Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Historisches zum Abschied - Coswigs Stadtarchivleiterin Petra Hamann ging in den Ruhestand

Historisches zum Abschied - Coswigs Stadtarchivleiterin Petra Hamann ging in den Ruhestand

Das Archiv einer Stadt sollte das Gedächtnis einer Stadt sein, findet Petra Hamann aus Coswig. Die 59-Jährige weiß, wovon sie spricht.

Voriger Artikel
"Die Grenze der Zumutbarkeit ist schon erreicht - Jörg Hänisch will Moritzburgs Bürgermeister werden
Nächster Artikel
Der Herr über die Mondbäume von Tharandt

Mehr als 20 Jahre lang hat Petra Hamann das Coswiger Stadtarchiv gepflegt, Vergessenes gefunden und verwahrt. Jetzt genießt sie ihren Ruhestand mit ihrem Mann und betreibt Ahnenforschung.

Quelle: Martin Förster

wig. Cos

wig . Das Archiv einer Stadt sollte das Gedächtnis einer Stadt sein, findet Petra Hamann aus Coswig. Die 59-Jährige weiß, wovon sie spricht. Sie war mehr als 20 Jahre lang für 755 laufende Meter Aktenbestand zuständig. Petra Hamann hat das Coswiger Stadtarchiv seit Anfang der 1990er-Jahre gepflegt, Vergessenes gefunden und verwahrt. Jetzt ist die langjährige Archivleiterin im Ruhestand. Verabschiedet hat sie sich mit einem Buch über ihre Stadt. "Coswig hat Geschichte", heißt das Werk. Es ist seit Donnerstag erhältlich.

Es ist eine Auswahl mit 34 von rund 50 thematisch verschiedenen Artikeln, die seit November 1992 im städtischen Coswiger Anzeiger erschienen waren. Darin ging sie vielen Fragen auf den Grund, recherchierte zu Straßennamen, Gebäuden, sammelte Informationen zu Ehrenbürgern und Städtepartnerschaften oder kulturellen Höhepunkten. Sie nahm Wendepunkte, Katastrophen und persönliche Schicksale unter die Lupe. Bei ihrer Spurensuche stöberte sie oft Stunden - und fand auch Kurioses. "Ein Zufallsfund war, als ich in einer alten Zeitung las, dass früher Champagner in Coswig hergestellt wurde", sagt sie.

Der Geschichte dazu hat sie ein Kapitel gewidmet, auch dem "sündigen Dorf" ging sie auf den Grund. Ein weiteres Kapitel widmet sie dem Schloss Coswig und zeigt auf, dass es sich dabei überhaupt nicht um ein Schloss handelt.

"Für manche Artikel habe ich gezielt recherchiert, auf anderes bin ich eher zufällig gestoßen", sagt die Coswigerin. "Außerdem kamen Bürger, die nach etwas gesucht haben und noch Anstoß gaben für Recherchen." Bei ihrer Suche schaute sie nicht auf die Uhr, wie sie sagt. Ihre Neugier sind auch einige Ausstellungen zu verdanken. Zudem veröffentlichte sie 2007 mit Dana Runge und Thomas Giesel vom Verkehrsmuseum Dresden die Geschichte von Sachsens erstem Autobauer Emil Hermann Nacke. Auch ihm sind Passagen im Buch gewidmet.

Die Stadt Coswig ist Herausgeber des Buches und hatte die jahrelange Arbeit der zurückhaltenden Quereinsteigerin unterstützt, die bis in die 1980er-Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet hat. Petra Hamann hat Texte und Bilder für den beim Noteingang-Verlag erschienenen Band auf angenehme Weise zusammengefügt.

"Dass dieses Buch nun erscheint, erfüllt einen lang gehegten Wunsch vieler Coswiger", so Oberbürgermeister Frank Neupold (parteilos). "Es soll Coswig auch bekannter machen, viele wissen nur wenig über unsere Stadtgeschichte." Petra Hamann sagt, die Unkenntnis in Coswig hänge auch damit zusammen, dass es nicht so viel heimatgeschichtlich Engagierte gebe wie etwa in Radebeul. "Es gab aber hier auch bis 1990 kein öffentliches Stadtarchiv", erklärt sie.

Umso mehr freut sie sich nun, dass das Archiv im Keller des neuen Rathauses für jedermann offensteht. Den Schlüssel gab sie schon an ihre jüngere Kollegin weiter. Sie hat ihre Nachfolgerin Heike Uhlemann seit 2010 eingearbeitet. Die ehemalige Hygiene-Inspektorin ist seit 1991 bei der Stadt tätig, bekam zwei Kinder, tritt nun in große Fußstapfen. Petra Hamann will nun Ahnenforschung betreiben - ihre eigene. Langfristig plant sie ein Stadtlexikon. "Alleine", sagt sie, "schaffe ich das aber nicht."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.11.2012

Stephan Klingbeil

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr