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Interview am Donnerstag: Freitals neuer Erster Bürgermeister Peter Pfitzenreiter

„Freital wird schuldenfrei“ Interview am Donnerstag: Freitals neuer Erster Bürgermeister Peter Pfitzenreiter

Peter Pfitzenreiter wurde in der vergangenen Woche zum Ersten Bürgermeister der Großen Kreisstadt Freital gewählt. In den kommenden sieben Jahren verantwortet der 29-Jährige unter anderem die Bereiche Finanzen, Asyl und Schule.

Am 5. Oktober tritt Peter Pfitzenreiter das Amt des Ersten Bürgermeisters der Stadt Freital an.

Quelle: Dietrich Flechtner

Freital. Peter Pfitzenreiter wurde in der vergangenen Woche zum Ersten Bürgermeister der Großen Kreisstadt Freital gewählt. In den kommenden sieben Jahren verantwortet der 29-Jährige, der zuletzt die CDU-Fraktion im Freitaler Stadtrat anführte, unter anderem die Bereiche Finanzen, Asyl und Schule.

Herr Pfitzenreiter, bis zum Amtsantritt ist es nun noch ein Monat. Was genau passiert bis dahin?

Ich muss natürlich erst einmal das, was ich aktuell mache, zu Ende bringen – und zwar das Lehrer sein. Am 30. September ist mein letzter Arbeitstag als Lehrer. Mir wird es nicht ganz leicht fallen, aber die Entscheidung steht fest – da wird es noch traurige Abschiede geben. Und natürlich bereite ich mich in dem einen Monat vor, damit ich dann mit voller Kraft und gutem Anlauf am 5. Oktober in das Amt starten kann.

Was sind Ihre konkreten längerfristigen Ziele als Erster Bürgermeister für die kommenden sieben Jahre?

Da gibt es eine ganze Reihe verschiedener Aspekte, die in mein Tätigkeitsfeld fallen. Zum Beispiel Schule und Soziales. Dazu gehört die Kitaplatzvergabe, deren Einführung gerade jetzt kurz bevor steht. Es geht dort um eine moderne Art und Weise, Kita-Plätze im Internet zu vergeben. Des Weiteren ist es mir ein Anliegen, unsere Ehrenamtlichen weiter zu unterstützen, die in Freital ganz Großartiges leisten.

Was passiert an Freitals Schulen?

In Schulen und Kitas wird der Zuzug eine Herausforderung sein. Das ist ein erfreulicher Fakt, den wir in unserer Stadt zu verzeichnen haben. Das bringt aber auch die Herausforderung mit sich, genügend Plätze für Kinderbetreuung und an den Schulen vorzuhalten. Dann spielt auch noch das Schulgesetz eine Rolle, in dem Inklusion ein sehr wichtiges Themenfeld ist. Derzeit werden zwei Schulen saniert. Geplant ist außerdem, die Geschwister-Scholl-Oberschule zu sanieren.

Haben Sie schon ein konkretes Ziel bis zum Ende des Jahres?

Das neue Kitaplatzvergabe-System wird mich beschäftigen. Eine weitere Herausforderung wird auch die Arbeit am Haushalt sein.

Als erster Bürgermeister bekleiden Sie auch das Amt des Finanz-Chefs der Stadt Freital. Wie gedenken Sie das Loch im Stadthaushalt zu kitten?

Das hört sich immer so schlimm an, dass wir ein „Haushaltsloch“ haben. Die Stadt hat in den letzten Jahren schon viel Gutes bewegt und den Haushalt solide geführt. Auf der Guthaben-Seite haben wir einen positiven Stand. Wir gewinnen an Liquidität, aber im Ergebnis gibt es unter Berücksichtigung von Abschreibungen noch ein Defizit. Im Vergleich zu anderen Kommunen stehen wir allerdings schon recht gut da.

Wie hoch ist der aktuelle Schuldenstand?

Wir werden in den kommenden Jahren weiter Schulden abbauen, so dass wir 2019 lediglich noch eine Million Euro Schulden haben. Fünf Millionen Euro waren es noch zum Jahresbeginn 2016. Ich bin optimistisch, dass Freital nach den sieben Jahren Amtszeit schuldenfrei sein kann.

Und wie wollen Sie das erreichen? Wo wollen Sie sparen?

Ich habe es ja schon als Stadtrat miterlebt, wo und wie der Rotstift angelegt wird. Ein großer Bereich ist die Gebäudebetreuung, bei der einige Dinge auf den Prüfstand gestellt werden müssen – wie etwa Quadratmeterkosten, Wärmeversorgung und die Reinigung. Ich möchte aber auch das Thema Eigenverantwortung betonen. Damit meine ich, dass beispielsweise Sportvereine ihre Hecken selber schneiden, um den Haushalt zu entlasten und von dem eingesparten Geld einen Teil zu bekommen. Als Anreiz zum Sparen. Oder dass Schulen, für die es ja Freiräume durch das Schulgesetz geben soll, dass dann eingesparte Geld innerhalb ihres Budgets auch für andere Dinge verwenden können. Man kann auch sparen, indem man Objekte verpachtet und die Verantwortung dafür nicht der Stadt überlässt.

Wie sieht es mit weiteren Einnahmequellen aus?

Da gibt es ja in unserer Stadt schon gute Weichen, die gestellt sind. Beispielsweise das Technologie- und Gründerzentrum und der Gewerbepark mit vielen neuen Unternehmen. Die bereichern unseren Haushalt beispielsweise bei der Gewerbe- und Einkommenssteuer. Insgesamt bedeutet Sparsamkeit im Ergebnishaushalt, dass wir die vielen schönen Orte unserer Stadt auch in Zukunft erhalten können, dass wir Freiräume für Investitionen schaffen. Und für andere Spielfelder...

...beispielsweise für das Stadtjubiläum 2021?

Das ist eine Sache, die ich nicht nur am Geld festmachen möchte. Freital hat viele engagierte Vereine und Institutionen, Unternehmen, die das Fest unvergesslich werden lassen. Vorerst gilt das Motto „Alle Ideen sind erlaubt“.

Haben Sie selbst einige konkrete Ideen?

Ja, ich könnte mir vorstellen, ein Theaterstück im Döhlener Rathaus, in dem 1921 unser Freital gegründet wurde, zur Stadtgründung aufzuführen. Passend zum Thema 100 Jahre Freital könnte man einen 100-Kilometer-Lauf in verschiedenen Etappen durch die Stadt veranstalten. Es soll ein Fest werden, an dem man nicht nur zurück, sondern auch in die Zukunft blickt.

Sie sind Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Radverkehr. Werden Sie sich dort in Zukunft weiter engagieren?

Das habe ich auf jeden Fall vor. Freital ist eine Stadt, die zwischen den zwei Universitätsstädten Dresden und Tharandt liegt. Ich denke Freital ist da auch attraktiv als Wohnstandort für Studenten. Und für die ist ein wichtiges Fortbewegungsmittel nun einmal das Fahrrad.

Was wird Freital in den kommenden Jahren für die Integration von Geflüchteten tun?

Als Stadt müssen wir die Integration weiterhin unterstützen. Da gibt es bereits einige tolle Projekte, wo Asylbewerber im Stadtbild aktiv werden können. Wir müssen vor allem dafür sorgen, dass es ausreichend Plätze für Deutschkurse gibt. Als Lehrer weiß ich, wie schwer es ist, geeignetes Lehrpersonal zu finden.

Denken Sie, dass der Lehrerberuf sie in irgendeiner Weise auf Ihr künftiges Amt vorbereitet hat?

Ich bin ja nicht nur Lehrer, sondern auch Unternehmer. Ich habe ein Nachhilfeunternehmen mit 45 Mitarbeitern. Dort habe ich Kompetenzen entwickelt, die mir hier sicherlich weiterhelfen. Das heißt trotzdem nicht, dass ich nicht noch Bedarf in Sachen Verwaltungserfahrung habe und mich einarbeiten muss.

Interview: Juliane Weigt

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