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„Gewaltfrei“ in Weinböhla

„Gewaltfrei“ in Weinböhla

Böse Blicke, Missverständnisse, Beziehungen, die in die Brüche ehen: Gudrun Höntsch aus Weinböhla hat ständig damit zu tun. Die 52-Jährige gibt im Raum Dresden Kurse in „gewaltfreier Kommunikation“.

Therapeuten, Erzieher oder Lehrer gehören ebenso zu ihren Schülern wie frustrierte Eheleute, Mütter und Väter. Früher hat die gebürtige Thüringerin in Coswig als Lehrerin gearbeitet. Doch schon vor der Wende wollte sie neue Wege gehen, wechselte zum Radebeuler Druckmaschinenhersteller Planeta in die Personalabteilung. In den 1990er-Jahren wies die zweifache Mutter Arbeitslose auf deren Stärken hin.

Sie bildete sich weiter und 2009 stieß die Selbstständige auf die „Gewaltfreie Kommunikation“ (GFK). Der Ausdruck „gewaltfrei“ ist dabei irreführend. „Das hängt mit einem Übersetzungsfehler zusammen“, so die ausgebildete Mediatorin. Die korrekte Bezeichnung dieser Methode leite sich aus dem Indischen ab – das Konzept sei beeinflusst von Mahatma Gandhi. Doch die eigentliche Bezeichnung war sehr lang, erklärt Gudrun Höntsch.

Was übrig blieb von einem umständlichen Wortungetüm war „gewaltfrei“. Bei der Methode geht es zunächst nicht darum, Gewaltexzesse zu verhindern. Vielmehr soll man lernen, dem Gegenüber die eigenen Bedürfnisse klar zu machen und diese zu erklären. „Viele Leute können das nicht, weil sie es nie gelernt haben“, sagt Gudrun Höntsch. Wenn das Verständnis  ür die jeweiligen Bedürfnisse des Gesprächspartners in Schule, in Familie oder am Arbeitsplatz fehlten, würde die Kommunikation oft in die Hose gehen. Fehlinterpretationen seien die Folge. Frust staue sich auf. Streitigkeiten könnten rasch eskalieren. Die Weinböhlaerin kann von Kursen erzählen, vor denen es richtig geknallt hat. Sie erinnert sich dabei zum Beispiel an ein Treffen in einer Kita, bei dem ein – wie sich später heraus  stellte – fehlinterpretierter Blick ausreichte und bei Erzieherinnen kullerten die Tränen. „Gelungene Kommunikation“ sei das nicht. Dauerhaft  riedliche Beziehungen gelängen nur bei echtem empathischen Kontakt.

„Das heißt, der Gegenüber muss wissen, warum man etwas wirklich genau so sieht und nicht anders“, betont Gudrun Höntsch. Gutes Beispiel sei hierbei die Urlaubsplanung. Er will in die Alpen zum Wandern, sie an die See zum Faulenzen. Das jeweilige Bedürfnis muss beiden vor der Urlaubsortswahl klar sein. Werde das Bedürfnis, das hinter dieser Wahl steckt, nicht deutlich gemacht, sei Knatsch vorprogrammiert. Unterdrückte Bedürfnisse könnten auch krank machen, sagt Höntsch. Was man nicht klärt, verschieben einige allzu oft ins Unterbewusstsein. Das könnte zu Depressionen führen. „Man sorgt nicht mehr für sich“, sagt sie.  chweigen

ist eben nicht immer Gold. Und richtig miteinander zu reden, will gelernt sein.

Stephan Klingbeil

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