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KBA: Vorerst keine Entlassungen in Radebeul

KBA: Vorerst keine Entlassungen in Radebeul

Die Lage für den Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer (KBA) bleibt durchwachsen. Das geht aus dem gestern präsentiertem Geschäftsbericht für das Jahr 2014 hervor.

Demnach erzielte das Unternehmen, zu dem das frühere Planeta-Werk in Radebeul gehört, konzernweit wie im Vorjahr rund 1,1 Milliarden Euro Umsatz. Das Betriebsergebnis lag bei 5,5 Millionen Euro vor Steuern. Das sind ordentliche Zahlen für die Druckmaschinen-Branche, die seit Jahren unter hohem Wettbewerbsdruck und unsicherer Marktlage darbt.

Noch besser sind die Nachrichten für Radebeul. Das Werk gehört zur Bogen-sparte des Konzerns, die dort produzierten Maschinen finden vor allem im Werbedruck Verwendung - einem der wenigen wachsenden Absatzmärkte für Druckmaschinen. Entsprechend konnte die Konzernsparte, zu der auch ein Werk in Stuttgart und eines in Tschechien gehören, einen gegenüber 2013 leicht erhöhten Auftragseingang verbuchen. Das Volumen stieg um 2,1 Millionen Euro auf insgesamt 610,1 Millionen Euro an. Zwar genügt das nicht, um den Auftragsrückgang in anderen Bereichen auszugleichen, weshalb die Neubestellungen konzernweit um 5,5 Prozent auf knapp 957 Millionen Euro zurückgingen. Dennoch wirkt sich das unerwartet positive Ergebnis der Bogensparte mit 11,5 Millionen Euro Betriebsgewinn auch auf Radebeuls Position im Konzern aus.

Das merken vor allem die knapp 1600 Angestellten in Radebeul. Sie sind weniger stark von der Personalkürzung betroffen als noch vor Monaten befürchtet. Ende 2013 sei man davon ausgegangen, dass 180 Menschen im Radebeuler Werk ihre Arbeit verlieren, erinnert Konzernsprecher Klaus Schmidt. Die gute Auftragslage hat diese Planungen überholt. Es bleibe vorerst bei den 77 Abgängen über Altersteilzeitvereinbarungen. "Wir haben im Moment genug zu tun, beschäftigen sogar Leiharbeiter", sagt Schmidt. Ob das noch in ein paar Monaten gilt, vermag er nicht zu sagen.

Diese Ungewissheit ist ein Zeichen der unsicheren Weltmarktlage, die KBA als stark exportabhängiges Unternehmen seit Jahren moniert. Nachdem der Inlandsumsatz gegenüber 2013 um 8,3 Prozent auf 180,6 Millionen Euro zurückgegangen ist, stieg die Exportquote auf 83,6 Prozent. Dabei nahmen die Lieferungen ins europäische Ausland um 17,8 Prozent auf knapp 390 Millionen Euro zu, während die Umsätze in Asien wegen "der Wachstumsdelle" im wichtigsten Einzelmarkt China von 301 Millionen Euro auf 263,4 Millionen Euro sank. Entsprechend vorsichtig schätzt man bei KBA den Jahresumsatz 2015 auf eine Milliarde Euro.

Das wäre ein leichter Rückgang, was aber nicht für das Radebeuler Werk gelten muss. Dort entsteht im Zuge der Umgliederung des Konzerns für vier Millionen Euro ein modernes Zentrum zur Beschichtung von Walzen. Die damit zusammenhängende Verlagerung der Zylinderproduktion von Würzburg nach Radebeul ist laut Schmidt noch nicht abgeschlossen. Im Gegenzug gibt das Werk die Produktion von Bauteilen für Großgeräte an die Konzern-Zentrale ab, spielt aber im Unternehmensverbund eine wichtigere Rolle als noch vor Jahren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.03.2015

Uwe Hofmann

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