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Hochwasser: Straßenzüge in Pirna und Meißen stehen unter Wasser

Hochwasser: Straßenzüge in Pirna und Meißen stehen unter Wasser

Pirna/Meißen. Während das Hochwasser in Dresden bisher nur geringe schäden anrichtet, sind die umliegenden Elbstädte bereits stark betroffen. In Pirna standen am Dienstag flussnahe Gebiete unter Wasser.

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Auch Königstein ist überflutet.

Quelle: dpa

Es kam zu Stromabschaltungen. In Meißen läuft das Wasser der Elbe in die Altstadt. Wie eine Sprecherin des Krisenstabs mitteilte, überspülten die Fluten in der Nacht zum Dienstag eine Schutzwand. Der Wasserstand habe am Dienstagmorgen bei knapp acht Metern gelegen. Die Schutzwand misst nur 7,85 Meter.

Fotos: [link:700-NR_DNN_62742-1] und dpa

Der Theaterplatz sei bereits überflutet worden. An der tiefsten Stelle stehe das Wasser einen halben Meter hoch, hieß es - Tendenz steigend. Eine Evakuierung sei noch nicht geplant, sagte ein Sprecher des Landratsamtes am Dienstagmorgen. Die Lage sei noch beherrschbar. „Wir rechnen mit ähnlichem, wenn nicht gar höherem Hochwasser als 2002“, sagte Ordnungsamtsleiter Markus Renner. Allerdings seien Stadt und Bürger besser vorbereitet als damals.

Die Bundesstraße 6 ist wegen Überflutung gesperrt. Geschäftsleute und Anwohner der gefährdeten Bereiche haben laut Renner ihre Sachen aus Keller und Erdgeschoss in Sicherheit gebracht. „Es herrscht eine gespannte Ruhe.“ Die meisten Anrufer am Infotelefon fragten nach der Befahrbarkeit der Stadt und abends waren die Bürger auf die Brücken geströmt. „Sie schauten gespannt und entsetzt über die Macht der Natur auf den Strom.“ Meißen sei fluterfahren, sagte Renner mit Verweis auf 2002 und 2006. „Inzwischen helfen auch die neuen Medien, die Menschen schnell zu informieren.“

In Pirna wurden Bewohner aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen. „Es gab aber keine Zwangsevakuierungen“, sagte Stadtsprecher Thomas Gockel am Dienstag. Notquartiere stünden bereit. Die Anlegestelle und erste Straßen hinter dem Bahndamm stehen schon im Wasser, auch ein Teil der Einkaufsstraße. Das elbaufwärts liegende Obervogelgesang sei bereits komplett überspült, dort kommen die Bewohner nur noch über die Notwege in ihre Häuser. „Und der Scheitel ist noch nicht erreicht.“

Auch am Tor zur Sächsischen Schweiz werden Erinnerungen an die Flutkatastrophe 2002 wach, als weite Teile der Pirnaer Altstadt unter Wasser standen. „Das steht uns noch bevor, aber wir sind darauf eingestellt“, erklärte Gockel. Bis auf ein Flutschutztor für die Stromanlagen gibt es bisher keine Hochwasserschutzmaßnahmen für die Elbe. „Das ist aber nicht für so ein Ereignis ausgelegt.“ In der Vergangenheit sei vorrangig der Hochwasserschutz an den Nebenflüssen umgesetzt worden, damit Pirna nicht von hinten überflutet werde. Die Behörden gehen davon aus, dass die Gebirgsflüsse in ihrem Bett bleiben, trotz Elbe-Rückstau.

Elbaufwärts in der Sächsischen Schweiz wurden die Orte Schmilka und Postelwitz evakuiert. „Viele Menschen haben sich auch selbst in Sicherheit gebracht“, sagte Annette Hörichs vom Landratsamt in Pirna. In Bad Schandau (Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) hätten bereits drei Hotels geschlossen, sagte die Sprecherin der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen, Ines Nebelung. „Auch die Innenstadthotels in Meißen und Grimma empfangen derzeit keine Gäste mehr.“ Zudem seien Anbieter von Ferienwohnungen betroffen.

Insgesamt seien die Anfragen nach Unterkünften und Informationen rückläufig. Sie hoffe, dass die Einbußen durch das Hochwassers nicht so hoch sein werden wie beim Hochwasser 2010, sagte Nebelung. Im Kurort Bad Schandau in der Sächsischen Schweiz hätten drei an der Elbe gelegene Häuser geschlossen. Zum Teil seien die Gäste in anderen Hotels untergebracht worden, berichtete Nebelung. Sehr stark betroffen sei auch der bei Touristen beliebte Radebeuler Ortsteil Altkötzschenbroda. Dort hätten Anbieter von Ferienwohnungen ihre Pforten schließen müssen. Die Sprecherin empfahl Feriengästen, sich vor der Reise in den jeweiligen Unterkünften zu informieren.

Auch das Buchungscenter der Tourismus Marketing Gesellschaft helfe bei Anfragen. Die Folgen des Hochwassers für den Tourismus seien noch nicht absehbar. „Im Moment ist der höchste Wasserstand ja noch nicht erreicht“, sagte Nebelung. Sie hoffe, dass die Einbußen in diesem Jahr nicht so hoch sein werden. Die Kurzreisezeiten Pfingsten und Himmelfahrt seien vorbei und die Ferienzeit stehe erst bevor. Unter dem letzten großen Hochwasser 2010 hätten vor allem die Oberlausitz und die Sächsische Schweiz gelitten. Dortige Hotels und Ferienwohnungen hätten damals zum Teil starken Schaden genommen.

dpa

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