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Junge Männer aus dem Raum Dippoldiswalde kämpfen im Irak für die IS-Terroristen

Junge Männer aus dem Raum Dippoldiswalde kämpfen im Irak für die IS-Terroristen

Vom Erzgebirge in den Irak: Zwei junge Männer aus der Nähe von Dippoldiswalde (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) haben sich den islamistischen IS-Terroristen angeschlossen.

Samuel W. (21, Student der Sportwissenschaften) und Max P. (19) waren im September aufgebrochen - jetzt haben sie ein erstes Lebenszeichen gesendet, wie das MDR-Nachrichtenmagazin Exakt berichtet. Der Werkzeugmacher Max P. deutete in einer Nachricht an einen Freund an, in der umkämpften nordirakischen Stadt Mosul gewesen zu sein. Der junge Mann lobt den Terrorstaat:"Wir haben Scharia, hunderte Engel in den Operationen, Siege über Riesenareale." Außerdem erzählt der als Waffennarr bekannte 19-Jährige von seinem Alltag. "Kriegsbeute, Wache, Training", zählte er auf. Ihre militärische Ausrüstung haben die jungen Männer offenbar aus Deutschland mitgebracht.

Abschiedsvideos im Internet

Die sächsische Polizei hatte vor einigen Wochen Abschiedsvideos im Internet gefunden, auf denen Max P. sein Testament vorgetragen hat. Darin heißt es, dass er in den Heiligen Krieg ziehen will. Samuel W., der christlich erzogen wurde, war zum Islam übergetreten und seit Jahresbeginn ein "tief gläubiger Moslem", wie die Eltern sagen. Die beiden jungen Männer haben sich wahrscheinlich erst im Internet durch das gemeinsame Interesse am Islam kennengelernt. Max P. und Samuel W. gingen nicht gemeinsam zur Schule und hatten offenbar auch vorher keinen Kontakt zueinander.

Experte: Fall von Selbstradikalisierung

Der Extremismus-Forscher Michail Logvinov vom Hannah-Arendt-Institut in Dresden sieht darin eine mittlerweile gängige Praxis. "Es kann sein, dass diese Milieus einfach im Internet entstehen, die Durchdringung des täglichen Lebens durch moderne Kommunikationsmedien ist offensichtlich." Zugleich zeige dieser Fall, "dass es nicht der salafistischen Rattenfänger bedarf, um in den Dschihad zu ziehen". Dies wird auch als Selbstradikalisierung bezeichnet.

Wie der sächsische Verfassungsschutz mitteilte, gibt es keine Hinweise auf eine islamistische Szene im Osterzgebirge. Man habe auch keine Erkenntnisse darüber, dass Personen aus dem Erzgebirge Kontakte zu der in Sachsen maßgeblichen salafistischen Szene in Leipzig haben. Der Verfassungsschutz beziffert die Zahl der Islamisten im Freistaat derzeit auf 190 Personen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.12.2014

DNN

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