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In Meißen verliebt, auf den Straßen unterwegs

Aliki Reyes ist Meißens neue Streetworkerin In Meißen verliebt, auf den Straßen unterwegs

„Wilhelm-Walkhoff-Platz, Käthe-Kollwitz-Park, Abends auch die Neugasse und die Triebischbrücke, außerdem der Beyerlein-Platz“, zählt Aliki Reyes auf, wo man sie demnächst in Meißen öfter sehen wird. Die 35-Jährige hat im Juli als Streetworkerin angefangen, nachdem die Stelle etwa ein Jahr lang nicht besetzt war.

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Aliki Reyes ist die neue Streetworkerin in Meißen. Sie sagt von sich selbst, dass sie schon immer ein Herz für sozial am Rande stehende gehabt habe.

Quelle: Uwe Hofmann

Meißen. „Wilhelm-Walkhoff-Platz, Käthe-Kollwitz-Park, Abends auch die Neugasse und die Triebischbrücke, außerdem der Beyerlein-Platz“, zählt Aliki Reyes auf, wo man sie demnächst in Meißen öfter sehen wird. Die 35-Jährige hat im Juli als Streetworkerin angefangen, nachdem die Stelle etwa ein Jahr lang nicht besetzt war. Sie will nach eigener Angabe „70 Prozent“ ihrer Arbeitszeit auf der Straße verbringen – an den Orten, wo sich Jugendliche und Kinder treffen.

„Ich bin positiv überrascht, wie offen die Jugendlichen auf mich reagiert haben“, berichtet Reyes von ihren ersten Runden, bei denen sie sich ihrer jungen Klientel vorgestellt hat. Probleme sieht die gebürtige Brandenburgerin vor allem in armen und bildungsfernen Elternhäusern begründet. Eine Einschätzung, die Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) bestätigt. Weil man in der Sozialarbeit oftmals Eltern und Kindern der gleichen Familie begegne, sei eine gute Zusammenarbeit der Straßensozialarbeiterin mit anderen Stellen wichtig. Reyes wird deswegen anders als Vorgängerin Susann Fink nicht am Kynastweg ihr Domizil aufschlagen. Vorerst hat sie einen Beratungsraum im Roten Haus der Stiftung Soziale Projekte Meißen (Sopro) an der Nossener Straße, bei der sie auch formal angestellt ist, wenngleich ihr Gehalt von Stadt und Landkreis bezahlt wird. Wenn zum Jahresende die Alte Gärtnerei an der Dresdner Straße fertig saniert ist, wird Reyes dort ein Büro erhalten. Ob sie ganz umzieht, sei aber noch nicht entschieden. Der Standort dort hat den Vorteil, dass Drogenberatung und Jugendgerichtshilfe ganz in der Nähe zu bekommen sind. „Ein Gutteil meiner Tätigkeit wird Beratung sein“, sagt Reyes. Dazu gehöre auch, dass man Probleme anspricht, den Anstoß zu Lösungen gibt und vielleicht auch mal einen Gang zur Beratungsstelle mitgeht, ergänzt OB Raschke.

2014 wurde mit Fink die erste Meißner Streetworkerin angestellt, die sich nach gut einem Jahr beruflich anders orientierte. Wegen konzeptioneller Überlegungen und weil wegen der zwischenzeitlich in die Höhe geschnellten Asylbewerberzahlen der Markt für Sozialarbeiter wie leergefegt war, hat es laut OB Raschke ein Jahr mit der Neubesetzung gedauert. Dabei lebt die neue Stadtsozialarbeiterin Reyes bereits seit vier Jahren in Meißen. „Die Liebe hat mich hierher gebracht – und dabei habe ich mich in Meißen verliebt“, sagt sie. Die Tochter eines griechisch-kubanischen Paares hat Erziehungswissenschaften und Soziologie an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg studiert und anschließend berufsbegleitend Heilpädagogik an der Sozialen Akademie Chemnitz draufgesattelt. In Meißen hat sie bisher auch in einer heilpädagogischen Einrichtung der stationären Jugendhilfe gearbeitet.

Den geregelten Tagesablauf, der den Kindern dort beigebracht wurde, empfindet Reyes selbst als zu enges Korsett. Sie habe sich gerade wegen der flexiblen Arbeitszeiten, die sich letztlich nach ihrer Klientel zwischen 14 und 27 Jahren richtet, für die Stelle entschieden. „Wer mich kennt, der weiß dass ich gerne arbeite. Und das gerne auch abends“, sagt sie. Pläne für erste Projekte hat sie auch schon im Kopf, auch wenn sie sich ihr Netzwerk noch aufbauen müsse, wie sie sagt. So will sie als erstes einen Mädchentreff ins Leben rufen, bei dem junge Frauen beim Backen und Kochen miteinander ins Gespräch kommen können – ohne dass dabei die männlichen Altersgenossen dazwischenfunken. Für OB Raschke ist das auch ein niederschwelliges Angebot, Lebenspraxis zu erlernen. Viele wüssten ja heute nicht mehr, wie sich ein Gericht zubereiten lässt, dass nicht zuvor in einer Assiette gekauft wurde, sagt er. Weitere Vorhaben könnten Hip-Hop- und Breakdance-Projekte sein. Auch dabei verbirgt sich Kompetenzvermittlung in einem vordergründig auf Spaß orientiertem Konzept.

Von Uwe Hofmann

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