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Indianerland im Lößnitzgrund: 23. Karl-May-Festtage nehmen "Indian Spirit" in den Fokus

Indianerland im Lößnitzgrund: 23. Karl-May-Festtage nehmen "Indian Spirit" in den Fokus

In der nächsten Woche ist es wieder soweit: Hobby-Indianer und Feierabend-Cowboys versammeln sich im Radebeuler Lößnitzgrund, um die 23. Karl-May-Festtage zu feiern.

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Der Festival-Sonntag fällt - glücklicher Zufall - auf den Kindertag. Kinder, die dann als indianische Helden verkleidet sind, bekommen freien Eintritt auf das Festgelände, wo sie wie diese beiden Goldschürferinnen ihr Glück bei einem der vielen Mitmachangebote erproben können.

Quelle: André Wirsig/Kulturamt Radebeul

Beim Programm haben die Organisatoren im städtischen Kulturamt auf Bewährtes gesetzt, es gibt aber auch eine Reihe von Neuerungen.

So ist der Oneida-Häuptling Ray Halbritter wie im Vorjahr Schirmherr des Fests, zu dem 30 000 Besucher erwartet werden. Er wird am Hohen Stein Tänze, Handwerk und indianische Kultur vorstellen. Nach dem Erfolg der Filmnächte im vorigen Jahr, gibt es auch bei den diesjährigen Festtagen am Freitag und Sonnabend Filme zu sehen, die sich passend zum Festmotto "Indian Spirit" mit der Spiritualität der amerikanischen Ureinwohner auseinandersetzen. Selbstverständliche Programmteile sind das Treiben in den Westernstädten, die regelmäßigen Überfälle auf den Lößnitzdackel, die Sternreiterparade am Sonntag und die Kostproben, die das Landesbühnen-Ensemble bietet.

Neu ist dagegen die Station "Im Land der Pachamama", wo Besuchern Musik, Tanz, Geschichten und Rituale der indianischen Anden-Völker nähergebracht werden sollen. Außerdem haben die Verantwortlichen um Programm-Chef Helmut Raeder geschickt den Kindertag am 1. Juni integriert, der auf dem Festival-Sonntag fällt. Kinder, die an diesem Tag im Indianerdress erscheinen, bekommen freien Eintritt. Jede Menge Mitmach-Angebote sind ohnehin fester Bestandteil bei den Karl-May-Festtagen.

Traurig sind die einschneidenden Veränderungen, die mit dem unerwarteten Tod des nur 49-jährigen Dwayne Frost zusammenhängen. Der Cree-Indianer hatte die Karl-May-Festtage in den letzten Jahren entscheidend mitgeprägt, sei es mit seinen Wandgemälden am Hohen Stein, den dortigen Darbietungen oder auch als Kunsthandwerker, der den jährlichen Preis für das Turnier im Sternreiter-Camp und die Friedenspfeife herstellte, die der am weitesten zu Pferde gereiste Sternreiter vom Landesbühnen-Winnetou überreicht bekommt. Noch zwei Siegerskulpturen aus der Hand Dwayne Frosts besitzt das Kulturamt, für eine echt indianische Friedenspfeife konnte kein neuer Hersteller gefunden werden. "Das hat mit dem Wiederentdecken der indianischen Kultur durch die neue Generation zu tun", sagt Raeder. Originale Kultgegenstände seien inzwischen schlicht zu teuer, weshalb es in diesem Jahr eine Nachbildung tun muss.

Die Friedenspfeife wird auch bei einem Diskussionsabend am Hohen Stein eine wichtige Rolle spielen. Claudia Kaulfuß, Chefin im Karl-May-Museum, will dort mit Cecil E. Pavlat ins Gespräch kommen. Der ist der Rückführungsbeauftragte der Chippewa-Indianer und hatte im Winter für Schlagzeilen gesorgt, weil er die im Museum zur Schau gestellten Skalpe zurückforderte. Die Festverantwortlichen hatten in dem Streit vermittelnd eingegriffen und Pavlat kurzerhand zu den Karl-May-Festtagen eingeladen, damit dieser sehen könne, wie behutsam in Radebeul mit der indianischen Kultur umgegangen wird. Dass er sein Kommen zugesichert hat, wird allgemein als gutes Zeichen verstanden. Kaulfuß' Entscheidung, sämtliche Originalskalpe aus der Ausstellung zu nehmen, habe die Wogen geglättet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 20.05.2014

Uwe Hofmann

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