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In der Heimat ist es am schönsten - Kamenz und Radeberg werben aktiv um Rückkehrer

In der Heimat ist es am schönsten - Kamenz und Radeberg werben aktiv um Rückkehrer

Die Städte Kamenz und Radeberg wollen ehemalige Einwohner, die nach der Wende in die alten Bundesländer gegangen sind, offensiv zur Rückkehr bewegen. Die Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos) beziehungsweise Gerhard Lemm (SPD) unterzeichneten jetzt den Vertrag für ein entsprechendes Projekt unter dem Motto "Ab in die Wachstumsregion Dresden.

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2500 offene Stellen hat die Arbeitsagentur Bautzen derzeit in ihrem Vermittlungspool. "Von 20 Prozent ist die Arbeitslosenquote auf weniger als zehn Prozent gesunken", berichtet Leiterin Shirin Khabiri-Bohr. Gute Aussichten also für all jene, die es zurück in die Heimat zieht, und die bislang wegen vermeintlich schlechter Jobaussichten damit gezögert haben. "Es hat in den letzten Jahren eine Entwicklung stattgefunden, die es uns erlaubt, mit gutem Gewissen zu sagen: Kommt zurück, denn hier habt Ihr eine Perspektive", erklären Dantz und Lemm.

Dabei sind sie jedoch realistisch genug, um einzuschätzen, dass die Anziehungskraft ihrer Städte allein nicht ausreicht, um frühere Lausitzer in Scharen zu einer Rückkehr in die Heimat zu bewegen. "Deshalb setzen wir auf Dresden als Zugpferd. Die sächsische Landeshauptstadt verfügt über eine Strahlkraft, von der auch die umliegenden Städte profitieren können."

Lemm ist selbst vor 24 Jahren den Weg aus dem Westen in die neuen Bundesländer gegangen. "Ich habe erlebt, wie sich die Lebensqualität immer mehr verbessert hat und mittlerweile höher ist als in vielen westlichen Regionen", erklärt der Radeberger OB. Denn neben den Jobaussichten spielen auch andere Faktoren eine Rolle bei einer so weit reichenden Entscheidung: Die Kosten für den Erwerb von Wohneigentum, Freizeit- und kulturelle Angebote, die Kinderbetreuung.

Letzteres war auch für Sylvia Müller und ihre Familie ein entscheidender Punkt: "Zuhause ist Zuhause. Der Gedanke war immer da, wieder hier leben und arbeiten zu können", sagt die gebürtige Görlitzerin, die sich in Itzehoe zur Ergotherapeutin ausbilden ließ und dort in diesem Beruf arbeitete. Als sie für ihren heute achtjährigen Sohn Lennart nach einer Möglichkeit zur ganztägigen Betreuung suchte, "musste ich mich dafür rechtfertigen." Heute besucht der Junge nach der Schule den Hort - "auch das ist hier besser geregelt."

Dantz und Lemm sehen ihr Projekt - an dem sich auch die IHK, die Handwerkskammer und mehrere Unternehmen beteiligen - als offenes Netzwerk: "Wir sind über jeden weiteren Mitstreiter froh." Die Stadt Großenhain habe bereits ihre Mitarbeit zugesagt. Weni- ger Erfolg hatten die Initiatoren hingegen in Bautzen und Hoyerswerda: "Dort setzt man lieber auf den oberzentralen Städteverbund mit Görlitz. Wir finden, dass beide Städte mit in unser Boot gehören", betont Dantz. Es gehe schließlich nicht darum, "Werbung für Dresden" zu machen, sondern darum, von der Nähe zur Metropole Dresden zu profitieren.

Bei der Ansprache der Zielgruppe setzen die Initiatoren ganz bewusst auf Emotionen. "Wir wollen die potenziellen Rückkehrer bei ihrem latent vorhandenen Heimweh packen", erklärt der Kamenzer OB. Dies soll mit persönlich adressierten Briefen geschehen. Freilich verschließe man nicht die Augen davor, dass es noch immer ein Lohngefälle zwischen Ost und West gibt, das manchen Ex-Lausitzer von der Rückkehr abhält. "Dem stehen aber in vielen Bereichen niedrigere Kosten - beispielsweise beim Erwerb von Wohneigentum - gegenüber", wie Lemm betont.

Uwe Menschner

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