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Gabriele Reinemer und Else Gold zeigen sich in der Stadtgalerie Radebeul als Duo

"schwarzweißrosa" Gabriele Reinemer und Else Gold zeigen sich in der Stadtgalerie Radebeul als Duo

Die Bildhauerin Gabriele Reinemer (geb. 1948) und die konzeptuell orientierte Else Gold (geb. 1964) haben in der Stadtgalerie Radebeul ein gemeinsames Ausstellungsexperiment gewagt. Das vordergründig Verbindende der "schwarzweißrosa" betitelten Schau ist die Farbe.

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Gabriele Reinemer. Sonne, Mond, Sterne, 2015

Quelle: Uwe Hofmann

Dresden. Die Bildhauerin Gabriele Reinemer (geb. 1948) und die konzeptuell orientierte Else Gold (geb. 1964) haben in der Stadtgalerie Radebeul ein gemeinsames Ausstellungsexperiment gewagt. Das vordergründig Verbindende der "schwarzweißrosa" betitelten Schau ist die Farbe: Zeigen sich Reinemers plastische Arbeiten schwarz-weiß, so Golds Objekte und Assemblagen weiß-rosa. Subtiler stellt sich die beiden eigene Orientierung auf gesellschaftliche Relevanz dar.

So ist der Hintergrund der betont zeichenhaften Werke Reinemers in ausgedehnten Reisen nach Schwarz- und Nordafrika zu suchen. Die plastischen Objekte aus Holz, Masse, Karton, seltener Metall, erinnern an Häuptlingsstäbe und ähnliche Kultgegenstände, die wie ein "Schildkrötenbaum" von der afrikanischen Fauna geprägt sind; andere an "architektonische" Formen, die von nordafrikanischen oder arabischen Häusern und Palästen, ebenso aber antiken Stätten, inspiriert wurden. Gemeinsam ist allem eine schwarz-weiße, schwarzafrikanisch anmutende Bemalung, die gewollt aus Phantasie und Ästhetik entwickelt und nicht ethnologisch fundiert ist. Manche der Objekte zeigen "Spitzen" beziehungsweise "Zinnen", die als Zeichen der Wehrhaftigkeit - mit solcher stattete Reinemer in den 1990ern ihre Frauenfiguren aus - aber auch der Verschlossenheit und Unergründlichkeit interpretiert werden können. Letzteres empfand die Künstlerin neben der Faszination durch die ihr fremde Welt, die sie bis heute nicht losgelassen hat. Mitunter spürt man in der Ausstellung auch eine Art Verlustgefühl, scheint absehbar doch eine erneute Reise in viele der besuchten Regionen angesichts der Weltlage kaum mehr wahrscheinlich.

Reinemers Arbeiten korrespondieren überzeugend mit jenen Else Golds, die häufig von strahlend weißem, glasiertem oder mattem Porzellan bestimmt sind, darunter die wie Notenhefte ausgebreiteten "Amoebenlieder" (2008) oder die "Fruchtfolge" (2011) mit Himbeeren aus Biskuitporzellan. Teils sind die Objekte rosa gefasst oder unterlegt. Mitunter nutzt die Künstlerin zudem Fundstücke wie Klöppeldeckchen und altmodische Strumpfhalter in Rosa (!) - Grundlage eines rot plüschigen "Mutterkreuz(es)" (2004). Zum Schaffensportefeuille gehören ebenso bildhafte, flächige Assemblagen wie die rosaweißrosa "Malvenfelder" (2007), die wie viele von Golds Arbeiten, unterstützt durch die Titel, die Assoziationskraft des Betrachters herausfordern. Titel stützen zudem gelegentliche ironische Brüche. Auffallend ist die ästhetisch-sinnliche Wirkung aller Arbeiten, die auch die inhaltliche Ausstrahlung befördert. In der aktuellen Ausstellung steht besonders die weibliche Existenz in der Geschichte im Fokus, während die wiederholt auftauchenden "Amoeben" auf eine natur- und entwicklungsgeschichtliche Dimension weisen.

Bis 20. Dezember, Di, Mi, Do, So 14 bis 18 Uhr, galerie@radebeul.de

von Lisa Werner-Art

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