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Investor schnappt der Stadt den Bahnhof in Kötzschenbroda weg

Investor schnappt der Stadt den Bahnhof in Kötzschenbroda weg

Das Bahnhofsgebäude in Kötzschenbroda ist an einen privaten Investor verkauft. Wer der Käufer ist, wollte Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) gestern nicht verraten.

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Der Bahnhof in Radebeul-West: Die Stadt, die das Gebäude zum Zentrum eines Sanierungsgebiets machen will, prüft, ob sie über ein Vorkaufsrecht verfügt.

Quelle: Uwe Hofmann

Offenbar handelt es sich jedoch um jemanden, der den hochfliegenden Plänen der Stadt im Quartier Radebeul-West im Weg stehen könnte. Die wollte eigentlich den Bahnhof für sich beanspruchen, um ihn parallel wie in Radebeul-Ost als Anker für ein noch zu definierendes Sanierungsgebiet rund um die Bahnhofstraße in Radebeul-West zu entwickeln.

Ihm seien weder die Pläne des Käufers bekannt noch habe der Käufer vorgesprochen, sagt jedenfalls OB Wendsche auf DNN-Anfrage. Er spricht davon, den Bahnhof "sichern" zu wollen, "um eine dem zukünftigen Sanierungsgebiet schädliche Nutzung zu verhindern". Das bedeutet wohl vor allem, dass der Bahnhof in irgendeiner Form öffentlich genutzt werden soll.

Hinter den Kulissen prüft die Stadt deshalb, ob sie ein Vorkaufsrecht besitzt, weil der Bahnhof als Kulturdenkmal gilt. Nach einer ersten juristischen Analyse dürfte ein solches Vorkaufsrecht bestehen, drückt sich OB Wendsche sehr vorsichtig aus. Ihm ist unangenehm, dass die Sache zu einem solch frühen Zeitpunkt an die Öffentlichkeit gelangt ist, was an einem Eilantrag des SPD-Stadtratsfraktion-Chefs Thomas Gey liegt.

Der drängt die Verwaltung dazu, den Bahnhof rasch zu beanspruchen und gemeinsam mit einem privatem Investor zu entwickeln. "Es gibt da einen sehr seriösen Interessenten. Ich möchte nicht, dass dieser private Investor abspringt", begründet Gey seinen Schritt. Ein ähnlicher Plan scheiterte im vergangenen Frühjahr knapp vor dem Notartermin, als Radebeuls Co-Investor, der Architekt Thomas Scharrer, urplötzlich absprang. Unklar ist, ob man sich nun noch auf die damals ausgehandelte Kaufsumme, die man von den geforderten 225 000 Euro auf 170 000 Euro drücken konnte, berufen kann. In der aktuellen Situation mit mehreren Interessenten ist davon auszugehen, dass der Preis höher liegt, was die Sache gemeinsam mit den anstehenden Millionen-Investitionen für die Gebäudesanierung nicht einfacher macht.

Dennoch stimmten Stadtrat und auch der OB dem Antrag einstimmig zu, auch wenn er, so Wendsches Worte, "überflüssig wie ein Kropf" ist. Er betont, dass die Stadtverwaltung schon alles nötige in die Wege geleitet habe, und Stadtrat Gey sich nach der Devise "überholen ohne einzuholen" an die Spitze der Initiative gestellt habe. "Es gehört sehr viel Chuzpe dazu zu sagen, dass das Ihr Antrag ist." Tatsächlich trat Gey zuletzt eher als Kritiker des Bahnhofskaufs auf, weil die erforderlichen Investitionen wohl deutlich das übersteigen, was man in den Bahnhof Radebeul-Ost investieren musste. Dort waren es 3,3 Millionen Euro. In einem DNN-Interview im September sprach Gey in diesem Zusammenhang von "Orchideenprojekten". Er sagte aber auch: "Vielleicht lässt sich der Bahnhof ja auch mit einem Privatinvestor entwickeln, darüber können wir reden." Sein Vorpreschen begründet er damit, dass nun ein solcher Interessent bei der Stadt vorstellig geworden ist.

Offenbar wollte Gey mit seinem Antrag vor allem dem Ansinnen der Stadt, den Bahnhof eventuell allein zu kaufen, einen Riegel vorschieben.Wenn man gemeinsam mit einem Investor agiere, ließen sich Millionen-Investitionen für die Sanierung sparen, die man besser in Schulen und Straßen stecken könnte, heißt es in seiner Antragsbegründung.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.01.2015

Uwe Hofmann

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