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Jacobs will die Autobahn-Maut für alle

Jacobs will die Autobahn-Maut für alle

Brummifahrer müssen jetzt für eine Tour auf dem Autobahnzubringer von Pirna zur A17 zahlen. Auf den rund fünf Kilometern der B172a gilt seit Mittwoch die Lkw-Maut.

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Quelle: Archiv

Dohna/Heidenau. Von Silvio Kuhnert, mit dpa

Die Furcht vor Maut-Ausweichern hält sich in Heidenau und Dohna in Grenzen. "Ich glaube nicht, dass der Schwerlastverkehr auf der Bundesstraße signifikant zunimmt", meint Bürgermeister Michael Jacobs (CDU). Lkw-Fahrer, die primär zwischen der Sächsischen Schweiz und Dresden pendeln, würden eh schon immer durch Heidenau brausen.

Dohnas Hauptamtsleiter Tilo Werner kann sich durchaus vorstellen, dass der Lkw-Verkehr auf der Müglitztalstraße in den nächsten Tagen und Wochen zunimmt. Denn Brummis, die die Maut sparen wollen, könnten statt über die B172a auch über Kuxberg und Müglitztalstraße auf die Bundesstraße und dann weiter durch Heidenau nach Pirna fahren. Aber ob sich der Umweg rechnet, zweifelt Werner an: "Zeit ist Geld bei den Kraftfahrern", weshalb sie die kürzere Strecke bald wieder vorziehen würden, auch wenn es etwas kostet.

Laut dem Routenplaner von "googlemaps" dauert eine Fahrt über den Autobahnzubringer knapp vier Minuten. Für den etwas über neun Kilometer langen Umweg über Dohna und Heidenau sind rund elf Minuten Fahrtzeit einzuplanen. Die finanzielle Einsparung beträgt gerade mal 85 Cent, denn die Maut für Lastwagen ab zwölf Tonnen liegt durchschnittlich bei 17 Cent pro Kilometer.

Kürzer wäre als Ausweichroute der Weg über den Marktplatz und die Burgstraße. "Der Markt ist für Brummis tabu", betont Werner. Auf den Straßen der Altstadt sind gerade einmal 7,5 Tonnen erlaubt. Eine Fahrt über den Ortsteil Krebs ist ebenfalls untersagt. Die Dorfstraße ist für Laster gesperrt.

In Sachsen gilt die Mautpflicht auf rund 25 Kilometern Bundesstraße, bundesweit 1135 Kilometer. Der Bund hofft auf rund 100 Millionen Euro zusätzliche Einnahmen im Jahr. Das Geld soll der Erhaltung von Fahrbahnen und Brücken dienen. Kontrollbrücken mit Infrarotsensoren, von denen 300 an Autobahnen stehen, sind an Bundesstraßen nicht geplant. Streifenwagen des Bundesamts für Güterverkehr werden die Einhaltung der Mautpflicht überwachen.

Heidenaus Bürgermeister hält nicht viel von der Maut-Erweiterung. "Der Bund braucht Einnahmen für den Straßenbau", meint er, weshalb er für eine einheitliche Lösung plädiert. In den Nachbarländern müssten auch Pkw-Fahrer zahlen. "Wir brauchen eine europäische Lösung", so Jacobs. Sein Vorschlag: Mautpflicht für alle. Und um den Preis der Vignette werde die Kfz-Steuer gekürzt. "So gibt es keine Mehrbelastung", meint Jacobs.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.08.2012

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