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Im Juli gibt es den fünften CSD in Pirna

Reggenbogenflagge weht in der Sandstein-Stadt Im Juli gibt es den fünften CSD in Pirna

Pirna zeigt wieder (Regenbogen-)Flagge. Am 9. Juli findet auf dem Marktplatz erneut ein Christopher Street Day (CSD) statt – und dies bereits zum fünften Mal. Was an dem Fest- und Aktionstag für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben geplant ist, verraten Christian Hesse und Jana Gadow vom CSD Pirna e.V. im DNN-Interview.

Rühren die Werbetrommel für den fünften Christopher Street Day in Pirna: Jana Gadow und Christian Hesse.

Quelle: Silvio Kuhnert

Pirna. Pirna zeigt wieder (Regenbogen-)Flagge. Am 9. Juli findet auf dem Marktplatz erneut ein Christopher Street Day (CSD) statt – und dies bereits zum fünften Mal. Was an dem Fest- und Aktionstag für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben geplant ist, verraten Christian Hesse und Jana Gadow vom CSD Pirna e.V.

Frage: Zum fünften Mal gibt es in diesem Jahr einen Christoper Street Day in Pirna. Hat sich der CSD in der Sandstein-Stadt etabliert?

Christian Hesse: Der CSD ist ein fester Bestandteil der Stadt Pirna sowie im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge geworden. Es ist wichtig an diesem Tag festzuhalten und ihn weiterzuführen, um für Aufklärung, Toleranz und Akzeptanz gegenüber verschiedener Lebensweisen und Liebesweisen zu sorgen.

Ist die Akzeptanz gegenüber gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in Pirna und der Region in den vergangenen fünf Jahren gestiegen?

Christian Hesse: In Pirna leben viele Homosexuelle und sie kommen als Gast und Touristen in die Stadt.

Jana Gadow: Das Bild von Pirna hat sich in den vergangenen Jahren verbessert, sei es durch den Christopher Street Day oder anderer Vereine wie der Aktion Zivilcourage.

Christian Hesse: Pirna wird bunt!

Jana Gadow: Leider ist auch ein kleiner Rückschritt zu beobachten. In den vergangenen Monaten sind viele intolerante Menschen bundesweit auf die Straße gegangen. Dies bekamen wir zum Flashmob am Aktionstag gegen Homophobie zu spüren. Aber von Störaktionen lassen wir uns nicht beeindrucken oder einschüchtern. Umso wichtiger ist es, dass wir auch dieses Jahr wieder Flagge zeigen.

Der CSD findet am 9. Juli statt. Was ist an dem Tag auf dem Pirnaer Marktplatz geplant?

Christian Hesse: Eröffnung ist um 15 Uhr.

Gegen 16 Uhr steht eine Podiumsdiskussion auf dem Programm. Im Podium nehmen Politiker von CDU, SPD, Grünen und Linken sowie Vertreter der Lesbisch-Schwulen Union, Interessenvertretung für Lesben, Schwule und Bisexuelle in der CDU/CSU, und der Aids Hilfe Dresden Platz. Ein Schwerpunktthema wird der Umgang mit homosexuellen Flüchtlingen sein. Des Weiteren wollen wir den aktuellen Stand zur Eheschließung gleichgeschlechtlicher Paare thematisieren. Die Besucher des CSD können sich aktiv an der Diskussion beteiligen und ihre Fragen stellen. Am Abend findet die große Geburtstagsparty zu fünf Jahre CSD in Pirna statt. Auf der Bühne sorgen die Band „Soulmama“ aus Dresden und das Popduo „48Stunden“ aus Berlin für Live-Musik. An unserem Vereinsstand können die Besucher gegen eine kleine Spende ein Teelicht erwerben. Das Licht soll dann auf eine große Aids-Schleife gestellt werden. Mit jedem Teelicht wollen wir all jener gedenken, die weltweit an HIV erkrankt oder an den Folgen der Infektion mit dem Immunschwächevirus gestorben sind.

Der CSD wird oft mit einem bunten Fest verbunden. Er ist aber auch Demonstrationstag für die Rechte von Lesben und Schwulen. Welche politischen Forderungen haben Sie?

Jana Gadow: Wir wünschen uns ein tolerantes Miteinander im Landkreis. Eines unserer Hauptanliegen ist, dass homosexuelle Paare die gleichen Rechte wie heterosexuelle Paare bekommen, Hier hängt die deutsche Gesetzgebung im Vergleich zu dem ein oder anderen EU-Staat noch hinterher, beispielsweise bei der Adoption von Kindern.

Christian Hesse: Unser diesjähriges Motto lautet „Pirna zeigt Vielfalt“. Wir wollen zeigen, wie vielfältig Pirna und die Region sein können. Zu uns kann jeder kommen, egal welche Hautfarbe oder Nationalität er hat. Darüber hinaus soll und braucht in Deutschland niemand Angst haben, sich zu seiner Sexualität zu bekennen. In vielen Ländern ist dies leider immer noch nicht möglich, seine Homosexualität ausleben zu können, da Ausgrenzung, Gefängnisstrafen oder gar die Todesstrafe drohen. Schwule und lesbische Flüchtlinge sind bei uns herzlich willkommen.

Von Silvio Kuhnert

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