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Hochbegabtenschule Sankt Afra wirbt um junge Superhirne

Hochbegabtenschule Sankt Afra wirbt um junge Superhirne

Sie können mit vier Jahren lesen und schreiben, stellen schlaue Fragen. Solche, die man Kleinen in diesem Alter nicht zutraut. Und sie fragen immer weiter, hinterfragen komplexe Zusammenhänge von Geschichte, Weltall, anderen Völker und Sprachen.

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Mensa unterirdisch, Internatshäuser im Licht - der Campus Sankt Afra.

Quelle: Matthias Hiekel, dpa

Manche Kinder sind anders. Oft sind diese Kinder auch aufgeweckt. Dann sind sie vielleicht hochbegabt. Zwei bis drei Prozent der Kinder sind davon "betroffen", haben dies von ihren Eltern geerbt. Und brauchen Hilfe - in Form spezieller Förderung. "Meist haben sie einen IQ von 130 und drüber", sagt Barbara Schöpf. Sie bietet in einer Dresdner Elterngruppe der Deutschen Gesellschaft für das hochbegabte Kind Erstberatung an. Denn nicht nur kleine Superhirne brauchen Hilfe. Auch deren Eltern.

Nach viel Beratung und Grübelei bewerben sich diese Kinder dann oft an Sachsens Landesgymnasium Sankt Afra. Die Hochbegabtenschule informierte gerade im Freistaat über Lernen und Leben auf dem Campus in Meißen. In Leipzig waren 30 interessierte Eltern und Kinder, in Dresden und Bautzen je 15. Am 17. Januar wird zum Tag der offenen Tür geladen. 48 Schüler werden nach den Sommerferien in die siebten Klassen aufgenommen - je 24 Mädchen und Jungen. Vorher müssen sie Eignungstests in einer Art Assessment Center bestehen. Etwa 80 Bewerber gibt es jährlich. Die Zahlen sind rückläufig. Die Missbrauchsfälle an diversen Internaten schrecken Eltern ab. Doch Internat ist Pflicht.

"Vielen Eltern fällt es ganz schwer, ihre Kinder mit zehn Jahren wegzugeben", weiß Barbara Schöpf. Um das Thema rankten sich auch bei den Info-Abenden viele Fragen. "Früher oder später fühlt sich jeder bei uns zu Hause", sagte ein Afraner in Leipzig. Und wird damit den Eltern die Sorge wohl nicht ganz genommen haben. Immerhin fahren die 300 Schüler nach drei bis vier Wochen Unterricht immer eine Woche nach Hause. Die meisten schlafen sich dann mal wieder richtig aus.

Denn Sankt Afra ist anstrengend. Auch für Blitzdenker. Gelernt wird nicht durch frontale Ansprache, sondern in Gruppen und selbstständig. Auch samstags. Nachmittags werden in Zusatzkursen Spezialinteressen vertieft. Wer neben vier oder fünf Fremdsprachen noch Sanskrit lernen möchte, kann sich das gern organisieren. Die Schule bietet Rahmen. Egal ob Sprachen, Sport, Musik oder anderes. Das macht die Schüler zufrieden. Denn abgesehen von möglichem Heimweh tut ihnen die Hochbegabtenschule gut. Weil sie auf ihre Lerngier und ihren Intellekt zugeschnitten ist. Barbara Schöpf weiß, was mit Kindern passiert, die das nicht erhalten: "Sie bekommen ein schlechtes Selbstbild, können depressiv werden, unsicher und haben eine geringe Sozialkompetenz." Weil sie an "normalen" Schulen den Stoff sofort verstehen, aber an das Lerntempo der anderen gebunden sind, langweilen, verweigern sie sich und stören. Die Leistungen fallen akut ab, obwohl die Schüler anderen haushoch überlegen ist. So werden Hochbegabte zu Schulverweigerern. Der Umzug ins Internat und die Abkopplung von den Eltern erfolgen dann als Notlösung. Weil sie anderswo nicht zurechtkommen.

Sachsen ist eines der wenigen Länder, dass sich solch eine Hochbegabtenschule leistet. In Sachsen-Anhalt lernen Neunt- bis Zwölftklässler in ihren Spezialfächern an der Landesschule Kloster Pforta. An Sachsens Elite-Campus interessiert aber weniger die Fächer-Begabung. Es können Bewerber abgelehnt werden, die nur Einsen auf dem Zeugnis haben. Denn es geht um überdurchschnittliche Intelligenz, Kreativität und eine besondere Gier, sich Aufgaben zuzuwenden. Ist das gegeben, soll es auch nicht am Geld scheitern. Schule und Internat kosten etwa 400 Euro monatlich. Sächsische Schüler, die in der Mehrheit sind, können vom Freistaat gefördert werden. "Wir sind keine Prinzenschule und kein Ort für Wohlstandsintelligenzler", versprach Maria Degkwitz, die Mitglied der Schulleitung ist, den Eltern.

www.sankt-afra.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.12.2014

Andreas Friedrich

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