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Hohe "Blitz"-Gefahr auf "Meißner" in Radebeul

Hohe "Blitz"-Gefahr auf "Meißner" in Radebeul

Auf der Meißner Straße in Radebeul wird zu schnell gefahren. Vor allem in Höhe der Autobahnbrücke an der Grenze zu Dresden wird häufig mehr Gas gegeben als erlaubt.

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Besonders schnell sind Raser auf der Meißner Straße in Höhe der Autobahnbrücke unterwegs.

Quelle: Martin Förster

Radebeul. Von Stephan Klingbeil

Dies ergibt sich aus der "Blitzerstatistik", die Ingolf Zill, Sachgebietsleiter Verkehr, im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt hat. Demnach kontrolliert die Stadtverwaltung regelmäßig an 41 Punkten die Geschwindigkeit. Vorrang bei der Auswahl der Messstellen hätten Schulen, Tempo-30-Zonen, Unfallschwerpunkte, Kitas, Wohngebiete, aber auch Abschnitte mit erhöhtem Fahrzeugaufkommen.

Viele Raser an Autobahnbrücke

Auf der Meißner Straße zum Beispiel fahren an den Messpunkten bis zu 20 000 Autos täglich vorbei, erklärte Zill. Das hätten Verkehrszählungen ergeben. Diese veranlasst die Stadt meist, bevor sie einen Mitarbeiter zum "Blitzen" losschickt. Entlang der Meißner Straße befinden sich zehn Punkte, an denen mobile Blitzer eingesetzt werden - an keiner anderen Straße in Radebeul wird mehr geblitzt. Laut Polizei ist die Meißner Straße allerdings - auch wegen der Bauarbeiten zwischen Radebeul-Mitte und West - "keine Raserpiste".

Dennoch traten die vier gröbsten Überschreiten im Stadtgebiet an der Autobahnbrücke auf. Die Raser waren dort mit 83 bis 99 km/h unterwegs. Erlaubt sind aber nur 50 km/h. Nach einer Messung im Mai wurden dort 98 Fahrer verwarnt, acht mussten Bußgeld zahlen. "Die Straße ist breit, es gibt weniger Bebauung am Straßenrand", erklärt Zill.

Der unrühmliche Spitzenreiter war dort fast doppelt so schnell unterwegs wie erlaubt. Er musste ein Bußgeld von 200 Euro zahlen und bekam einen Monat Fahrverbot sowie vier Punkte in der Flensburger Verkehrssünderdatei. Diese Strafe sei viel zu niedrig, fanden einige im Ausschuss. Ihnen ging es aber nicht um mögliche Einnahmen, sondern um die Sicherheitsgefährdung.

Die Raserei auf ihren Straßen haben auch Anwohner in Tempo-30-Zonen von Radebeul kritisiert. Ob die Stadt in den Gebieten überhaupt blitze, wollte Stadträtin Gabriele Schirmer (Bürgerforum/ Grüne) wissen. Daher hatte sie nach einer Übersicht gefragt, die die Stadtverwaltung nun als Bilanz vorgelegt hat. Dass darin der Bereich an Autobahnbrücke so mies abschneidet, überrascht die Stadträtin nicht. "Dass dort zu schnell gefahren wird, habe ich selbst schon erlebt", sagt sie. Doch was soll man dort tun gegen die Raserei?

Zill zufolge lässt sich das Problem dort nur durch Umbauten unterbinden. "Die Verkehrssituation kann sicherlich in den nächsten Jahren beim geplanten Ausbau der Meißner Straße mit dem Knoten Forststraße verbessert werden", sagte er. Geblitzt werde außerdem weiter in dem Bereich. Wenn die Stadt es als sinnvoll erachtet, könnten auch noch andere Kontrollpunkte hinzu kommen.

Kontrollen füllen Stadtsäckel

Nachdem der Kreis die Zuständigkeit für mobile Messungen im Stadtgebiet an Radebeul abgegeben hatte, begann die Stadt im März 2010 zu blitzen. Und Geld verdient sie mit den Aktionen auch. Zunächst wurden jährlich 170 000 Euro an Einnahmen erwartet. Inzwischen rechnet die Stadt jedoch schon mit 240 000 Euro. "Mit den mobilen Blitzern werden jährlich rund 200 000 Euro eingenommen", erklärt Zill.

Probleme mit Messtechnik

Im Jahr 2010 blitzten die Rathaus-Mitarbeiter insgesamt 27 000 Fahrzeuge. 5785 Ordnungswidrigkeitsverfahren waren die Folgen, 90 Prozent der Fahrer wurden aber nur verwarnt. Im Folgejahr 2011 waren es bereits 11 616 Ordnungswidrigkeitsverfahren, wobei die Fahrer in 11 026 Fällen lediglich eine Verwarnung erhielten. Der Anstieg von 2010 zu 2011 hänge auch damit zusammen, dass es anfangs Probleme bei Aufbau und Bedienung der Messtechnik gegeben habe, erläuterte Zill.

Über die angemietete Messtechnik des einzigen stationären Blitzers der Stadt an der Kötzschenbrodaer Straße soll demnächst neu entschieden werden. Ihren Mietvertrag über drei Jahre lässt die Stadt im Februar 2013 auslaufen. Radebeul hofft, nach einem möglichen Anbieterwechsel Geld zu sparen. Denn über die viel befahrene Messstelle am Wohngebiet werden im Monat nur 2500 Euro eingenommen. Die monatliche Miete kostet aber über 3000 Euro. Am Blitzer will die Verwaltung aber festhalten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.10.2012

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