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Jugendamt muss häufiger einschreiten: Die Fälle von Inobhutnahmen sind um über 52 Prozent gestiegen

Jugendamt muss häufiger einschreiten: Die Fälle von Inobhutnahmen sind um über 52 Prozent gestiegen

Das Jugendamt des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge muss immer mehr Kinder wegen Misshandlung oder Vernachlässigung aus Familien holen. Die Zahl der sogenannten Inobhutnahmen stieg im vorigen Jahr um 52 Prozent an.

2013 wurden die Mitarbeiter des Jugendamtes in 131 Fällen tätig, im Vorjahr waren es nur 86. Angestiegen ist auch die Zahl der Meldungen von Kindeswohlgefährdung, und zwar von 754 (2012) auf 841 (2013). "Im Jahr 2013 wurden die häufigsten Meldungen aufgrund von Vernachlässigung getätigt, gefolgt von psychischer und körperlicher Misshandlung", berichtet Jugendamtsleiter Dietmar Schneider in einer Informationsvorlage für den Jugendhilfeausschuss des Kreistages.

Die Anzeigen von Kindeswohlgefährdung kommen zum einen aus dem näheren sozialen Umfeld der Familien wie Nachbarschaft, Freunde, Bekannte sowie Verwandte. Diese Meldungen seien deutlich gestiegen, so Schneider. Andererseits schalten verstärkt Ärzte, Hebammen und Mitarbeiter des Gesundheitswesen das Jugendamt ein, wenn sie Anzeichen von Vernachlässigung oder Misshandlung bemerken.

Der Anstieg der Meldungen wegen Kindeswohlgefährdung und der Inobhutnahmen ist kein auf den Kreis beschränktes, sondern ein bundesweites Phänomen. Die Medienberichte der vergangenen Jahre über Fälle von tödlicher Kindesmisshandlung in Deutschland - wie bei Kevin, Lea Sofie und Jason - haben "zu einer erhöhten Sensibilität in der Öffentlichkeit" geführt und "zu einer zivilisierten Kultur des Hinsehens, wenn Kinder in Gefahr sind", so der Jugendamtsleiter weiter. Die vermehrten Meldungen seien auch ein Ausdruck dafür, dass die regionalen Netzwerke für den Kinderschutz im Landkreis Wirkung zeigen.

Zunehmend aktiv muss das Jugendamt wegen Drogensucht der Eltern werden. 32 Kinder wurden im vorigen Jahr wegen der Drogenabhängigkeit von Mutter und/oder Vater in Obhut genommen. 75 Mädchen und Jungen befanden sich 2013 deshalb bei Pflegefamilien, im Heim oder bei Verwandten. Im Jahr davor waren es 51 Fälle.

Wie dem aktuellen statistischen Bericht des Jugendamtes zu entnehmen ist, kommen in Dresden und dem Umland der Landeshauptstadt immer mehr Kinder zur Welt, deren Mütter die Droge "Crystal" nehmen. Laut Analyse des Dresdner Uniklinikums gab es 2009 ein betroffenes Baby, 2012 waren es bereits 16, 2013 betraf es 33 Babys. Für das Jahr 2014 rechnen die Ärzte mit zirka 50 Fällen von crystalabhängigen Schwangeren. Auch im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge zeigt sich dieser Trend. "Vor fünf Jahren war dieses Problem praktisch nicht bekannt. 2013 registrierte man im Landkreis im klinischen Bereich bereits fünf Fälle", berichtet das Jugendamt.

Die meisten Gefährdungsmeldungen 2013 gab es in Freital mit 270 Fällen, gefolgt von Pirna und Dohma mit 233 sowie der Region Heidenau, Dohna, Müglitztal mit 148. In Obhut genommen wurden in der Canalettostadt 28, in Freital 28 und im Heidenauer Raum 25 Kinder.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.09.2014

Silvio Kuhnert

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