Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Google+
Heimkinderausfahrt setzt auf mehr Helfer

Ein Jahr nach tödlichem Unfall Heimkinderausfahrt setzt auf mehr Helfer

Der Schock saß tief und das Aus war nahe, als im vergangenen Jahr bei der Heimkinderausfahrt der Motorradfreunde „Beinhart“ aus Pirna zwei Helfer bei einem Unfall ums Leben kamen. Die Traditionsausfahrt wurde damals in Zinnwald abgebrochen, mehrere Monate war unklar, ob es eine Fortsetzung geben kann und darf.


Quelle: Archivbild

Berggießhübel. Der Schock saß tief und das Aus war nahe, als im vergangenen Jahr bei der Heimkinderausfahrt der Motorradfreunde „Beinhart“ aus Pirna zwei Helfer bei einem Unfall ums Leben kamen. Die Traditionsausfahrt wurde damals in Zinnwald abgebrochen, mehrere Monate war unklar, ob es eine Fortsetzung geben kann und darf. Nun steht sie unmittelbar bevor: Am Wochenende findet die 21. Heimkinderfahrt des Pirnaer Vereins statt und wieder werden mehr als 500 Kinder erwartet. Sie kommen aus knapp 50 Einrichtungen in Deutschland und Tschechien.

Die Strecke der Motorradausfahrt ist rund 110 Kilometer lang und wird von der Polizei gesperrt. Ab 9.20 Uhr werden die Biker im Erlebnisbad „Billy“ in Berggießhübel eingewisen, 10 Uhr setzt sich der Konvoi in Bewegung .

Die erste Etappe führt von Berggießhübel zur Bundesstraße 172, weiter nach Königstein und Bad Schandau, von dort hinauf nach Gohrisch und weiter bis Papstdorf . Dort ist Pause im Kinder- und Jugenddorf „Erna“. 11 Uhr sollen die Motorräder dort ankommen. Es gibt Essen und Getränke, einen Kletterberg, ein Zauberer unterhält die Kinder und eine Hundestaffel zeigt, was ihre Vierbeiner können.

13.30 Uhr geht es weiter nach Krippen, Rathmannsdorf, Porschdorf, Rathewalde und Lohmen nach Pirna . Dort stoppen die Biker mit ihren kleinen Mitfahrern auf dem Flugplatz. Sie werden ab etwa 16 Uhr erwartet, es gibt Kaffee und Kuchen, eine Flugshow und die KInder können von den Satteln der Motorräder auf Pferdesattel umsteigen und ein Stück reiten.

Ab 17 Uhr geht es von Pirna zurück nach Berggießhübel. Die Strecke führt auf der B172a Richtung Müglitztal, nach Dohna, durch Röhrsdorf, Borthen und Maxen wieder zum Müglitztal und dann über Burkhardswalde und Nentmannsdorf zurück nach Bergießhübel. Dort wird dann gefeiert, gegessen, getrunken und gespielt. Am Abend ist eine Feuershow geplant.

www.motorradfreunde-pirna.de

Dennoch blicken Thomas Zeligmann alias Reiseleiter Zett und seine Mitstreiter mit gemischten Gefühlen auf den Sonnabend. „Der Druck ist schon gewaltig“, beschreibt der Vereinsvorsitzende seine Gefühle vor der ersten Ausfahrt nach der Katastrophe. „Nicht nur, dass wir hoffen, dass fahrtechnisch alles in Ordnung geht, auch die emotionale Seite wird mächtig beansprucht“, sagt Zett. Schließlich haben die „Beinharten“ rund drei Monate lang überlegt und diskutiert, bevor sie im Spätherbst bekannt gaben, dass es ihre Ausfahrt weiter geben soll. Ihre zwei Helfer, die bei dem Unfall im vergangenen Jahr ums Leben kamen, hätten es so gewollt, sind sie überzeugt.

Auch Landrat Michael Geisler (CDU), Schirmherr der Ausfahrt und selbst Motorradfahrer, machte sich für die Fortsetzung stark und dachte schon wenige Wochen nach dem Abbruch der 20. Tour laut über ein neues Sicherheitskonzept nach. Dabei brachte er die Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis als Absperrhelfer ins Spiel. So kommt es nun auch: Sie stehen an wichtigen Streckenpunkten, parallel dazu sichern die Polizei, die Johanniter, das DRK und der Bundesgrenzschutz den riesigen Konvoi mit rund 500 Motorrädern ab. Jetzt ist es damit nicht mehr nötig, dass die ehrenamtlichen Ordner auf Motorrädern an der langen Schlange vorbei fahren, um sich weit vorn wieder einzuordnen. Bei einer solchen Vorbeifahrt ist im vergangenen Jahr nahe Kipsdorf der schwere Unfall passiert. Die Ordner sollen sich nach ihrem Einsatz am Ende der Kolonne zusammenfinden und dort bis zur nächsten Rast mitfahren, so der neue Plan.

Dennoch sind Zett und seine Mitstreiter zwei Tage vor der Heimkinderfahrt alles andere als die Ruhe selbst. „Wir werden den ganzen Tag mit Gedanken an letztes Jahr zu kämpfen haben“, ist sich der „Beinhart“-Vorsitzende sicher. „Ich denke mal, die Last wird erst spät abends von uns abfallen.“

Von Christoph Springer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News
Anzeige

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

Die Friedensburg gehört als fester Bestandteil zu Radebeul. Soll sie zukünftig wieder als Gaststätte genutzt werden? Und falls ja, wie genau? Sagen Sie uns Ihre Meinung und stimmen Sie ab! mehr