Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+
Heidenau: 26 Millionen Euro Flutschäden - ab Pegel von 9 Meter läuft Stadt voll

Heidenau: 26 Millionen Euro Flutschäden - ab Pegel von 9 Meter läuft Stadt voll

Das Junihochwasser hat in Heidenau einen Schaden von rund 26,38 Millionen Euro angerichtet. Bei den Betroffenen liegen die Nerven blank. „Verrat an ganzen Straßenzügen“ lautet ein Vorwurf an Bürgermeister Jürgen Opitz (CDU), weil zum einen das Pumpwerk nicht in Betrieb war und auch nicht zusätzlich im Überflutungsgebiet gepumpt wurde.

Voriger Artikel
Dresden: Blick in fremde Häuser zum „Tag der Architektur“
Nächster Artikel
2016: Deutscher Wandertag in der Sächsischen Schweiz

Das Junihochwasser hat in Heidenau einen Schaden von rund 26 Millionen Euro angerichtet.

Quelle: dpa

Als Beispiel wird das Frühjahrshochwasser 2006 ins Felde geführt. Damals wäre es gelungen, mit Unterstützung des Technischen Hilfswerk (THW) das Stadtgebiet zu schützen.

„Die Scheitelhöhe war damals eine andere“, sagt Opitz. 8,81 Meter wurden Anfang April 2006 am Pegel Schöna gemessen. Das sind knapp 20 Zentimeter unter der für Heidenau kritischen Grenze. „Bis neun Meter kann die Stadt trockengehalten werden“, informiert Opitz. Die Elbe lag aber bei ihrem Höchststand am Pegel Schöna reichlich anderthalb Meter darüber.

Die Folgen sind bekannt. Das Wasser drang nach Heidenau ein. Straßen, Grundstücke und Häuser wurden überflutet, ebenso die Bahnunterführungen. Zur Verteidigung des Damms am alten Industriegleis wollte Opitz niemand abkommandieren. „Das wäre grob fahrlässig gewesen. Bei der Höhe des Wassers bestand Lebensgefahr.“ Der Damm drohte zu brechen.

Gebrochen ist er nicht. Aber das Wasser suchte sich seinen Weg. Vor allem über den Rückstau der Müglitz schwappte es in die Straßen. Als es durch die Gullys in die Kanalisation eindrang, hatten die Pumpwerke keinen Nutzen mehr. Zuerst ging das Mischwasserpumpwerk außer Betrieb, dann das Hochwasserpumpwerk. Sie seien allein für Abwasser da und pumpen kein Grundwasser ab, so Opitz.

Über das Mischwasserpumpwerk wird Regenwasser in die Elbe gepumpt. Führt der Fluss Hochwasser und ist ein regulärer Abfluss nicht möglich, kommen die Hochwasserpumpen zum Einsatz. Wenn allerdings die Elbe permanent über Straßeneinläufe und Kanaldeckel hineinläuft, ist der Betrieb des Pumpsystem nicht mehr sinnvoll. „Wenn Wasser immer wieder nachströmt, hat Pumpen keinen Sinn“, erklärt Opitz.

Als die Elbe wieder sank, ging das Pumpwerk in Süd ans Netz. In Heidenau Nord verschwand allerdings das Wasser nur sehr langsam. Deshalb fasst der Rathauschef den Bau eines weiteren Pumpwerks ins Auge. Rund 2,7 Millionen Euro kostet es. In der Planung und Diskussion des Haushalts für 2014 soll die Investition eine Rolle spielen. „Ich werde mich um Fördermittel bemühen“, kündigt Opitz an. Auch für weitere Hochwasserschutzvorhaben möchte er sich beim Freistaat stark machen.

Die Soforthilfe haben in Heidenau 130 Haushalte abgeholt. Insgesamt wurden 97 500 Euro ausgezahlt. Von der Flut betroffen sind außerdem 78 Unternehmen, sie bekamen zusammen 117 000 Euro. Der Stadt stehen rund 110 000 Euro für die erste schnelle Schadensbehebung zur Verfügung.

Silvio Kuhnert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Region News
Anzeige

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Jetzt gratis spielen im Spieleportal von DNN.de! mehr

Die Friedensburg gehört als fester Bestandteil zu Radebeul. Soll sie zukünftig wieder als Gaststätte genutzt werden? Und falls ja, wie genau? Sagen Sie uns Ihre Meinung und stimmen Sie ab! mehr