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Im Stadtmuseum Pirna geht das Klosterbuch-Projekt voran

Im Stadtmuseum Pirna geht das Klosterbuch-Projekt voran

Mit Klosterkirche, Kapitelsaal und Sommerrefektorium besitzt die Stadt Pirna die bedeutendsten Reste einer Dominikaner-Abtei in Sachsen.

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Das Stadtmuseum von Pirna befindet sich in den einzigen im Freistaat erhaltenen Bauten eines Dominikanerklosters.

Quelle: Silvio Kuhnert

Pirna. Von Silvio Kuhnert

Mit der Reformation verließen einst die Mönche ihr Kloster und die Stadt. Heute befindet sich in den Klosterbauten das Stadtmuseum. Am kommenden Freitag und Sonnabend ist es Schauplatz einer wichtigen Tagung. Seit 2010 forschen und schreiben reichlich 60 Autoren an einem sächsischen Klosterbuch. Bei dem zweitägigen Kolloquium "Neue Forschungen zu sächsischen Klöstern. Ergebnisse und Perspektiven" tauschen sie sich bei Vorträgen und Diskussionen über ihre Forschungsergebnisse aus.

Um 1300 kamen aus Leipzig die ersten Dominikaner in die Elbestadt und siedelten sich nahe dem Elbtor, auch "Brüdertor" genannt, an. Bis zu 30 Bettelmönche sollen in den Klostermauern gelebt haben, schreibt Albrecht Sturm im Stadtführer "Pirna". Im Jahr 1539 begann die Auflösung der Abtei. Neun Jahre später bezogen "weltliche Einwohner" die Gebäude entlang der Dohnaischen Straße und funktionierten sie zu Werkstätten und Wohnungen um. Das Kloster erlebte viele Nachnutzungen. Eine war das Zollamt. "Die Zollverwaltung zog an den oberen Klosterhof und nutzte die Klosterkirche als Depot", berichtet Museumsleiter René Misterek. Gebäude des früheren Klosters, die keine neue Nutzung erfuhren, wie zum Beispiel der Chor der Kirche, verfielen.

Abteien in ganz Sachsen erlebten ein ähnliches Schicksal oder verschwanden mit der Zeit ganz von der Landkarte. "Vor der Reformation gab es 75 Klöster, Stifte und Kommenden", berichtet Dirk Martin Mütze. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde in Dresden und arbeitet mit Sabine Zinsmeyer unter Leitung von Enno Bünz an dem Projekt "Sächsisches Klosterbuch". Zusammen mit Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen wie Wirtschaftsgeschichte, Baugeschichte oder Bibliotheksgeschichte treiben sie akribische Forschungsarbeit. Sie betreten dabei Neuland oder knüpfen an Forschungen an, die vor rund 100 Jahren abgebrochen wurden. Ihre Ergebnisse fassen sie in einer Publikation zusammen. "Das Klosterbuch wird die 75 Institutionen aus historischer, kunsthistorischer und archäologischer Perspektive beschreiben", so Mütze.

Voraussichtlich Ende 2013 soll das Werk erscheinen. Das Buch richtet sich nicht nur an den Wissenschaftsbetrieb, sondern auch an interessierte Laien. Vorbild ist das Klosterbuch aus Brandenburg aus dem Jahr 2007. "Es hat rund 1300 Seiten. In dem Umfang wird sich auch unsere Publikation bewegen", sagt Mütze. Eine weitere Veröffentlichung ist über die Tagung in Pirna geplant. Sie bildet nicht nur das Abschlusstreffen des Projektes, sondern ist auch Podium für Forschungsergebnisse, die in dem Klosterbuch aufgrund der systematischen Gliederung keine entsprechende Würdigung finden können. In den rund 18 Vorträgen werden zum Beispiele neue Erkenntnisse über die seltenen Orden der Magdalenerinnen und Serviten präsentiert.

Ein Referat legt Museumsdirektor Misterek den Pirnaern besonders ans Herz. Am Freitag um 20.30 Uhr spricht im Kapitelsaal Enno Bünz über den Ablass-Prediger Johann Tetzel. Der Eintritt ist kostenlos.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.10.2012

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