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In vino veritas: Tag des offenes Weingutes

In vino veritas: Tag des offenes Weingutes

Hand aufs Herz und raus mit der Wahrheit: Der 14. Tag des offenen Weingutes lädt am Wochenende wieder zum Picheln ein. Von Diesbar-Seußlitz im Westen über Meißen, Coswig, Radebeul Dresden und Pillnitz im Osten öffnen die sächsischen Weingüter ihre Pforten und präsentieren die edelsten ihrer Tropfen.

Besucher können staunen, kosten, lachen, entdecken. Sogar festsitzen und hängenbleiben in Gärten, auf Wiesen und Stühlen ist ausdrücklich erlaubt. "Wo Wein wächst, sind die Menschen gesellig", glaubt der Radebeuler Winzer Volker Gerhardt. "Entdecken Sie die Kulturlandschaft um den Weinbau", lädt der junge Winzer Karl Friedrich Aust alle Weinkenner und Weintrinker ein, solche, die es werden wollen oder sonst irgendwie interessiert sind. Und: Weil den Winzern der Region dieser Tag so wichtig ist und noch dazu die neue Ernte vor der Tür steht, kommt auch die Weinkönigin überall mal vorbei. Schauen Sie tief ins Glas, genießen Sie die Region und auch die Heimat!

Haus Steinbach: Bier, Wein und Reben auf der Streuobstwiese

Eines stellt Volker Gerhardt gleich zu Beginn klar: "Es gibt Teetrinker, Kaffeetrinker, Biertrinker und eben auch Weintrinker." Der Winzer des Radebeuler Weingutes Haus Steinbach gibt sich bescheiden. Wein ist für ihn Leidenschaft, keine Ideologie. Aber eines ist ihm doch wichtig: "Biertrinker können Sie nicht zum Weintrinker machen und umgekehrt!" Und dann verrät er ein Geheimnis: "Es gibt in Radebeul einen Winzer, der lieber Bier trinkt als Wein." Für Volker Gerhard trifft das jedoch nicht zu. Er liebt seinen Wein. Der Elektroingenieur, der jetzt in Rente ist, hat sich die Sache mit dem Wein als Autodidakt ganz allein beigebracht. Auch die Rebstöcke hinterm Haus stehen eher zufällig da. Im Jahr 1969, als der Thüringer nach Radebeul kam, war hier noch eine Streuobstwiese. "Doch so viel Birnensaft konnte ich gar nicht trinken", erklärt der Winzer lachend. Also wurden die Obstbäume gerodet, die Weinstöcke gepflanzt und ab 1995 auch der Wein selbst hergestellt. Fünf Jahre später war Gerhardt so professionell, dass er seine ersten Weine verkaufte. Heute produziert er sieben Sorten, Weiß- und Rotwein, am Wochenende gibt es sogar lieblichen Rosé und süßen Kerner. Der Wein ist direkt bei ihm, im Fachhandel und in ausgewählten Gaststätten erhältlich. "Einmal haben es unsere Tropfen sogar bis nach Hamburg geschafft", erklärt Gerhardt stolz. Im Duo mit seinem Sohn Lutz managt er das Weingut, zu dem auch ein Weinkeller gehört.

Einen Hektar Fläche umfasst das Weingut in der Bennostraße. Mehrere tausend Reben stehen mit weingrünen Blättern am Fuße der großen Hänge. Das reicht für etwa 5000 Flaschen pro Ernte. Doch nun die wichtigste Frage: Wie wird die Ernte dieses Jahr? "Wir hoffen auf gute Qualität, die Menge ist aber bescheiden", sagt Gerhardt. Zur Blütezeit sei es kalt gewesen. Doch ein goldener Herbst steht bevor. Hoffentlich! Und: Prost!

Weingut Aust: Baustellenkindheit, Vision und Wein(t)raum

Winzer Karl Friedrich Aust schwebt auf den Dielen zur Tür hinein. Das Haus ist alt, er jung, 150 Jahre trennen beide. Aust erinnert sich gern zurück: Damals die wilden, ungeordneten Anfangsjahre, die Euphorie, die Visionen und die Freude, etwas entstehen zu sehen. Natürlich gab es auch Zweifel, was haben sie genagt. Doch am Ende stand immer die Erleichterung: Das Konzept schien wirklich aufzugehen, wer hätte das zu glauben gewagt. Wein aus Sachsen, Radebeul - und das auch noch erfolgreich.

Ein bisschen hat es Aust auch für seine Eltern gemacht, sie haben davon geträumt, dafür geschuftet, sich gesorgt. "Ich bin auf einer Baustelle groß geworden", erinnert sich der 35-Jährige. Die Gutsanlage sollte saniert werden, doch Schwierigkeiten gab es immer. Material fehlte, eine Beton-Schule "Typ Dresden" war vom SED-Staat im hinteren Garten und dem anliegenden Weinberg geplant. Umso mehr freut sich Aust heute, wenn die Türen zum Tag des offenen Weingutes wieder öffnen, fröhliche Menschen auf den Hof strömen, quatschen oder bei der Führung über den Weinberg andächtig lauschen.

Viele Jahre galt Aust als der jüngste Winzer in Sachsen. Der gelernte Steinmetz hat damals nach der Schule nicht gedacht, dass er wieder auf dem Hof seiner Kindheit landen würde. Er reiste in die USA, arbeitete in Köln und lernte dann Prinz zur Lippe kennen. Ein Wendepunkt. Dieser machte ihm Mut, dass es klappen könnte, die Sache mit dem Wein. Und dann sind wir wieder am Anfang, beim ersten Tag des offenen Weingutes im Jahr 1999. "Das war so ein großer Idealismus unter den Winzern", erinnert sich Aust. "Und es war wahnsinnig schön zu sehen, wie die Weingüter immer mehr wuchsen." Am Wochenende öffnet an der Weinbergstraße erstmals der Garten und auch die Liegewiese kann genutzt werden. So fühlt sich Glück an.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.08.2013

Katrin Tominski

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