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Grundschule Kötzschenbroda soll statt Kita Neubau in Radebeul-West bekommen

Keine Evangelische Schule in Radebeul-Mitte Grundschule Kötzschenbroda soll statt Kita Neubau in Radebeul-West bekommen

Im breit angelegten Spiel um Schulstandorte in Radebeul werden die Karten neu gemischt. Im Deck: drei Schulen, eine Bibliothek und eine Kindertagesstätte. Das Spielfeld: Radebeul-West. Den Schwarzen Peter hat der Moritz-Garte-Steg.

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An der Wilhelm-Eichler-Straße hat bisher die Evangelische Grundschule ihr Domizil, nach den neuen Plänen soll das auch so bleiben. Raum für die zu gründende Oberschule soll durch einen Anbau geschaffen werden, der eigentlich geplante Umzug an den Moritz-Garte-Steg ist damit vom Tisch.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Im breit angelegten Spiel um Schulstandorte in Radebeul werden die Karten neu gemischt. Im Deck: drei Schulen, eine Bibliothek und eine Kindertagesstätte. Das Spielfeld: Radebeul-West. Dort ist die Stadt derzeit kräftig damit beschäftigt, ein Sanierungsgebiet einzurichten, das sich entlang der Bahnhofstraße bis zur Meißner Straße und entlang der Harmoniestraße bis zum Doppelschulstandort Kötzschenbroda zieht. Ihm vor allem ist es geschuldet, dass im Rathaus seit fünf, sechs Wochen interne Pläne kursieren, die bisherige Absichten teils völlig über den Haufen werfen und die den Stadträten im Bildungs-, Kultur- und Sozialausschuss am Dienstagabend das erste Mal vorgestellt wurden – hinter verschlossene Türen.

Auswirkungen gibt es dabei vor allem für den Evangelischen Schulverein, der seit diesem Jahr die Trommel für einen Schulneubau am Moritz-Garte-Steg rührt, in dem die bestehende Grundschule und eine zum Schuljahr 2017/18 zu gründende Oberschule einziehen sollen. Kostenpunkt: Etwa fünf Millionen Euro, von denen eine Million Euro durch Spenden, der Rest durch Kredite finanziert werden sollen. Die Stadt unterstützte die Pläne bisher wohlwollend, hatte das kürzlich vom Freistaat erhaltene Grundstück am Moritz-Garte-Steg für die Erweiterungspläne angeboten. Nun die Kehrtwende: Es soll keinen Umzug nach Radebeul-Mitte geben, die Evangelische Schule stattdessen auf dem Grundstück Wilhelm-Eichler-Straße bleiben und sich dort erweitern. Und das vor allem aus einem Grund: Die Stadt hat das Interesse an der Wilhelm-Eichler-Straße verloren.

Dort sollte, nach bisherigen Plänen, die Grundschule Kötzschenbroda einziehen, sobald der Evangelische Schulverein seinen Neubau hochgezogen hat. Die Stadt bezweckt damit die Auflösung des Doppelschulstandorts Kötzschenbroda, die als einziger Weg angesehen wird, der Oberschule Kötzschenbroda den Raum zu geben, den sie für eine Sanierung zu einer modernen Ansprüchen genügenden Schule benötigt. Diese Umbauarbeiten sollen mit Mitteln aus dem Sanierungsgebiet Radebeul-West bezahlt werden, die allerdings nur bis 2023 fließen. Und genau das ist der Knackpunkt: Im Rathaus glaubt man nicht, dass der Evangelische Schulbau rechtzeitig fertig wird, so dass Grund- und Oberschule Kötzschenbroda bis 2023 nachziehen können. Zwar hat der Schulverein mit einem einzigen Spendenlauf mehr als 70 000 Euro eingeworben und fürs nächste Jahre viele weitere Aktionen geplant, „bis zu einer Million Euro ist es aber noch ein weiter Weg“, sagt die kürzlich neu gewählte Vorstandsvorsitzende Monika Hochmuth-Alvarez. Die eigentlich fürs Schuljahr 2017/18 geplante Eröffnung hat man deswegen um ein Jahr verschoben. „Wir arbeiten auf die Eröffnung der Oberschule hin, dürfen aber deswegen nicht die Grundschule gefährden“, begründet das Hochmuth-Alvarez, die selbst betroffen ist, für ihre Tochter eine der 33 Anmeldungen fürs nächste Schuljahr abgegeben hatte.

Deswegen hat man im Rathaus nun einen anderen Verschiebeplan gefasst, der sich gänzlich im Sanierungsgebiet abspielt, was „sich günstig auf die Finanzierung auswirkt“, wie Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) sagt. Ausgangspunkt ist ein Grundstück an der Harmoniestraße, auf dem derzeit eine Kita mit 56 Plätzen und ein Haus der Besitzgesellschaft stehen. Beide sollen einem Neubau für die Grundschule Kötzschenbroda weichen, der 2018/19 begonnen werden könnte. Unmittelbar anschließend würde die Oberschule saniert und erweitert – alles mit Fördergeld. Das Nachsehen in diesem Plan hat die Kita, für die eine Übergangslösung gefunden werden muss, ehe sie perspektivisch ins geplante Siedlungsgebiet auf dem ehemaligen Sportplatzgelände an der Kötitzer Straße ziehen soll. „Dort werden die Kinder schließlich einmal herkommen“, sagt Wendsche. Er trennt sich damit auch von den ursprünglichen Plänen, einen Kita-Neubau an der Harmoniestraße zu errichten, in dem auch die Stadtbibliothek Radebeul-West einziehen soll. Dieses Vorhaben wurde in der Vergangenheit oft kritisiert, weil es die Bücherei in eine abseits gelegene Gegend gebracht hätte, nun bleibt sie wohl am Ledenweg.

Das allerdings nur, wenn die Stadträte diesen neuen Plänen zustimmen. Da der Evangelische Schulverein, der anfangs sowieso an der Wilhelm-Eichler-Straße mit ihrem großen Freigelände bleiben wollte, mit dem Umdenken leben kann, ist mit einem großen Widerstand nicht zu rechnen. Im Verein hat man bereits groß überschlagen, dass Umbau und Erweiterung etwa drei Millionen Euro kosten, zusätzlich zum Grunderwerb. Spenden werden also weiter benötigt. Wenig klar ist, was mit dem Moritz-Garte-Steg wird. Die Fläche soll für perspektivische Schulerweiterungen dienen, sagt der OB.

Von Uwe Hofmann

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