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Hoffnungsschimmer für Badehaus

Hoffnungsschimmer für Badehaus

Ein riesiger Schutthaufen ist das Einzige, was vom einstigen Gesellschaftshaus der ehemaligen Kaltwasserheilanstalt Bad Schweizermühle noch übrig ist. Am 1. August gaben morsche Balken im Dach und im ersten Geschoss des Gebäudes nach.

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Quelle: dpa

Das denkmalgeschützte Haus stürzte ein (DNN berichteten). „Wir haben die Gefahr beseitigt“, sagt Frank Teichgräber, Vorsitzender des Fördervereins

Schweizermühle. Auch die noch stehengebliebenen Wände wurden abgetragen. Anfang September kommen die 26 Vereinsmitglieder zu

einer Versammlung zusammen. Ein großes Thema ist die weitere Zukunft der Schweizermühle.

Seit Anfang 2005 ist der Förderverein im Besitz der einstigen Kuranstalt und möchte das Brach liegende Areal wiederbeleben. Auch wenn das Gesellschaftshaus nun ein Schutthaufen ist, die Hoffnung auf einen Wiederaufbau ist noch nicht ganz begraben. Teichgräber möchte die Möglichkeiten im Baurecht ausloten und die Gesetze in

den nächsten Wochen genau studieren und gegebenenfalls Anträge stellen. Die Karten stehen allerdings schlecht. Das Areal befindet sich im Außenbereich, das Baurecht lässt einen kompletten Abriss und Neubau nicht zu.

Deshalb bleibt der Keller erhalten, um eine kleine Chance auf eine Renaissance zu wahren. Aber auch dann „wird es schwer aufgrund des Naturund Umweltschutzes eine Baugenehmigung zu erhalten“, berichtet Teichgräber. Zu Beginn der Woche war die Denkmalschutzbehörde vor Ort. Auch ihre Aussagen geben wenig Anlass zur Hoffnung. „Was einmal weg ist, ist weg“, zitiert Teichgräber sinngemäß das Fazit der Denkmalschützer. Im Jahr 1837 wurde die Kaltwasserheilanstalt ins Leben gerufen. Sie lockte Gäste aus aller Welt an, auch Blaublüter wie den sächsischen König Friedrich August III. Nach dem Zweiten Weltkrieg erholten sich hier Tuberkulosepatienten. Ende der 1960er Jahre zog ein Altersheim ein, dass Anfang der 1990er Jahre  Schloss. Seither sind die Gebäude der

Schweizermühle dem Verfall preisgegeben. Das Gesellschaftshaus ist nicht die einzige Ruine, die als Haufen endete. Der Verein musste bereits die Trümmer der Gaststätte und des Bettenhauses „Villa Austria“ beräumen.

Vom letztgenannten steht noch der Fahrstuhlschacht. Seine Tage sind allerdings gezählt. Auf der Mitgliederversammlung möchte der Verein einen Förderantrag erarbeiten. „Zur Renaturierung der Fläche“, informiert Teichgräber. Mit dem Abriss des Schachtes soll auch der Schutthaufen des benachbarten Gesellschaftshauses verschwinden. Auf der freien Fläche will der Förderverein eines seiner Ziele verwirklichen, und zwar Kultur ins Bielatal bringen. „Veranstaltungen und Musik sollen auf der renaturierten Fläche stattfinden“, sagt Teichgräber. Außerdem geht die Renovierung des Pferdestalls weiter voran. Das Dach ist bereits  emacht. Ein Wasseranschluss gelegt. „Im nächsten Jahr werden wir die Fassade neu verputzen“, kündigt der Vereinschef an. Die Innenräume bieten künftig Platz für Ausstellungen. Bevor sich die Vereinsmitglieder voll und ganz auf die „kulturelle Schiene“, wie Teichgräber meint,  konzentrieren können, muss noch für zwei Sorgenkinder eine Lösung her.

Neben dem Imbiss, den der Verein betreibt, befinden sich noch zwei leerstehende Gebäude. Für das einstige Badehaus zeichnet sich ein Hoffnungsschimmer ab. „Wir sind in intensiven Gesprächen mit einem Investor“, verrät Teichgräber. Nach einer Sanierung soll in dem Gebäude eine Gaststätte einziehen, so der Wunsch des Vereins. Kommt mit dem Investor noch in diesem Herbst eine Einigung zustande, „kann im nächsten Jahr bereits gebaut werden“, zeigt sich Teichgräber optimistisch. Das andere Sorgenkind ist das Bettenhaus „Anna Seghers“. Für dieses liegt ein Konzept für ein Ferienhaus mit sechs Wohnungen vor. Allerdings

muss für die Umsetzung noch ein Interessent anbeißen.

Silvio Kuhnert

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