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Historische Grabstätte wird Malerwegs-Kapelle

Historische Grabstätte wird Malerwegs-Kapelle

Es war die Grabstätte der Baronen-Familie von Biedermann um Freiherr Erich Moritz von Biedermann (1874-1931), geheimer Legationsrat und Rittmeister in Thürmsdorf.

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Noch laufen die Arbeiten - etwa von Maurer Manfred Hapich.

Quelle: Daniel Förster

Struppen. Auf Wunsch seiner Frau, Baronin Helene von Biedermann, baute der Pirnaer Gottfried Kemnitzer 1920/21 an der östlichen Grenze des Thürmsdorfer Ritterguts eine Begräbnisstätte. Die Mutter des Barons, seine Ehefrau, die gemeinsame Tochter und er selbst fanden dort ihre letzte Ruhe. Doch das auf einer hohen Felsklippe oberhalb der Königsteiner Gasbehälterstation errichtete Mausoleum war jahrelang dem Verfall preisgegeben. Niemand kümmerte sich um das Denkmal.

Jetzt rettet der Thürmsdorfer Schlossherr Sven-Erik Hitzer diesen Teil des Schlossensembles von Schloss und Park Thürmsdorf, das er vor 18 Jahren kaufte. Und er macht daraus eine Wahlfahrts-Kapelle an Deutschlands beliebtestem Wanderweg - dem Malerweg. "In dieser herrlichen Umgebung wird es ein Ort der inneren Einkehr und der Besinnung", sagt der Touristiker und fügt hinzu, "so wie es Autobahnkapellen oder beispielsweise auch Radfahrerkirchen gibt."

Hitzer sagt von sich selbst, dass er sich als Pate dieses Abschnittes des Malerwegs fühlt. "Das Mausoleum war schon in der Frühzeit immer wieder aufgebrochen und mehrfach geplündert worden", berichtet der umtriebige Unternehmer. Die vier Verblichenen wurden deshalb in den 70er Jahren umgebettet und auf den Friedhof Königstein beigesetzt. Die Grabstätte geriet in Vergessenheit. Die Wanderpfade wucherten zu.

Nun macht Hitzer, der in Schmilka ein Bio-Hotel, eine Mühle und eine Brauerei betreibt, aus dem historischen Gemäuer wieder ein Kleinod. "Wir haben das zu einer Ruine herunter gekommene Gebäude zunächst notgesichert. Eine Restauratorin hat ihren Job bereits gemacht und mehrere Wochen lang jeden Quadratzentimeter unter die Lupe genommen, jeden Fund untersucht und dokumentiert, Putz und Farbanalysen angestellt, eine Restaurierungsstudie und ein Sanierungsgutachten erstellt", so Hitzer. Jetzt beginnt die Sanierung. Der Rundbau aus Sandstein mit seinem kunstvoll aus Mauerziegeln geformten Deckengewölbe soll so schön werden, wie er einmal war. Klempner haben bereits begonnen, das kuppelförmige, holzverschalte Dach, das eine aufwendige Konstruktion von Holzpfetten trägt, neu mit Blech zu decken.

Bis zur Einweihung muss noch ein echter Kraftakt vollbracht werden. "Der gesamte Putz muss restauriert werden - alle Details, alle Kanten, alle Stuckelemente", berichtet Hitzer. Die Gruft wird wieder hergestellt. Allerdings ohne die Toten. Dafür werden die vier Verstorbenen auf der Abdeckplatte gewürdigt - mit ihren Namen sowie den Geburts- und Sterbedaten. In den alten Kirchenfenstern werden alle original Glasscheiben erneuert. Im Altarraum entsteht wieder der farbliche Eindruck von 1920/21. Der Raum wird in den dominierenden Farben Altrosa und Altrot gestaltet.

Die Sanierung kostet etwa 190 000 Euro. Auf Initiative des CDU-Bundestagsabgeordneten Klaus Brähmig schießt der Bund 84 000 Euro zu. Die gleiche Summe steuert der Freistaat Sachsen bei. Zum Startschuss der Bauarbeiten überreichten Brähmig und der auch für historische Denkmäler zuständige Sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) jetzt ihre Fördermittelbescheide dem Bauherrn. Die Malerwegs-Kapelle soll zum Deutschen Wandertag in der Sächsischen Schweiz im kommenden Jahr feierlich eingeweiht werden.

Daniel Förster

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