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Immer auf Augenhöhe mit den Kindern: Natalia Bukhtiarova aus der Ukraine hilft als Freiwillige in Radebeuler Kita

Immer auf Augenhöhe mit den Kindern: Natalia Bukhtiarova aus der Ukraine hilft als Freiwillige in Radebeuler Kita

Natalia Bukhtiarova hat sich hingehockt. So kann sie sich im Hof der Kindertagesstätte Harmoniestraße besser mit den zwei- und dreijährigen Knirpsen unterhalten.

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Natalia Bukhtiarova ist in der Ukraine zu Hause. Es wäre schon viel geholfen in ihrem Land, wenn alle Menschen die zehn Gebote einhalten würden, sagt sie.

Quelle: Martin Förster

Auf Augenhöhe sozusagen. Keine Frage, die Kleinen mögen die zierliche junge Frau mit dem leichten Akzent. Die 27-jährige Ukrainerin macht gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Radebeuler Kita. Ob sie hier bleiben oder wieder zurückgehen wird, weiß sie noch nicht.

Wo genau sind Sie zu Hause?

In Lebedyn. Die Stadt liegt im Norden der Ukraine und hat 25 000 Einwohner. Lebedyn grenzt zwar auch an Russland, aber es ist nicht gefährlich dort.

Wie sind Sie nach Deutschland gekommen?

Über die Initiative Christen für Europa, die auch in Dresden sitzt. Der Verein koordiniert die Freiwilligendienste in Europa.

Wie sieht Ihr Tag aus?

Ich arbeite jeden Tag von 8 bis 16 Uhr hier in der Kita an der Harmoniestraße. Ich kümmere mich gemeinsam mit Erzieherin Karin Wolf um insgesamt 13 zwei- und dreijährige Kinder, singe, spiele, bastle mit ihnen und lese ihnen vorm Mittagsschlaf etwas vor. Das macht mir Spaß.

Wie gefällt es Ihnen in Radebeul?

Vor allem die alten Bäume und Häuser in Altkötzschenbroda haben mir am Anfang so gut gefallen. Und ich höre immer das Läuten der Kirchenglocken. Da fühle ich mich wie im Mittelalter.

Wie geht es weiter für Sie?

Im Februar habe ich die Deutschprüfung geschafft, und im September beginne ich an der Evangelischen Hochschule in Dresden ein dreijähriges Studium zur Bildung und Erziehung in der Kindheit. Da geht es um Kinder zwischen 0 und zehn Jahren. Anschließend kann ich im Kindergarten oder im Hort arbeiten. Ob ich nachher hier bleibe oder wieder nach Hause zurückgehe, weiß ich noch nicht.

Leben Ihre Eltern in der Ukraine, wie geht es ihnen dort?

Sie wohnen dort, und es geht ihnen auch ganz gut. In unserer Familie gibt es fast nur Lehrer. Mein Vater, meine Oma und auch Tante und Onkel - alle sind Pädagogen. Vor einem Jahr war ich das letzte Mal zu Hause. Das ist schon sehr lange. Manchmal habe ich Sehnsucht. Gut, dass wir hier Internet haben. Ich unterhalte mich jeden Abend über Skype mit meinen Eltern.

Sie haben auch in Ihrer Heimat schon im Kindergarten gearbeitet. Inwiefern unterscheiden sich ukrainische von deutschen Kitas?

Hier in Deutschland gehen zwei-, drei- und vierjährige Kinder in eine Gruppe. Das gibt es bei uns nicht. Da sind nur Gleichaltrige in einer Gruppe. Und anders als hier sind in der Ukraine Erzieherinnen häufig Autoritätspersonen. Die Kinder müssen alles machen, was sie sagen. Ich habe dort aber auch schon in Kitas gearbeitet, wo die Kinder kreativ sein können und ihre Meinung sagen dürfen. Das hängt immer von der Erzieherin ab. In meiner Heimat war es zum Beispiel auch so, dass die Kinder das fertige Essen zugeteilt bekommen haben. Hier frage ich immer: Wieviel willst du essen? Möchtest Gemüse oder nicht?

Bekommen alle Eltern, die es möchten, einen Platz im Kindergarten?

Das ist eine komplizierte Angelegenheit. Sobald das Kind geboren ist, müssen es die Eltern im Kindergarten anmelden. Dann haben sie eine Chance auf einen Platz. Und ich weiß, dass im Moment viele Kinder geboren werden in der Ukraine.

Wie unterscheiden sich die Menschen dort von uns Deutschen?

Sie unterscheiden sich gar nicht. Es gibt hier wie dort hilfsbereite und weniger freundliche Leute. Als ich ganz am Anfang in Radebeul eine Adresse mal nicht fand, habe ich Leute auf der Straße gefragt und sie haben gesagt: Wir wissen es auch nicht, aber wir schauen mal im Handy nach. Da war ich froh.

Es kommen keine guten Nachrichten aus der Ukraine. Was würden Sie ändern in Ihrem Land, wenn Sie könnten?

Ich glaube, es wäre schon viel geholfen, wenn alle Menschen die zehn Gebote einhalten würden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.07.2014

Katrin Richter

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