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Geburtenstation in Radebeul soll schließen: Elblandkliniken haben Sicherheitsbedenken

Geburtenstation in Radebeul soll schließen: Elblandkliniken haben Sicherheitsbedenken

Die Elblandkliniken mit ihren drei Krankenhäusern in Radebeul, Meißen und Riesa und dem Reha-Standort in Großenhain wollen dem Kreistag noch im Herbst ihr neues medizinisches Konzept vorlegen.

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"Es gibt Diskussionen, die Abteilung Geburtshilfe zu schließen, die Klinik für Gynäkologie bleibt aber definitiv." Frank Ohi, Vorstand der Elblandkliniken

Quelle: Stephan Klingbeil

Das kommunal geführte Unternehmen plant dabei mehrere Umstrukturierungen, wie die DNN am Rande der Festwoche zum 150-jährigen Jubiläum des Klinikums in Meißen erfuhr. Die Pläne sehen so etwa vor, den Umfang des über 70 Millionen Euro teuren und mit 43 Millionen Euro vom Freistaat geförderten Krankenhaus-Neubau in Riesa zu verringern. So will das Unternehmen Kosten einsparen.

Darüber hinaus soll allerdings auch die Radebeuler Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe geschlossen werden, heißt es. Anders als an den Standorten in Riesa und Meißen würden künftig an dem 2009 als erstes "babyfreundliches Krankenhaus" in Sachsen zertifizierten Klinikum im Normalfall keine Kinder mehr zur Welt gebracht. Radebeuler Eltern müssten nach Meißen oder auf Dresdner Krankenhäuser ausweichen.

Elblandkliniken-Vorstand Frank Ohi will die vor Kurzem im Aufsichtsrat besprochenen Pläne bezüglich Radebeul so nicht bestätigen. "Es gibt nur Diskussionen darüber, die Abteilung Geburtenhilfe zu schließen", betont er gegenüber den DNN. Fest stehe dies aber noch nicht. In den kommenden drei Wochen sei mit einer Entscheidung dazu zu rechnen. Klar ist laut Ohi jedoch schon jetzt, dass die Klinik für Gynäkologie sicher fortbestehen wird: "Sie wird auf keinen Fall geschlossen."

Anders sieht es mit der Geburtenstation aus, wie Aufsichtsratsmitglied Thomas Gey aus Radebeul auf DNN-Anfrage erklärt. Vor allem Sicherheitsbedenken würden für die Schließung sprechen. "Das ist eine bittere Pille und für viele sicherlich schwer verständlich", sagt Gey. Aber dieser Schritt sei notwendig und würde von den medizinischen Entscheidungsträgern befürwortet. Der Grund: Radebeul verfügt als einziges Haus des Unternehmens nicht über eine Klinik für Kinder- und Jugendmedizin.

Das Problem ist allerdings schon seit Jahren bekannt. Trotzdem hat sich die Klinik arrangiert. In Notfällen werden Neugeborene meist in das rund fünf Kilometer entfernte Krankenhaus in Dresden-Neustadt überwiesen. Ein Spezialist sei aber laut Ohi im Ernstfall stets in Radebeul vor Ort.

Hinzu kommt, dass die Elblandkliniken sich gemäß ihres Konzeptes als ein Plankrankenhaus sähen, und dieses böte mit Meißen und Riesa im Kreis bereits zwei weitere Standorte mit Geburtskliniken. Außerdem würde für die Schließung der Geburtenstation in der - statistisch betrachtet - jüngsten Stadt im Landkreis sprechen, dass die Zahl der Geburten dort abnähme.

Diese Einschätzung sei fragwürdig, betonen Kritiker. Denn dort sind die Geburtenzahlen seit mehreren Jahren stabil. Im Vorjahr wurden 349 Kinder geboren - ein Neugeborenes mehr als 2011. An den drei Standorten der Elblandkliniken insgesamt waren die Geburten zudem 2012 wieder leicht angestiegen. Nachdem die Geburten mit Ausnahme von 2010 in Vorjahren stetig zurück gegangen waren auf 1586 im Jahr 2011, verzeichneten die Kliniken zuletzt einen Anstieg auf 1615 Babys.

Kritische Stimmen aus dem Umfeld der Elblandkliniken heben nun hervor, dass Radebeul mit seiner von der bundesweiten Initiative Qualitätsmedizin als "sehr gut" bewerteten Geburtshilfe und Frauenheilkunde nun wohl "wieder zugunsten des Standorts Riesa bluten" müsse. Die vor allem immer wieder in Radebeul aufkeimende Kritik kommt nicht von ungefähr. Denn die Kliniken haben 2012 zwar einen Gewinn von 2,6 Millionen Euro erzielt. Allerdings hat der Standort Riesa mit rund 1500 Patienten weniger als 2011 und einem Minus von fast drei Millionen Euro das ganze Unternehmensergebnis gedrückt.

Laut Landratsamt sei es den Erlösen der Standorte Meißen und Radebeul zu verdanken, dass das Gesamtergebnis 2012 positiv gewesen ist. "Mit dem Standort Riesa und dem dortigen Neubau haben die Schließungspläne der Radebeuler Geburtenstation nichts zu tun", weist Gey derartige Spekulationen zurück. Vor allem Sicherheitsbedenken und nicht wirtschaftliche Aspekte würden für eine Schließung sprechen.

Dem im Juni ernannten neuen Vorstand Ohi zufolge würden dennoch sämtliche Investitionsvorhaben der Kliniken auch auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft. Der über 17 Millionen Euro teure Umbau des Radebeuler Krankenhauses (die DNN berichteten) gehöre auch dazu. Ob die Bauarbeiten aber noch dieses Jahr beginnen können, sei derzeit ungewiss.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.09.2013

Stephan Klingbeil

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