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Gunther Emmerlich auf Schloss Lauterbach zu Gast

Gunther Emmerlich auf Schloss Lauterbach zu Gast

"Wenn wir eins ändern könnten, dann wäre es die Ausschilderung", sagt Randi Friese. Wer Schloss Lauterbach, etwa zehn Kilometer von Moritzburg entfernt gelegen, finden will, sollte vorher schon genau in die Karte sehen.

Ebersbach.

Damit endet aber auch schon die Mängelliste. Das mehr als 300 Jahre alte Schloss und der es umgebende Park im englischen Stil sind ein kleines Paradies. Eines, das Friese und die 42 übrigen Mitglieder des 2006 gegründeten Fördervereins Schloss und Park Lauterbach mit harter Arbeit und vielen Ideen selbst geschaffen haben. Am Freitag, 20 Uhr, ist dort nun Unterhalter Gunther Emmerlich mit einer Konzertlesung zu Gast.

Es ist die erste Veranstaltung dieser Größe im Schloss. Ein Höhepunkt, zu dem der Verein auch einem von weiter weg angereisten Publikum das bisher Geschaffte zeigen will.

Alles begann mit einer großen Entrümpelungsaktion nach der Vereinsgründung. Fritz Baronner, ebenfalls Vereinsmitglied, schüttelt noch heute den Kopf, wenn er an all den Schrott denkt, den man damals zu Tage förderte. Seit 1982 hatte das Gebäude leer gestanden, davor hatte es als Schule gedient. Eine rechte Idee, was mit dem Gemäuer anzufangen sei, hatte man in der Gemeindeverwaltung von Ebersbach nicht. Bis der Verein auftrat.

Während der heute als Betreiber des Schlosses fungiert, ist die Gemeinde weiterhin Eigentümer. Sie hat auch Förder- und Eigenmittel für die 200 000 Euro teure Dachsanierung vor sieben Jahren aufgetrieben und die Umgestaltung des verwilderten Parks bezahlt. Dafür fielen noch einmal 100 000 Euro an. Derzeit wird die Fassade des Schlosses für 260 000 Euro saniert. Der Verein wiederum hat rund 50 000 Euro in die Räumlichkeiten im Schloss gesteckt.

Dort ist der Gartensaal das Zentrum, ein 90 Quadratmeter großer Raum, der sich zum Park hin öffnet. Außerdem hat sich im Musikzimmer das Standesamt Ebersbach für Trauungen eingerichtet. Eine für 60 Personen eingerichtete Küche ist in Eigenleistung entstanden. Vermietungen an Hochzeitsgesellschaften, Familien und Unternehmen stellen bisher die größte Einnahmequelle dar, daneben hat der Verein feste Veranstaltungen wie die Schlossweihnacht etabliert.

Die Erlöse steckt der Verein in die weitere Sanierung des Schlosses, wo in den oberen zwei Etagen noch viel zu tun ist. Dort hat Randi Friese eine Bücherstube eingerichtet, in der es gebrauchte Bücher aus Schenkungen und Wohnungsauflösungen für kleines Geld gibt. Fritz Baronner, jahrelanger Zollbeamter, mietet dort zwei Räume für seine Sammlung von Uniformen, Abzeichen und sonstigen Dingen, die Zoll- und Polizeibeamte weltweit tragen. Kopfbedeckungen aus Thailand, Florida oder Kanada sind in diesem "Blaulicht-Salon" neben Uniformen wie der der sogenannten Weißen Maus aus DDR-Zeiten zu sehen. "Meine Frau ist froh, dass die Dinge aus dem Haus sind, und ich, dass ich sie ordentlich ausstellen kann", sagt Baronner mit einem Grinsen.

Er kann noch auf eine weitere Ausstellung verweisen: Sie behandelt die Schlossgeschichte. Denn auch zur Historie des Ortes forscht der Verein, hat schon mehrere Publikationen zum Thema herausgebracht. Etwas Besonderes ist die Zusammenarbeit mit Nachfahren der Familie von Palm, die knapp 200 Jahre im Schloss residierte.

Insbesondere Nachfahrin Christiane Riedel engagiert sich, stellt Kontakt zu den anderen weit verstreut lebenden Nachfahren her. Oft nimmt sie zu Besuchen den Dresdner Hobbymaler Roland Schwenke mit. Der hat sich vor Jahren bei der Hochzeit seiner Tochter an den damals noch leeren Wänden im Saal gestört. Jetzt hängen dort großformatige Ölgemälde, die allesamt Kopien aus der Hand Schwenkes sind. Sie sind Gemälden nachempfunden, die nachweislich im Schloss hingen oder die Personen zeigen, die im Schloss lebten. "Wir haben einen Schlossmaler und einen Blaulicht-Salon, bei unseren Veranstaltungen trifft man eigentlich immer Nachfahren - wo gibt es das eigentlich sonst?", fragt Randi Friese.

Kein Zweifel, ihre Lobesliste ist deutlich länger als die mit den Mängeln.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.10.2014

Uwe Hofmann

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