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Heinz Rudolf Kunze kommt mit "Räuberzivil" nach Pirna

Heinz Rudolf Kunze kommt mit "Räuberzivil" nach Pirna

Heinz Rudolf Kunze macht mit seinem Bandprojekt "Räuberzivil" Station in der Herderhalle. Im Gepäck hat er das neue Doppelalbum "Tiefenschärfe". Vor dem Konzert am kommenden Sonnabend sprach der bekannte Musiker mit den DNN.

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Heinz Rudolf Kunze macht am Sonnabend mit seinem Bandprojekt "Räuberzivil" Station in der Herderhalle. Im Gepäck hat er das neue Doppelalbum "Tiefen- schärfe".

Quelle: PR

Herr Kunze, am Sonnabend sind Sie mit Ihrer Band "Räuberzivil" zu Gast in Pirna. Nun kennt ein jeder Heinz Rudolf Kunze. Aber wer ist "Räuberzivil"?

"Räuberzivil" ist meine zweite Band. Ich pendle immer zwischen meinen beiden Musikprojekten - der lauten Band "Verstärkung" und der leisen "Räuberzivil" - hin und her. Es spielen unterschiedliche Musiker. Bei "Räuberzivil" stehen wir nicht zu fünft, sondern zu viert auf der Bühne. Peter Pichl ist der Bassist der Band. Er spielt vor allem den upright bass, diesen Jazz-E-Bass, der wie ein kleiner Kontrabass aussieht. Als Percussionist ist Hilko Schomerus mit von der Partie. Ralph König spielt Gitarre, Mandoline, Banjo, Lap-Steel-Gitarre, quasi alles, was Saiten hat. Er ist ein sehr versierter Saitenspieler. Und ich selber spiele Akustikgitarre und Klavier.

"Räuberzivil" ist Ihr zweites Bandprojekt. Spielen Sie auch Ihre Klassiker und Hits oder bieten Sie dem Publikum ganz eigene Lieder?

"Räuberzivil" hat sein ganz eigenes Repertoire. Dieses Bandprojekt existiert bereits seit zehn Jahren. Entwickelt hat es sich aus einem Duo. Anfangs haben wir hauptsächlich alte Lieder unplugged gespielt. Dies hat uns irgendwann nicht mehr befriedigt und ich schrieb für "Räuberzivil" eigenes Material. Vor zwei Jahren erschien unser erstes Doppelalbum. Nun ist das zweite auf dem Markt mit 23 neuen Titeln, die mit meinem Bandprojekt "Verstärkung" nichts zu tun haben. Zwar streuen wir hier und da ein altes Kunze-Lied ein, aber der Schwerpunkt liegt auf neuen Songs, die ich extra für "Räuberzivil" komponiert habe. Ich halte es so ähnlich wie Neil Young, der auch immer wieder in einem Zickzackkurs durch die Welt fährt - zum einen mit seiner lauten Band "Crazy Horse" und zum anderen ist er mit "The Stray Gators" unterwegs, wo es eher leise und mit akustischen Instrumenten zugeht.

Wird das Publikum in der Herderhalle ein unplugged Konzert erleben?

Unplugged spielt "Räuberzivil" nicht mehr. Wir haben auch elektrische Instrumente dabei. Aber insgesamt ist das Programm leiser im Vergleich zu "Verstärkung" und es gibt einen hohen literarischen Anteil mit Sprechtexten zwischen den Liedern.

Das neue Doppelalbum heißt "Tiefenschärfe". Hat der Titel eine besondere Bedeutung?

Das will ich doch hoffen. Die Lieder sollen dem Begriff aus der Fotografie gerecht werden, die Themen, die ich besinge, sollen gut ausgeleuchtet werden. Ich bin durch Zufall auf diesen Fotobegriff gestoßen. Das Wort ist bei mir hängen geblieben, da ich es sehr schön und anschaulich finde. Tiefenschärfe gilt nicht nur in der Fotografie, sondern auch für das Schreiben von Texten.

Wie würden Sie die Lieder des neuen Albums charakterisieren?

Ich schreibe eigentlich fast jeden Tag Songtexte. Wenn ich bei der zweiten Strophe angekommen bin, weiß ich meist schon, ob der Song nach E-Gitarren schreit und damit ins Repertoire zum Bandprojekt "Verstärkung" gehört oder eher leise wird und ein Fall für "Räuberzivil" ist. Wobei wir auch rocken können, aber eben auf eine andere Art. Die Musik von "Räuberzivil" ist sehr luftig angelegt, hat viel Platz für das Wort.

Und wie ist der Bandname "Räuberzivil" entstanden?

Ich bin immer wieder überrascht, dass ich von jungen Leuten gefragt werde, was eigentlich "Räuberzivil" heißt. Sie kennen den Begriff gar nicht mehr. Es ist offenbar ein Wort, das im Aussterben begriffen ist. Ich habe eine Vorliebe für besondere Worte, das ist bei meiner Sprachbastelei sicher auch naheliegend. Räuberzivil bedeutet ungezwungen, locker. Es besteht keine Anzug-, Schlips- und Kragenpflicht. Man kann das Programm von "Räuberzivil" auch als hemdsärmelig beschreiben.

Sie bezeichnen die Lieder eher als leise. Sind es nachdenkliche Lieder?

Textlich sind sie mitunter sehr aufgeregt. In den Texten werden viele gesellschaftliche und politische Themen behandelt, die uns beschäftigen. Das ist beim Schreiben bei mir eigentlich immer so. Das Album beginnt mit einer siebenminütigen Ballade mit dem Titel "Robert Limpert". Sie handelt von einem jungen Pazifisten, der in den letzten Kriegstagen von den Faschisten in Franken gehängt wurde, weil er Flugblätter mit der Aufforderung zur Kapitulation verteilt hatte, damit seine Heimatstadt nicht sinnlos zerstört werde. Eine wahre Geschichte. Und die erste Ballade setzt gleich eine Duftmarke, wobei ich den Begriff "Ballade" im Sinne von Schiller meine und nicht von Schmusesong. Neben politischen Liedern gibt es auch Liebeslieder und skurrile Lieder. Immer wenn ich ein Album mache, möchte ich, das sich die ganze Welt mit all ihren Themen darin widerspiegelt.

Im Sommer kommen Sie ein weiteres Mal in die Sächsische Schweiz. Am 24. Juli spielen Sie auf der Festung Königstein. Worin werden sich die beiden Konzerte unterscheiden?

Auf der Festung Königstein stehe ich mit der Band "Verstärkung" auf der Bühne. Das ist ein komplett anderes Programm. Da sind dann Stücke lauterer Art zu hören. Und die sogenannten Hits - ich mag das Wort eigentlich nicht so sehr - spielen eine größere Rolle. Auf dem Königstein gibt es ein Rock'n'Roll-Konzert, in Pirna wird es am Sonnabend ein poetisch-musikalisches Programm geben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.03.2015

Silvio Kuhnert

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