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Herder-Schüler in Pirna müssen im Stehen essen

Herder-Schüler in Pirna müssen im Stehen essen

Lange Warteschlangen sind die 868 Herderianer in der Mittagspause gewohnt. Wenn sich die Schüler des Herder-Gymnasiums mit hungrigen Magen fast 20 Minuten lang die Beine in den Bauch gestanden und endlich einen Teller mit etwas Warmen ergattert haben, stellen sie sich jeden Tag die gleiche bange Frage: Wo nehme ich die Mahlzeit ein? Die Cafeteria in der Herderhalle bietet mit rund 140 zu wenig Sitzplätze für die Schülerschar.

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Protest in der langen Warteschlange: Josi und Saskia aus der siebenten Klasse sind mit dem Chaos in der Mittagspause nicht einverstanden.

Quelle: Daniel Förster

Pirna. Von Silvio Kuhnert

Gestern stürmten rund 500 Pennäler den Speisesaal, um mit einem Protestessen gegen den Platzmangel zu demonstrieren. Was als Demo gedacht war, ist allerdings der tägliche Wahnsinn. In den vergangenen Jahren hatte die Schule mit gestaffelten Mittagspausen versucht, das Problem in den Griff zu bekommen. Die Schulspeisung in drei Schichten sorgte zwar für kürzere Schlangen und versprach Hoffnung auf einen Sitzplatz, indes führte diese Lösung zu Krach auf den Fluren. Wenn der eine Jahrgang durchs Schulhaus sauste, versuchten andere Latein oder Matheformeln zu pauken. "Der Geräuschpegel war sehr groß, ein vernünftiger Unterricht nicht mehr möglich", schildert Schülersprecher Björn Schwedes das Chaos aufgrund der viel zu kleinen Cafeteria.

In diesem Schuljahr wurde das "Schichtsystem" zugunsten des Unterrichtsablaufs abgeschafft. Nun gibt es eine einstündige Mittagspause. Die chaotischen Zustände haben sich verschärft. Fünft- bis Zwölftklässler wollen zur gleichen Zeit speisen. "Im Stehen und auf den kalten Steinen vor der Herderhalle macht es keinen Spaß", berichtet Schwedes. Noch Mitte Oktober beschlagnahmen Mitschüler jede Sitzmöglichkeit unter freiem Himmel. Andere haben die verzweifelte Suche längst aufgegeben. Sie versorgen sich in den umliegenden Supermärkten. Dort bekämpfen sie das Hungergefühl mehr mit Süßigkeiten als mit einer gesunden Mahlzeit. "Das ist doch kein normaler Zustand", meint Schwedes.

Seit Jahren gibt es Anbaupläne. Doch die dafür notwendige halbe Million Euro können Verwaltung und Stadtrat nicht locker machen. Im Juni fand ein Antrag von SPD und Grünen, den Cafeteria-Anbau mit oberster Priorität auf die Investitionsliste zu setzen, keine Mehrheit. Damit ist ein Baubeginn in unabsehbare Ferne gerückt.

Dies stößt auf Widerstand der Eltern. Die Schüler sind "öfter über zehn Stunden unterwegs und haben dabei keine Garantie auf ein warmes, ordentliches, ruhiges Mittagessen. Sie haben Hunger!", kritisiert die Elterninitiative "Pro Essen bei Herder's". Der Elternrat hat nun 571 Unterschriften gesammelt. Die Unterzeichner fordern, den "Anbau in den Doppelhaushalt 2013/14 aufzunehmen und schnellstmöglich umzusetzen", heißt es in einem Schreiben an den OB.

Die Ämter suchen nun nach Wegen, die Situation zu entschärfen. "Die Stadtverwaltung prüft derzeit alternative Möglichkeiten zur Entlastung während der Essensversorgung", teilt Stadtsprecher Thomas Gockel mit. So erwägt die Stadt, eine zweite mobile Essensausgabe im Lichthof des Schulgebäudes aufzubauen. "Neben der Installation zusätzlicher Ausgabe-Küchentechnik müssten zwei Teilzeit-Mitarbeiter eingestellt werden", berichtet Gockel. Die geschätzten Kosten liegen um die 20 000 bis 25 000 Euro.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.10.2012

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