der Diebstahl ausgerechnet im Gefängnisladen ereignete." In dem anstaltseigenen Geschäft können die Gefangenen nicht nur Dinge des täglichen Bedarfs, wie etwa Kaffee und Lebensmittel, kaufen, es gibt auch Kaffeemaschinen, Fernseher und spezielle Telefone, mit denen sich aber nur vorher registrierte Anschlüsse anrufen lassen. Drinnen wie draußen gilt: Einkaufen kann nur, wer Geld hat.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.09.2013

Wurzel, Dirk

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