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Insektizid im Wein: Landratsamt bestätigt Verdacht auf weitere betroffene Kellerei

Weitere Indizien Insektizid im Wein: Landratsamt bestätigt Verdacht auf weitere betroffene Kellerei

Entsprechende Gerüchte sind schon seit Tagen im Umlauf, nun bestätigt auch das Landratsamt Meißen: Es besteht der Verdacht, dass Weine eines weiteren sächsischen Betriebs mit Rückständen eines nicht erlaubten Pflanzenschutzmittels belastet sein könnten. Eine Kreissprecherin sprach von „ersten Indizien“.


Quelle: Lars Müller

Meißen. Entsprechende Gerüchte sind schon seit Tagen im Umlauf, nun bestätigt auch das Landratsamt Meißen: Es besteht der Verdacht, dass Weine eines weiteren sächsischen Betriebs mit Rückständen eines nicht erlaubten Pflanzenschutzmittels belastet sein könnten. Eine Kreissprecherin sprach von „ersten Indizien“. Die erforderlichen und von der Landesuntersuchungsanstalt bearbeiteten Unterlagen lägen im Landratsamt jedoch „noch nicht vollständig vor, so dass noch keine Maßnahmen eingeleitet werden konnten“. Die Sprecherin betonte: „Bei dem betreffenden Betrieb handelt es sich nicht um ein Weingut.“ In einer Kellerei werden zugekaufte Trauben verarbeitet, ein Weingut baut eigenen Trauben für die Verarbeitung zu Wein an. Oftmals betreiben auch Weingüter die Kellereien, die buchmäßig als eigene Firmen behandelt werden, jedoch räumlich nicht vom eigentlichen Weingut getrennt sind.

Die von der Winzergenossenschaft bisher zurückgenommenen fünf Weine seien nach wie vor betrieblich gesperrt, hieß es. „Die gesperrten Weine obliegen zusätzlich der amtlichen Überwachung.“ Sieben andere und bisher durch die Winzergenossenschaft vorsorglich blockierte 2014er Weine seien hingegen zwischenzeitlich durch die Lebensmittelüberwachung freigegeben worden. Inzwischen haben die Lebensmittelüberwacher auch Bücher der Genossenschaft geprüft. Aus diesen gehe hervor, dass die Genossenschaft keine fertigen Grundweine oder Moste an das Wein- und Sektkontor Radebeul des Staatsweingutes Schloss Wackerbarth geliefert habe. Darüber hinaus seien nach Stand der Ermittlungen auch keine Grundweine der Jahrgänge 2014 und 2015 an andere Betriebe ausgeliefert worden.

Zum von Aldi aus dem Verkauf genommenen Rivaner (Müller-Thurgau) der Genossenschaft des Jahrgangs 2014 erklärte das Landratsamt, „die Rückstandshöchstgehaltsüberschreitung bei diesem Wein“ sei „statistisch nicht gesichert“. Auf nochmalige Anfrage bei Aldi hieß es: „Wir können versichern, dass wir grundsätzlich nur Produkte anbieten, die von unseren Kunden bedenkenlos konsumiert werden können“, so ein Pressesprecher. Aufgrund der Qualitätsanforderungen lassen man alle Artikel im Sortiment regelmäßig durch akkreditierte, unabhängige Prüfinstitute untersuchen. „Im Falle des 2014er Rivaners bestand zu keinem Zeitpunkt eine gesundheitliche Gefahr für Kunden.“ Der Wein sei vorsorglich aus dem Verkauf genommen worden. Wer möchte, könne den Wein aber zeitlich unbegrenzt und ohne Vorlage des Kassenbons bei Aldi zurückzugeben. Der Kaufpreis werde dann erstattet. In einer Filiale in Dresden war das am Dienstag auf Anfrage jedoch nicht bekannt. Eine Verkäuferin sagte: „Wir haben keine solche Anweisung.“

Bisher wurde in Sachsen kein Wein mit Rückständen des unerlaubten Pflanzenschutzmittels Dimethoat gefunden, der eine Gesundheitsgefahr für Verbraucher dargestellt hätte. Die Winzergenossenschaft will sich am Mittwoch zum Stand der Untersuchungen ihrer Weine äußern. Gerüchte, wonach wegen der Krise die Auszahlung von Traubengeld für die Erzeuger eingefroren wurde, wies ein von der Genossenschaft beauftragter Sprecher zurück.

Bisher ist bekannt, dass mehrere sächsische Weine einer Privatkellerei und der Genossenschaft nicht verkehrsfähig sind, weil sie Rückstände des im Weinbau verbotenen Insektizids Dimethoat enthalten. Die Trauben stammen von mutmaßlich zwei Erzeugerbetrieben. Das zuständige Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Geologie ermittelt.

Von Lars Müller

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