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Gnadenfrist fürs Lügenmuseum - Gasthof Serkowitz in Radebeul steht ab September zum Verkauf

Gnadenfrist fürs Lügenmuseum - Gasthof Serkowitz in Radebeul steht ab September zum Verkauf

Die Tage der fantasievollen Skurrilitäten im Radebeuler Lügenmuseum sind gezählt. Der Gasthof Serkowitz, der interimsmäßig die Absurditäten von Reinhard Zabka alias Richard von Gigantikow beherbergt, wird veräußert.

Das stark sanierungsbedürftige Gebäude, das laut Gutachten noch einen Wert von 125 000 Euro hat, wird laut Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) in der Septemberausgabe des Amtsblattes sowie auf weiteren elektronischen Plattformen zum Verkauf ausgeschrieben. Vor mehr als einem Jahr hatte der Stadtrat den Verkauf der Immobilie entschieden. Das bis zum Vollzug so viel Zeit ins Land gehen musste, begründet der OB mit der Erstellung des externen Wertgutachtens sowie mit Engpässen in der Verwaltung. Unter anderem habe das jüngste Hochwasser Verwaltungskapazitäten gebunden, so Wendsche.

Reinhard Zabka kommen solche Verzögerungen nur recht. Denn solange nichts passiert, können er und seine Exponate im ältesten Gasthof der Lößnitz (erste Erwähnung im Jahr 1337) bleiben. Der Künstler, der unter anderem regelmäßig den Skulpturengarten zum Radebeuler Weinfest aufbaut, hat nicht genügend Geld, um das Haus selbst zu erwerben. "Ich kann nur hoffen, dass kein anderer den Gasthof kauft", sagt Zabka. Gern hätte er hier eine Stiftung gegründet, das denkmalgeschützte Haus langsam Schritt für Schritt saniert. Doch sein Konzept war bei den Stadträten durchgefallen.

Ob die Ausstellungsstücke von Zabka Plunder oder Kunst sind, da mögen sich die Geister scheiden. Zabka sieht die Zukunft seines Lügenmuseums gern ähnlich der des Teatre-Museu im spanischen Figueres, mit dem sich der Surrealist Salvador Dalí ein Denkmal setzte. Seine verrückten, zeitgenössischen Installationen bilden auf jeden Fall einen erfrischenden Gegenpart zur historischen Kunst, die in Sachsen hochgehalten wird. "Es ist kein Trödelshop, sondern eine durchdachte Sache", sagt die Niederländerin Ruth Bouman über die Exponate. Sie kam mit dem Künstler Popke Bakker extra aus Amsterdam, um bei Zabka vorbeizuschauen. Am Wochenende hat Popke Bakker eine neue Skulptur für Zabkas Kuriositätensammlung gefertigt. "Ikeas Albtraum" heißt das bunte Schränkchen, das ein Tornado scheinbar aus allen Fugen gerissen hat. "Ich habe das Möbelstück auseinandergeschraubt, mehrmals zersägt und neu zusammengestellt", erklärt der Holländer. Die Skulptur bereichert jetzt die Ausstellung im Serkowitzer Gasthaus.

Der Idee eines Lügenmuseums kann selbst Radebeuls Oberbürgermeister etwas abgewinnen. Der spielerische, teils schelmische Umgang mit der Welt der Phantasie und der Lüge habe gerade in unserer Welt des medialen Scheins seine Berechtigung und seine Potenziale, so Wendsche. Seit der Eröffnung am 9. September 2012 nahmen mehr als 6000 Besucher das Lügenmuseum in Augenschein.

www.luegenmuseum.de; Radebeul, Gasthof Serkowitz, Kötzschenbrodaer Str. 39; Öffnungszeiten: Sonnabend und Sonntag sowie in den Ferien 13 bis 18 Uhr; Tel: 0176/99 02 56 52; Eintritt frei, Spenden willkommen

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.07.2013

Madeleine Arndt

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