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Hersteller Areviapharma trennt sich in Radebeul von über 80 Mitarbeitern

Hersteller Areviapharma trennt sich in Radebeul von über 80 Mitarbeitern

Die Konkurrenz aus Indien und China zwingt "Areviapharma" in die Knie. Hinzu kommen enorme Umsatzverluste durch einen von der Europäischen Arzneimittelbehörde nur beschränkt zugelassenen Schmerzmittel-Wirkstoff.

In den vergangenen Wochen hat Radebeuls letzter Pharmahersteller gebangt, seinen Standort in der Lößnitzstadt überhaupt halten zu können. Der drastische Einschnitt im Personal wirkt dabei fast wie das notwendige hinzunehmende Übel. Der Wirkstoffhersteller Arevipharma trennt sich von über 80 Mitarbeitern. Am Ende eines umfassenden Sanierungsprogramms sollen von den ehemals über 200 Angestellten nur noch 117 übrig bleiben.

"Wir erleben gerade eine drastische Situation", erklärt Geschäftsführer Hendrik Baumann. Die Umsätze seien innerhalb eines Jahres um zwölf Millionen auf 30 Millionen Euro zurückgegangen. Das entspricht einem Umsatzeinbruch von knapp 28 Prozent. Insgesamt 57 Mitarbeiter sind nach den Kriterien des Sozialplans betriebsbedingt entlassen worden. "Sie können bis zu ein Jahr lang in einer Transfergesellschaft verbleiben", sagte Baumann. Diese sei extra mit der Firma "ffq" gegründet wurden, um den Betroffenen den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Mit den anderen Mitarbeitern wurden freiwillige Aufhebungsverträge vereinbart oder befristete Verträge nicht verlängert. Außerdem löste der Hersteller die Forschungsabteilung auf, künftig gibt es in Radebeul nur noch eine Abteilung für Prozessentwicklung. "Wir wollen stärker exklusiv mit Kunden zusammenarbeiten", sagt Baumann. "Diese bringen ihre erforschten Prozessketten bereits mit."

Areviapharma stellt Wirkstoffe für Schmerz- und Betäubungsmittel sowie Herz-Kreislauf-Medikamente und hochwirksame Krebsmittel her. Weil die Konkurrenz aus China und Indien viel kostengünstiger produziert, kaufen viele Pharmafirmen ihre Wirkstoffe lieber in Asien ein. "Heute kommen Antibiotika und einfache Schmerzmittel fast nur noch aus China", sagt Baumann. Mit Focus auf komplexere hochaktive Mittel hofft Areviapharma als Nischen-Anbieter in Zukunft wieder zu punkten. Im nächsten Jahr will der Hersteller wieder Gewinne verbuchen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.04.2014

Katrin Tominski

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