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„Ich wollte töten“ – Urteilsverkündung nach versuchtem Mord am Nachbar

Sieben Jahre und sechs Monate Haft „Ich wollte töten“ – Urteilsverkündung nach versuchtem Mord am Nachbar

„Wir haben schon viel erlebt, aber so einen Fall wie den Ihren hatten wir noch nicht“, erklärte die Vorsitzende Richterin Birgit Wiegand. Die Kammer verurteilte einen 64-Jährigen wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit versuchtem Totschlags zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten. Dem Angeklagten eigentlich zu wenig, er wollte lebenslang ins Gefängnis.

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Dietmar H. (l.) mit seinem Anwalt Jürgen Saupe. Einen Verteidiger hatte der Angeklagte zunächst abgelehnt. Begründung: Er will lebenslang ins Gefängnis.
 

Quelle: Foto: Monika Löffler

Coswig/Dresden.  „Wir haben schon viel erlebt, aber so einen Fall wie den Ihren hatten wir noch nicht“, erklärte die Vorsitzende Richterin Birgit Wiegand dem Angeklagten Dietmar H. bei der Urteilsverkündung Die Kammer verurteilte den 64-Jährigen wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit versuchtem Totschlags zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten. Dem Angeklagten eigentlich zu wenig, er wollte lebenslang ins Gefängnis. Es ist wirklich ein seltsamer Fall. Es gibt gelegentlich Obdachlose die im Spätherbst ein „Ding drehen“ um den Winter im „warmen Gefängnis“ zu verbringen - aber dass jemand einen Mord begehen will, um lebenslang ins Gefängnis zu kommen, ist sehr ungewöhnlich. Genau das hat Dietmar H. getan, zumindest hat er das immer wieder erzählt. „Ich wollte töten. Schade, dass es nicht geklappt hat. Wenn ich eine zweite Chance bekomme, tue ich es wieder.“

Der Angeklagte, ein notorischer und kontaktscheuer Einzelgänger, der sich aber nie etwas zu Schulden kommen ließ, kam mit seinem Leben und vor allem seinen Nachbarn nicht zurecht. Obwohl die ihm nichts getan haben, nennt er sie „Viehzeug“. Statt sich eine neue Wohnung zu suchen, plante er einen Mord, um im Gefängnis „seine Ruhe zu haben“. Eine Reisetasche mit den nötigen Utensilien hatte er schon lange vor der Tat gepackt. Am 24. Januar klingelte er bei einem 77-Jährigen, gehbehinderten Nachbarn und attackierte ihn sofort mit einem Hammer und einem Messer, und dann einen weiteren Mieter, der zu Hilfe kam. Beide wurden glücklicherweise nicht schwer verletzt.

Dietmar H. fühlt sich, so sagt er, wohl im Gefängnis. Aber er wird auch einmal entlassen. Was dann? Bemüht er sich um ein normales Leben oder macht er seine Drohung wirklich wahr? Seine Entlassung muss gut vorbereitet werden.

Von ml

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