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In Bärenfels beginnt das 11. Puppentheaterfest

In Bärenfels beginnt das 11. Puppentheaterfest

Tod und Teufel, Räuber und Krokodil, Zauberer und Hexe heißen die Schreckgestalten, gegen die es nur eine Hilfe gibt: den Kasper.

Pirna. Manchmal ist er ja ein bisschen einfältig, dieser Kasper, muss dann von den Kindern lauthals gewarnt werden, aber letztlich siegt er nicht nur zur Freude von Gretel und Großmutter am Ende immer über sämtliche Bösewichte. Wie? Nicht selten unter Zuhilfenahme einer Klatsche (auch Pritsche genannt). Der Kuschelpädagogik ist der bekennende Zipfelmützenträger deshalb ein Gräuel. Wie auch immer: Aus diesem Schlagstock leitet sich der Begriff Slapstick für dieselbe Form der Komödie ab, wenn man dem Informationsdienst Wikipedia Glauben schenken darf.

"Keine Sause ohne Kasper" ist auf der Postkarte zu lesen, mit der die Puppenbühne Hellwig für sich wirbt. Und ohne Kasper läuft auch beim 11. Osterzgebirgischen Puppentheater nichts, das vom morgen bis Sonntag in und um das osterzgebirgische Bärenfels über die Bühne gehen wird. Das Puppentheater Zwickau präsentiert am Sonnabend, 16 Uhr in der Herklotzmühle in Seyde die Inszenierung "Wenn der Kasper aber nun ein Pech hat". Darin will der Kasper seiner Liebsten, Gretel, eine Überraschungsbratwurst schenken, doch mit einem Mal taucht der Teufel auf und bringt die ganze schöne Idee durcheinander. Gegen ein Alleswunschpulver tauscht er die Bratwurst ein. Und damit überrascht Kasper seine Gretel, die sich sogleich ein goldenes Kleid wünscht. Aber statt Gretel im goldenen Kleid erscheint das Pech. So war das alles nicht gedacht. Und auch die Puppenbühne Jens Hellwig aus Radebeul zeigt ein Kasperstück, nämlich am Sonntag, 11 Uhr, am selben Ort: "Der Goldschatz in der Herklotzmühle".

Gezeigt wird künstlerisches Figurentheater in allen Facetten: vom traditionellen Handpuppenspiel bis zum modernen Objekttheater, wobei die Puppenbühnen aus den unterschiedlichsten Ecken Deutschlands anreisen. Unter den elf Puppen- und Figurentheatern, die das diesjährige Fest gestalten, sind vier, die erstmalig gastieren. Alles in allem sind 21 Vorstellungen angesetzt.

Weit über die Region hinaus bekannt

Das Programm enthält drei Stücke nach Theodor Storm, dem Dichter von der "Waterkant", der mit seiner Novelle "Pole Poppenspäler" allen reisenden Puppenspielern ein Denkmal gesetzt hat. Sturm nannte seine Heimatstadt Husum "Die "graue Stadt am Meer", aber wer mal dort war, weiß, dass die graue Stadt ganz schön bunt sein kann. Adaptionen von "Der kleine Häwelmann", "Die Regentrude" und der Novelle "Der Schimmelreiter" sind zu sehen. Das Kobalt Figurentheater Lübeck hat sich der berühmten Novelle Storms um den Deichbaumeister Hauke Haien und den Spuk des gespenstischen Reiters angenommen.

Auch ein Vortrag, den Lars Rebehn, Kurator der Puppentheatersammlung Dresden am morgigen Freitag hält, ist Storm gewidmet. Rebehn zeigt, dass Storm für "Pole Poppenspäler" viele Informationen sammelte, das meiste in Zeitschriften und Zeitungen fand. Zudem soll ein Zusammenhang mit dem Marionettentheater in Sachsen bestehen. Und Rebehn spricht auch über die Puppenspielerfamilie Richter aus Geising. Der Vortrag ist im Anschluss an das "17, blond und scharf wie Rettich" betitelte und vom Figurentheater marotte aus Karlsruhe dargebotene Handpuppenspiel, mit dem die diesjährige Ausgabe des Osterzgebirgischen Puppentheaterfestes eröffnet wird, zu hören.

Seit seiner Premiere 2005 hat sich das Festival zu einem kulturellen Höhepunkt weit über die Region hinaus entwickelt. Zu seinen Besonderheiten gehört, dass sich das Fest sowohl an Kinder wie an Erwachsene wendet. Das entspricht dem Wirken von Paul Hölzig, einem der besten Puppenspieler Sachsens nach dem Zweiten Weltkrieg. In Bärenfels fing er mit seiner Kunst neu an, nachdem er in der Bombennacht von Dresden im Februar 1945 alles verloren hatte. Unter dem Namen "Bärenfelser Puppenspiele" und mit einer Kasperfigur, die noch heute als "Bärenfelser Kasper" bekannt ist, hat er den kleinen Ort damals schon weit über die Region hinaus bekannt gemacht.

Initiatoren des Festes sind der Bärenfelser Gastwirt Jan Kempe und der Puppenspieler Hans-Joachim Hellwig aus Dresden. Spielorte sind zehn Gasthöfe, Hotels und Säle der gesamten Region. Gefördert wird das Puppentheaterfest von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und zahlreichen Sponsoren.

Karten für Tagesveranstaltungen: Kinder 4 Euro, Erwachsene 6 Euro; Abendveranstaltungen: Erwachsene 12 Euro

Eröffnung im Gasthof Bärenfels (Freitag, 19.30 Uhr): 15 Euro

www.puppentheaterfest.de

Christian Ruf

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