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Heidenaus Bürgermeister Jürgen Opitz: "Unser Aufschwung wurde erheblich gebremst"

Heidenaus Bürgermeister Jürgen Opitz: "Unser Aufschwung wurde erheblich gebremst"

Die Stadt Heidenau muss sparen. Der Investitionsplan für die nächsten Jahre steht auf dem Prüfstand, weil die Gewerbesteuereinnahmen nicht mehr so stark sprudeln.

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Jürgen Opitz

Quelle: Archiv

Wo die Stadt trotz knapper Mittel in diesem Jahr investieren möchte und wie die Bilanz für 2014 ausfällt, sagt Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU) im DNN-Interview.

Herr Opitz, was war der schönste Moment für die Stadt Heidenau im Jahr 2014?

Jürgen Opitz: Die Eröffnung des Hortanbaus am Mügelner Schulhaus war einer der schönsten Momente im vergangenen Jahr. Erst zwei Jahre zuvor haben wir uns für die Umsetzung dieses Vorhabens entschieden. Der Grund dafür war der erfreuliche Zuwachs an Familien und Kindern und der damit verbundene Anstieg der Einwohnerzahl. Diese Entwicklung hält nun schon fast vier Jahre an. Zudem konnten wir den neuen Hort planmäßig zum Beginn des Schuljahres 2014/15 in Betrieb nehmen.

Welche positiven Ereignisse gab es noch?

Ein ähnliches Husarenstück ist die Schaffung von 24 zusätzlichen Krippenplätzen an der Kita Wurzelzwerge. Dafür haben wir rund 900 000 Euro aus der Rücklage entnommen. Bei den beiden Vorhaben handelt es sich um Kindereinrichtungen. Sie sind Investitionen in die Zukunft unserer Stadt. Beides waren spontane Entscheidungen - nicht im Sinne von übereilt und ungeplant, sondern im Sinne einer positiven Entwicklung der Einwohnerzahl, auf die wir so reagieren konnten, dass wir Heidenauer Familien ein ausreichend gesichertes Betreuungsangebot bieten können. Was mich des Weiteren im vergangenen Jahr besonders gefreut hat, ist, dass wir endlich den Kanal- und Straßenbau am Kirchweg/Am Frühlingstor beginnen konnten. Ein lang vorgesehenes Projekt haben wir damit in Angriff genommen. Und um die Sache rund zu machen, haben wir den Kanal- und Straßenbau auf der Geschwister-Scholl-Straße angeschoben. Der neue Abwasserkanal ist bereits verlegt. In diesem Jahr folgen der grundhafte Ausbau sowie die Tieferlegung der Straße unter der Bahnunterführung.

Sie erwähnten bereits, dass die Einwohnerzahl weiter wächst. Wie viele neue Heidenauer kamen 2014 hinzu?

Die Zahlen des statistischen Landesamtes kommen immer erst relativ spät im Laufe des Jahres. Wir sind aber auf jeden Fall wieder mehr geworden. Die spannende Frage ist, ob die Einwohnerzahl um 80 oder sogar 100 Leute angestiegen ist. In dieser Größenordnung werden wir uns bewegen.

Woher kommt der Zuwachs, durch mehr Geburten oder Zuzug?

Bei der Entwicklung der Einwohnerzahl ist viel Bewegung zu beobachten. Nach wie vor haben wir mehr Sterbefälle als Geburten. Wir haben auch erheblichen Wegzug. Aber wir haben auch Zuzug. Und dieser ist so enorm, dass er nicht nur den Wegzug, sondern auch den sogenannten Sterbeüberschuss ausgleicht und sogar übertrifft. Ein Zuwachs von 80 bis 100 Einwohnern erscheint auf dem ersten Blick als nicht so viel. Doch wenn Heidenau keinen Zuzug hätte, würde die Stadt rund 300 Einwohner im Jahr verlieren.

Woher kommen die Zuzügler?

Man kann dies nur an einzelnen Beispielen festmachen, wenn z.B. neue Häuser an den Markt kommen. Wenn beispielsweise zehn Menschen in ein neues Wohnhaus ziehen, dann stammen fünf aus Dresden, zwei oder drei aus dem Umland und zwei oder drei aus Heidenau selbst, die dann natürlich aus einem anderen Gebäude in der Stadt ausgezogen sind. In Heidenau siedeln sich überwiegend Familien mit Kindern an, aber auch ältere Leute. So haben wir beispielsweise auch Zuzug aus Stuttgart. Das zugezogene Ehepaar ist begeistert von Heidenau. Es empfindet unsere Kommune als Stadt der kurzen Wege. Alles ist da, von Einkaufsmöglichkeiten über Arzt und Apotheke bis hin zu Freizeitmöglichkeiten. Wenn Menschen von woanders her nach Heidenau ziehen, dann muss unsere Stadt, was die Lebensqualität betrifft, etwas zu bieten haben, und wir scheinen in den vergangenen Jahren bei der Gestaltung unserer Stadt wohl nicht viel falsch gemacht zu haben.

Wir haben bisher nur über die positiven Dinge gesprochen. Gab es auch einen negativen Moment, der den Rückblick ein wenig trübt?

Natürlich hat der Wegbruch der Gewerbesteuereinnahmen von 2,5 Millionen Euro unseren Aufschwung, was die Finanzierung von Sanierungen und Neubauten betrifft, nicht nur für das Jahr 2014, sondern auch für dieses und die kommenden Jahre erheblich gebremst. Das Gewerbesteueraufkommen lag vorher bei rund zehn Millionen Euro. Wenn ein Viertel nicht nur in dem einen, sondern auch in jedem weiteren Jahr fehlt, dann werden die Eigenmittel für Fördervorhaben knapper. Damit kann die Geldvermehrungsmaschine mittels Fördermittelprogrammen nicht mehr auf voller Kraft laufen.

Und nun müssen Sie sparen. Wo setzen Sie den Rotstift an?

Meine Mitarbeiter haben mich bei der Haushalts- und Investitionsplanung gefragt, was sie streichen sollen, damit wir einen ausgeglichenen Etat erzielen können. Ich sagte ihnen: Alles! Lassen sie uns über die Sachen reden, die wir wieder hineinnehmen.

Welche Vorhaben werden es in den Haushalt für dieses Jahr schaffen? Wo möchte die Stadt Heidenau trotz klammer Kassen weiter investieren?

Wir werden die Städtebauförderung fortsetzen. Alle wesentlichen Maßnahmen, die wir in Fördermittelprogrammen zur Stadtentwicklung angemeldet haben - ob dies der Schulhof in Mügeln, das Kirchgemeindezentrum, energetische Sanierungen im neuen Fördergebiet in Heidenau Süd oder die Weiterentwicklung im Stadtzentrum sind - bleiben im Haushalt drin. Von Investitionen in städtische Einrichtungen haben wir fast alles zurückgestellt bis auf das Gymnasium. Dort arbeiten wir weiter. In diesem Jahr werden die Sanitäranlagen erneuert und der Keller saniert. Das kostet auch wieder über eine reichliche Million. 2015 wollen wir außerdem mit der Planung des Anbaus beginnen. Neben einem neuen Treppenhaus mit Fahrstuhl soll jede Etage ein weiteres Klassenzimmer erhalten. Die Realisierung des rund 2,5 Millionen Euro teuren Vorhabens ist für 2016/17 angedacht.

Wie wird es mit der Entwicklung des Stadtzentrums weitergehen?

Das vergangene Jahr, aber auch schon 2013 hat einen wesentlichen Fortschritt im Stadtzentrum gebracht. Von unserer Zentrumsmanagerin, Frau Katrin Geißler, wurde eine hervorragende Arbeit geleistet, was sich zum einen in Festen und Feierlichkeiten, an denen die Händler mitgewirkt haben, manifestiert hat. Zum anderen sind wir mit der Erstellung eines Konzeptes vorangekommen, wie wir das Stadtzentrum attraktiver gestalten können. Von einer besseren Ausschilderung bis hin zu Kunstwerken im öffentlichen Raum wird dies nach und nach auch sichtbar werden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.01.2015

Silvio Kuhnert

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