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Jugendliche mit immer größeren Problemen: Produktionsschulen treffen sich in Moritzburg

Jugendliche mit immer größeren Problemen: Produktionsschulen treffen sich in Moritzburg

"Jeder ist wichtig, wir wollen auf keinen verzichten" - mit diesem Satz umschreibt Sozialministerin Christine Clauß (CDU), worum es den zehn sächsischen Produktionsschulen geht: Jugendlichen, die im Jobcenter als nicht vermittelbar gelten, eine neue Chance bei der Ausbildungssuche zu ermöglichen.

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Martin Kuhnt zeigt Sozialministerin Christine Clauß (CDU) eine Schnecke, die in der Produktionsschule entstanden ist.

Quelle: Uwe Hofmann

Moritzburg. Seit fünf Jahren gibt es die Produktionsschulen in Sachsen, gestern haben sie zu ihrer ersten gemeinsamen Veranstaltung auf das Gelände der Moritzburger Schule geladen, die die einzige im Landkreis Meißen ist.

Dort hatte man gleich mehrfach Grund zum Feiern: David Meis wurde als neuer Geschäftsführer offiziell nach einem Gottesdienst in der Moritzburger Kirche eingeführt. Eigentlich hatte er seinen Vorgänger und langjährigen Vorgesetzten Thomas Emmrich schon Anfang Mai beerbt. Außerdem feiert die gemeinnützige Gesellschaft, die die Moritzburger Produktionsschule betreibt, in diesem Jahr ihr zehnjähriges Bestehen. Sie ist Keimzelle für die jetzige Einrichtung, die 2008 als erste dieser Art im Freistaat eröffnet wurde, wie Meis sagt.

28 Jugendliche aus dem Umland werden derzeit dort betreut. Dabei sollen sie innerhalb von längstens zwei Jahren so weit gebracht werden, dass sie in eine Ausbildung oder direkt in einen Beruf wechseln können. Ein hoher Anspruch, dem man leider nicht immer genügen könne, wie Meis sagt. "Die Jugendlichen kommen mit immer größeren Problemen zu uns", sagt er. Deshalb geht es für einen Teil von ihnen nach der Produktionsschule zumeist in eine berufsvorbereitende Maßnahme, verlängert sich der Anlauf zum Beruf also weiter. Nichtsdestotrotz lobt Gerhard Rose, Dezernent für Arbeit im Landratsamt, die gute Quote der Absolventen. 80 Prozent schaffen laut seiner Statistik den Sprung in die Beschäftigung. Der Landkreis zahlt etwa 70 000 Euro Fördermittel für die Schule, 630 000 Euro kommen über den Freistaat aus EU-Fördertöpfen.

Weitere 50 000 Euro muss die Schule innerhalb von zwei Jahren selbst aufbringen, so eine Auflage. Das geschieht zumeist durch den Verkauf von den Dingen, die die Jugendlichen in den Werkstätten herstellen. Vier verschiedene gibt es in Moritzburg: eine für Gartenbau, eine gastronomische, dazu eine Metall- und eine Holzwerkstatt. Während die Erzeugnisse der letztgenannten im Internet und auf Märkten wie dem Moritzburger Fischmarkt angeboten werden, bereiten die Jugendlichen in der Küchenwerkstatt das Mittagessen für alle. Das sei wichtig für den Zusammenhalt, der die Produktionsschulen von anderen Berufsvorbereitungen unterscheide. Während diese meist Massenveranstaltungen sind, kann sich der jeweilige Werkstattleiter, der noch dazu von einem Sozialpädagogen unterstützt wird, ganz auf seine kleine Gruppe konzentrieren. Dabei geht es jedoch weniger um handwerkliche Fertigkeiten als um "grundlegende Fähigkeiten wie Pünktlichkeit und Höflichkeit", wie Meis sagt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.06.2013

Uwe Hofmann

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