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Heidenaus Bürgermeister sucht Erklärungen / Vizekanzler Gabriel erwartet / Friedensgebet am Montag

Heidenaus Bürgermeister sucht Erklärungen / Vizekanzler Gabriel erwartet / Friedensgebet am Montag

Die [link:700-NR_DNN_96792-1] der letzten Tage in Heidenau lassen Heidenaus Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) keine Ruhe. Seit Tagen wird er verbal attackiert und beleidigt.

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Polizisten kontrollieren auf dem Parkplatz vor dem ehemaligen Praktiker-Baumarkt in Heidenau einen Mann.

Quelle: Oliver Killig

Vor wenigen Wochen forderte er auf einer Einwohnerversammlung einen menschlichen Umgang mit den Flüchtlingen und erntete Beifall – auch von Kritikern des Asylbewerberheimes. Jetzt steht er in der Schusslinie.

Als am Freitag Demonstranten an seinem Haus vorbeizogen, skandierten die Rechten „Volksverräter“. Der Ruf „Opitz raus“ gehört zum Standardrepertoire auf den Nazi-Demonstrationen in Heidenau. Doch der Bürgermeister gibt sich angesichts der Drohungen gegen ihn betont gelassen: „Ich habe keine Angst. Gerade bin ich auf dem Weg in die Innenstadt und hoffe, dass mir keiner eine runterhaut“, sagt er fast schon sarkastisch am Telefon und fügt hinzu: „Als Bürgermeister bin ich es gewohnt, unpopuläre Entscheidungen zu treffen.“ Ein Rücktritt komme für ihn nicht in Frage. Dennoch räumt er ein, alle Bemühungen der letzten Jahre („Heidenau ist bunt“) seien durch die jüngsten Ereignisse ad absurdum geführt worden.

„Ich habe heute morgen mit Innenminister Ulbig telefoniert. Wir sind uns einig, dass diese Leute wie Kriminelle behandelt werden müssen“, sagt Opitz und meint die Gewalttäter, die vorrangig aus der rechtsautonomen Szene oder dem Hooligan-Spektrum stammen. „Diese Leute standen auch schon vor dem Zeltlager in Dresden und in Freital. Mit Heidenau hat das nichts zu tun.“

Angesprochen darauf, dass sich am Freitag Hunderte an der Demonstration gegen das neue Asylbewerberheim beteiligt hatten, erklärt der Bürgermeister: „Wir haben es hier mit einer Massenpsychose zu tun. Jetzt gilt es zu verhindern, dass sich die fremdenfeindliche Stimmung weiter ausbreitet und die Menschen zur NPD zieht.“ Von einer generell fremdenfeindlichen Stimmung in seiner Stadt will Opitz nichts wissen. Dennoch ließen sich gewisse Tendenzen nicht leugnen. „Es gibt ein Problem mit Fremdenfeindlichkeit hier, aber das gilt auch für andere Städte.“

Zu den Krawallen der Nächte auf Freitag und Sonnabend sagte der Bürgermeister am Sonntag vor Ort, es sei offensichtlich geworden, dass nicht in erster Linie Fremdenfeindlichkeit, sondern Krawall das Ziel der gewaltbereiten Randalierer gewesen sei. Sie seien angetrunken gar nicht auf die Busse mit den Asylsuchenden losgegangen, sondern hätten gleich die Polizeikräfte attackiert. Für die nächsten Abende werde es darauf ankommen, dass die Polizei „richtig mit der Situation umgeht“.

Mit der Situation umgehen will auch Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD). Er hat das Programm seines am Montag beginnenden Besuchs in Sachsen und Thüringen kurzfristig geändert und will am Vormittag das Flüchtlingsheim in Heidenau besuchen.

Für Montagabend um 18 Uhr haben die Pfarrerin und die Pfarrer der evangelischen, der katholischen und der Baptistengemeinde zu einem „Gebet für unsere Stadt“ in die Christuskirche eingeladen. „Wir bitten Sie, sich von Gewalt mit Worten und Taten zu distanzieren“, rufen sie auf. „Nicht nur fremdenfeindliche Demonstranten und gewaltbereite Gegendemonstranten stellen eine Gefahr für den Frieden in unserer Stadt dar, sondern auch alle, die mit ihnen sympathisieren und ihnen damit moralischen Rückhalt geben.“

Hauke Heuer

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