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Glashütter wollen ihr Stadtbad wieder - Stadtrat lehnt Wiederaufbau am alten Standort ab

Glashütter wollen ihr Stadtbad wieder - Stadtrat lehnt Wiederaufbau am alten Standort ab

Im Bademantel und mit Badekappe auf dem Kopf trug jüngst Ortschaftsrat Borges Neubauer ein Protestschild durch Glashütte. Darauf zu lesen war: "Arbeitsloser Bademeister aus Glashütte sucht ab sofort neuen Wirkungskreis!" Ihn trieb die Sorge um das Stadtbad auf die Straße: Zum einen versank das Freibad während des Probestaus des Hochwasserrückhaltebecken während der vergangenen Wochen erneut in den Fluten des Prießnitzbaches; zum anderen entschied der Stadt auf seiner jüngsten Sitzung, die während des Juni-Hochwassers 2013 beschädigte Anlage nicht wieder aufzubauen.

Glashütte.

"Wie kann man nicht mehr am Bad festhalten wollen, ohne zu wissen, ob und wo ein neues hingebaut werden kann?", fragt Neubauer kritisch.

Seine Befürchtung: Die Glashütter stehen am Ende ohne ein Freibad da. Zwar beschloss der Stadtrat, den Bau eines neuen und modernen Freibades an anderer Stelle zu prüfen. "Ein geeignetes Grundstück im Müglitztal und im Bereich der Kernstadt zu finden, wird aber sehr schwer", meint Neubauer.

Die Sorge, dass das Bad für immer verloren geht, treibt auch die Wählervereinigung "Zeitlos - Glashütte" um. Sie unterstützt daher eine Onlinepetition. Die Forderung lautet: "Unser Herr Bürgermeister muss sich dazu verpflichten ein neues Stadtbad (in der Ortschaft Glashütte) zu unterstützen und aktiv darauf hinzuarbeiten, dass dies auch (zeitnah) verwirklicht wird." Bis gestern Nachmittag fand die Petition 504 Unterstützer.

Das Stadtbad wurde während des Juni-Hochwassers 2013 nicht zum ersten Mal zerstört. Bereits durch die Flut im August 2002 wurde es stark beschädigt. "Für die Schadensbeseitigung wurden seinerzeit über 500 000 Euro investiert", berichtet Stadtoberhaupt Markus Dreßler (CDU). Die neuen Schäden aus dem Juni 2013 hatte die Stadtverwaltung anfangs auf 750 000 Euro geschätzt und eine Förderung über den Fluthilfetopf von Bund und Freistaat beantragt.

Im Zuge der Vorplanung für einen Wiederaufbau wurden Baugrunduntersuchungen und statische Berechnungen vorgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass die Baukosten vor allem wegen der Lage des Bades im Rückhalteraum des vergrößerten Hochwasserrückhaltebeckens deutlich ansteigen würden. "Im Ergebnis ist nunmehr von 1,6 Millionen Euro für den Wiederaufbau des alten Stadtbades auszugehen", so Dreßler.

Die Betonung liegt auf "alt". Mit der Investitionssumme würde bloß der vorhandene und nicht mehr zeitgemäße Standard wiederhergestellt. D.h., die Technik entspräche nicht mehr den Regeln der heutigen Zeit. Und auf eine technische Modernisierung etwa durch eine Wasseraufbereitungsanlage mit Umwälzpumpe müsste aufgrund der Gefahr einer erneuten Überschwemmung und Zerstörung durch die Lage im Stauraum des Rückhaltebeckens verzichtet werden. Eine solche Investition sei nicht mehr vertretbar, so Dreßler.

Die Möglichkeit eines Neubaus an anderer Stelle wird nun geprüft. Der Stadtrat hat die Verwaltung beauftragt, eine Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudie zu erstellen. In ihr werden geeignete Standorte, die Erschließungskosten in Frage kommender Grundstücke, die Größe und Ausstattung einer künftigen Badanlage sowie die Auswirkungen eines Neubaus auf Eintrittspreise und die Folgekosten für die Stadt untersucht. "Um uns keine Chance zu verbauen, hat die Stadtverwaltung vorsorglich fristgerecht einen Antrag auf Erhöhung des Budgets für den Wiederaufbau des Stadtbades auf 5,3 Millionen Euro beantragt", teilt Dreßler mit.

Im Rathaus werden nun die Grundlagen für eine Grundsatzentscheidung des Stadtrates erarbeitet. Dieser wird noch in diesem Jahr beschließen, ob ein neues Bad gebaut wird. Fällt das Votum positiv aus, müssen im kommenden Jahr auch die erhofften Fördermittel aus dem Fluthilfetopf fließen, damit Glashütte wieder ein Stadtbad bekommen kann.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.03.2015

Silvio Kuhnert

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