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GST-Schießplatz in Radebeul wird Streuobstwiese

Stadt plant Großbauvorhaben mit Straßen- und Brachflächensanierung GST-Schießplatz in Radebeul wird Streuobstwiese

Der ehemalige Schießplatz der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) soll eine Streuobstwiese werden. Die Stadträte haben auf ihrer jüngsten Sitzung einen Bebauungsplan beschlossen, der die sogenannte Revitalisierung der derzeit als Lager genutzten Fläche ermöglichen soll.

Aus der derzeit wenig ansehnlichen Lagerfläche auf dem ehemaligen Schießplatz soll eine Streuobstwiese werden.

Quelle: Uwe Hofmann

Radebeul. Der ehemalige Schießplatz der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) soll eine Streuobstwiese werden. Die Stadträte haben auf ihrer jüngsten Sitzung einen Bebauungsplan beschlossen, der die sogenannte Revitalisierung der derzeit als Lager genutzten Fläche ermöglichen soll. Er ist Voraussetzung für einen Fördermittelantrag, mit dessen Hilfe die Stadt 90 Prozent der auf 320 000 Euro geschätzten Kosten aus einem Programm des Freistaats zur Brachflächenrevitalisierung bekommen will. „Wir denken, dass wir alle Voraussetzungen erfüllen, müssen aber erst den B-Plan für einen Bescheid einreichen“, sagt Baubürgermeister Jörg Müller (parteilos). Eigentlich hätte man die Fläche an der Ecke Meißner Straße und Kottenleite eher später angehen wollen, „aber jetzt machen wir es eben gleich mit“, wie Müller sagt. Die Neugestaltung des GST-Schießplatzes gehört damit zum komplexen Vorhaben, die Kottenleite und Obere Johannisbergstraße auf 1,2 Kilometern zu sanieren.

Darüber wird in Radebeul diskutiert, seit noch Wochen nach dem Junihochwasser 2013 regelrechte Sturzbäche die steile Straße hinabflossen. Die Kottenleite wurde folgerichtig in Radebeuls Wiederaufbauplan nach dem Hochwasser aufgenommen und hat sich als äußerst schwieriges Projekt erwiesen. Nicht von ungefähr hat der Freistaat erst mit dem letzten Fördermittelbescheid zur Hochwasserschadensbeseitigung in Sachsen die Finanzierung für die Kottenleite bestätigt. Ende Juni war das, mehr als drei Jahre nach den Hochwasserereignissen von 2013.

Man wisse nun, warum die Vorväter die Verhältnisse an der Kottenleite nicht angerührt haben, ächzt Oberbürgermeister Bert Wendsche (parteilos) über die rätselhaften Grundwasser- und die schwierigen Bodenverhältnisse mit felsigem Gestein in dem Bereich. Die haben zu ausdauernden Diskussionen geführt. Lange Zeit wollte der Freistaat ein von Radebeul dringend gefordertes Regenrückhaltebecken nicht mit Flutschadensmitteln bezahlen. Es werde zur Instandsetzung der beschädigten Straße nicht benötigt, stelle als Hochwasserschutzvorhaben eine Zutat dar, hieß es. Diese Ansicht hat man erst nach weiteren Gutachten geändert, in denen Experten nachweisen konnten, dass eine Straßenentwässerung an der Kottenleite ohne Regenrückhaltebecken schlichtweg nicht möglich ist. „Wenn wir eine funktionierende Straße bauen wollen, geht es nicht ohne Regenrückhaltebecken“, sagt OB Wendsche. Folglich waren dessen Baukosten bei den 3,1 Millionen Euro berücksichtigt, die im Fördermittelbescheid für die Straßensanierung stehen.

Entstehen soll das Regenrückhaltebecken auf dem ehemaligen GST-Schießplatz. Da der derzeitige Pächter deshalb ohnehin umsiedeln muss – ihm will die Stadt einen Ausweich anbieten – und man ohnehin im Areal tätig ist, liegt eine Umgestaltung „in einem Rutsch“ auf der Hand. Voraussichtlich 2018 werden Kottenleite und GST-Schießplatz deshalb zur Großbaustelle. Angenehmer Nebeneffekt: Da die Stadt ohnehin zum Beispiel an der Meißner Straße größere Sanierungsvorhaben plant, könnte die künftige Streuobstwiese als Fläche für eventuell nötige Ausgleichsmaßnahmen dienen, die im Zuge des Straßenbaus erforderlich werden.

Für Radler und Fußgänger könnte es sich ebenfalls lohnen, dass man im Rathaus so angestrengt über den früheren Schießplatz nachdenkt. Jedenfalls hat Stadtrat Tobias Plessing (Bürgerforum/Grüne) mit seinem Antrag, einen Radweg-Lückenschluss zwischen Mittlerer Bergstraße und Winterkehle über das Gelände herzustellen, bei OB Wendsche offene Türen eingerannt. „Wir wissen ja nun, dass sich das Gelände in städtischem Besitz befindet“, sagt Plessing. Beim Lückenschluss gehe es nur um ein kleines Stück, das sicher nicht viel Geld koste, aber „ein Riesengewinn“ für Radler und Fußgänger sein könnte. Mit „großem Wohlwollen“ reagierte OB Wendsche auf die Idee, darüber diskutieren muss aber noch der Stadtentwicklungsausschuss.

Von Uwe Hofmann

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