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Gift im Wein – Sachsen zieht Goldriesling aus dem Verkehr

Tausende Liter belastet Gift im Wein – Sachsen zieht Goldriesling aus dem Verkehr

Der Goldriesling gilt als eine Art Aushängeschild für den sächsischen Weinanbau. Nun sind erstmals Tausende Liter kontaminierten Weins gesperrt worden und dürfen nicht mehr verkauft werden. Betroffen ist mindestens eine Kellerei.

Quelle: dpa

Meißen. Der Goldriesling gilt als eine Art Aushängeschild für den sächsischen Weinanbau. Nun sind erstmals Tausende Liter kontaminierten Weins gesperrt worden und dürfen nicht mehr verkauft werden. Das bestätigte die zuständige Landesuntersuchungsanstalt für Gesundheits- und Veterinärwesen. Betroffen ist demnach zumindest eine Kellerei. Diese trifft allerdings keine Schuld, da die Goldriesling-Trauben von zwei Traubenlieferanten aus dem Raum Meißen stammen.

Während einer Traubenprobe war bereits zur Lesezeit im vorigen Spätsommer der Wirkstoff Dimethoat festgestellt worden. Das Nervengift ist im Weinbau nicht zugelassen. Es wirkt gegen Schadinsekten und kommt etwa in Bi 58 vor, das schon in der DDR als Bekämpfungsmittel gegen Blattläuse bekannt war und noch immer gehandelt wird.

Der belastete Wein ist laut der Landesuntersuchungsanstalt ein Zufallsfund aus einer regulären Stichprobe. Da Dimethoat auf Rebflächen nicht zugelassen ist, darf der Wein auch nicht weiterverarbeitet, verschnitten oder mit Chargen unbelasteten Weins verdünnt werden. Das kann für Kellereien zum Problem werden, wenn belastete Weine eines Lieferanten mit unbelasteten Weinen anderer Produzenten verschnitten und deshalb ganze Tankmengen entsorgt werden müssen. Oft vergehen Wochen, bis Analyseergebnisse mitgeteilt werden.

Die sächsische Landesuntersuchungsanstalt betonte, dass von dem kontaminierten Wein keine „unmittelbare gesundheitliche Gefahr“ ausgehe: „Die Sperrung erfolgte im Sinne des vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes aufgrund der Höchstgehaltsüberschreitung nach dem Lebensmittelrecht.“ Ob noch weitere Kellereien oder Weingüter betroffen sind, vermochte die Behörde nicht zu sagen. Der Fall sei an die Lebensmittelüberwachung des Landkreises Meißen übergeben worden.

Die Behörde bestätigte inzwischen, den betroffenen Wein gesperrt zu haben. Man prüfe gegenwärtig, ob noch weitere Weine betroffen seien, so eine Sprecherin. Derzeit könnten keine exakten Angaben zur Gesamtweinmenge gemacht werden. Man gehe aber davon aus, dass keine Gefahr für Verbraucher bestehe, da kontaminierte Weine nicht in den Verkauf gelangt seien. Der Weinbauverband Sachsen betonte, einen vergleichbaren Fall habe es im Freistaat bisher nicht gegeben.

Inzwischen ist das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie aktiv geworden. Man habe in zwei Betrieben Kontrollen vorgenommen, erklärte eine Sprecherin der Behörde. Nach Auskunft eines Betreibers sei dort ein Pflanzenschutzmittel auf Obstanbauflächen, die an die Rebflächen angrenzen, eingesetzt worden.

Der Goldriesling ist eine leichte, fruchtige Weißweinsorte, die fast nur noch in Sachsen angebaut wird. Sie zeichnet sich durch eine helle, gelbliche Farbe aus. Der Goldriesling gilt als sehr robuste und früh reifende Sorte.

Lars Müller

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Pflanzenschutzmittel

Nach dem Fund von mit Pflanzenschutzmitteln belasteten Goldriesling-Trauben im Kreis Meißen haben Behörden den betroffenen Wein für den Verkauf gesperrt. Der Wein sei nicht in den Handel gelangt, es bestehe daher keine Gefahr für die Verbraucher.

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