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Heidenaus Star-Artist Rudolf Franke mit 101 Jahren gestorben

Ein Leben voller Temperament Heidenaus Star-Artist Rudolf Franke mit 101 Jahren gestorben

Er erlebte ein ganzes Jahrhundert: Heidenaus Star-Artist Rudolf Franke ist kurz vor seinem 102. Geburtstag gestorben. Rudolf Franke alias Frankeni war bis zum Schluss eine Sensation, egal ob für Varietétheater, das Fernsehen oder Zeitungen.

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Rudolf Franke war sein ganzes Leben lang eine Sensation. Vor einem Jahr waren die DNN bei ihm zum 101. Geburtstag zu Gast.

Quelle: Daniel Förster

Heidenau. Er erlebte ein ganzes Jahrhundert: Heidenaus Star-Artist Rudolf Franke ist kurz vor seinem 102. Geburtstag gestorben. Rudolf Franke wollte es allen zeigen. Nicht nur in der Manege oder im Rampenlicht, das er suchte, sondern im Leben überhaupt. Zum Schluss war er der lebende Beweis dafür, dass man bis fast zum letzten Tag fit bleiben kann, wenn man es nur will. Der berühmte Heidenauer Artist ist am Dienstag in Breisach am Rhein (bei Freiburg) an der deutsch-französischen Grenze gestorben. Vier Tage vor seinem 102. Geburtstag hörte sein Herz in einer Klinik auf zu schlagen. Am heutigen Sonnabend wäre sein Ehrentag gewesen.

Rudolf Franke alias Frankeni war bis zum Schluss eine Sensation, egal ob für Varietétheater, das Fernsehen oder Zeitungen. Mit seinen Nummern hatte er unzählige Zuschauer ins Staunen versetzt. Die Artistik hatte den gelernten Schlosser zu DDR-Zeiten um die ganze Welt geführt, in bekannte Varietés und Zirkusse auch westdeutsche Städte, in die Mongolei, nach Ulan-Bator, nach Paris- und in der DDR u.a. in den Berliner Friedrichstadt-Palast.

Zu dem Beruf kam er eigentlich ganz unvermittelt nach dem Zweiten Weltkrieg. Noch in Gefangenschaft wollte er sich körperlich wieder auf Vordermann bringen. Ein Artist sah, wie er Übungen machte und lernte ihn an. Im Entlassungslager 1947 traten beide gemeinsam auf. Nach Heidenau zurückgekehrt, hatte er in Dresden eine Artisten-Prüfung abgelegt. Er sprühte vor Ideen, entwickelte eigene Darbietungen, vollführte auf Schallplatten, Flaschen, Vasen und Lampen erstaunliche Balancen zum Teil in schwindelnder Höhe und von waghalsiger Kühnheit. So vollführte er auf übereinander gestellten Quadern Handstände und andere Tricks, die noch nie dagewesen sind.

Seine nach ihm benannte Nummer - ein Handstand mit einer Rolle auf der Leiter in sieben Metern Höhe hatte ihn zu seiner Zeit als Berufsartist weltberühmt gemacht. Der Äquilibrist verblüffte sein ganzes Leben mit Temperament das Publikum. Ein Kunststück machte er bis fast zuletzt: Balancierend mit einem Holzbrett auf einer Rolle ging er in die Knie, füllte sich Kaffee, Milch oder Tee aus dem Kähnchen in die Tasse, stand auf und trankt. Das Ratgebermagazin "Hauptsache gesund" des MDR-Fernsehens mit Franziska Rubin oder die RTL-Castingshow "Supertalent" mit Dieter Bohlen präsentierten ihn.

Rudolf Franke hatte sich sehr auf sein Wiegenfest gefreut, berichtete sein Sohn Gert gestern. "Zu gerne hätte er es noch erlebt. Er hatte begonnen, die Tage bis dahin zu zählen. Doch er hat es nicht geschafft, leider." Zuletzt sei es sehr schnell gegangen, so Gert Franke. Der 65-Jährige hatte seinen Vater im Frühjahr vergangenen Jahres zu sich nach Baden-Württemberg geholt - in die Weinbaugemeinde Merdingen im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. "Eine Woche nach seinem 101. Geburtstag vor einem Jahr hatte er eine schwere Lungenentzündung", erzählt sein Sohn. Er habe diesem gar nichts davon gesagt, sei ins Krankenhaus gegangen und habe alles selbst organisiert. Auch wenn sein Vater sich danach schnell wieder erholt und weiterhin selbst versorgt hätte, einkaufen ging und kochte, wollte er ihn lieber in seiner Nähe haben. "Er hatte sich in unserer Region sehr gut eingelebt. Die Leute hatten ihn alle sofort ins Herz geschlossen. Er war bei jeder Familienfeier dabei". Den Kontakt zu seinen Freunden hielt er aufrecht. Schließlich wollte er wissen, was in seiner Heimat los ist. Und auch im Schwarzwald ließ Rudolf Franke von seinen Tugenden nicht ab. Wie in Heidenau galt es Disziplin zu wahren: ein geregelter Wochenablauf mit viel Sport. "Er war eisern wie eh und je. Er hat jeden Tag trainiert - mit der Rolle und Kniebeugen gemacht. Jeden Morgen ging er spazieren und wir waren des Öfteren in den Weinbergen."

Bis Ende November sei "alles okay" gewesen. "Eines Tages sagte er, Mensch ich hab gar keine richtig Kraft mehr. Dann wollte er auch nicht mehr spazieren gehen", so sein Sohn. Sein Vater hätte Anfang Dezember Wasser in die Lunge bekommen und musste ins Krankenhaus. Nach gut einer Woche hätte sein Sohn ihn zu sich genommen. "Auch Weihnachten war er bei uns zuhause und wir haben ganz in Familie gefeiert", erzählt Sohn Gert. Am 2. Januar hatte sich der Gesundheitszustand von Rudolf Franke verschlechtert. Er kam wieder ins Krankenhaus. Dort ist er drei Tage später "ruhig eingeschlafen", berichtet der Sohn. Seine letzte Ruhe findet Rudolf Franke in Heidenau, auf dem Nordfriedhof. Dort soll seine Urne in knapp zwei Wochen beigesetzt werden.

Daniel Förster

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