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Für die Koalas ist gesorgt: Annette Zschieschang züchtet in Pirna Eukalyptus für Dresdner Zoo

Für die Koalas ist gesorgt: Annette Zschieschang züchtet in Pirna Eukalyptus für Dresdner Zoo

Mit Spannung erwartet Annette Zschieschang die Ankunft der beiden Koalas im Dresdner Zoo. "Ich wäre sehr froh, wenn sie endlich da sind", sagt die Gärtnerin.

Pirna.

Neben der Liebe zu den possierlichen Beutelbären hat die freudige Erwartung auch ganz praktische Gründe. "Es müsste einmal was abgeschnitten werden", meint Zschieschang, während sie sich durch den "australischen" Dschungel in ihrem Gewächshaus im Pirnaer Ortsteil Jessen kämpft. Bei ihr gedeiht das Futter für die beiden Koalamännchen Kuna und Talera - rund 800 Eukalyptuspflanzen.

Im Jahr 2009 bekam die Pirnaerin vom Zoo Dresden den Auftrag, Eukalyptus anzupflanzen. Erfahrungen mit der australischen Pflanze konnte sie vorher bereits sammeln. Als Zierpflanze züchtete sie einzelne Exemplare für Kübel auf Balkon und Terrasse sowie als Schnittgrün zur Deko von Blumensträußen. Jedoch der Anbau als Futterpflanze stellte ihren grünen Daumen vor eine neue Herausforderung. Den Samen für 20 verschiedene Eukalyptusarten erhielt sie vom Dresdner Zoo. Bei 15 ist die Aufzucht sehr gut gelungen. Bei dreien bekam sie Schwierigkeiten, bei zwei Arten hatte sie echte Probleme. Heute steht Pflanze an Pflanze in einem 800 Quadratmeter großen Glashaus. Ab einer Höhe von sieben Metern stoßen die Gehölze an die Spitze des Daches. Viel Luft ist nicht mehr. "Über fünf Meter sind sie groß", schätzt Zschieschang. Eine Ernte ist dringend erforderlich.

Eukalyptus ist nicht gleich Eukalyptus. Die Arten unterscheiden sich in Blattform, Blattgröße, Geruch und Wuchsgeschwindigkeit. "Eine Art wächst hoch, die andere buschig in die Breite", berichtet sie. Diese Erfahrungen sammelte sie in den vergangenen Jahren. Die Gärtnerin zeigt auf einen kleinen Pflanzfehler. Der buschige Eukalyptus kommt dem in die Höhe schießenden etwas in die Quere. "Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich sie natürlich anders angepflanzt", sagt Zschieschang.

Doch die Aufzucht ist geschafft. Als nächste Herausforderung muss der Geschmack der Koalas herausgefunden werden. Fünf Arten bilden sozusagen ihre Grundnahrung. "Eucalyptus robusta fressen sie eigentlich immer", meint Zschieschang. Sie hat sich im Zoo von Duisburg, der Heimat von Kuna und Talera, sowie in Wien ausführlich über die Pflanzen und die Fressgewohnheiten von Koalas informiert. Zur Grundnahrung wünschen sich die knopfäugigen Beutelbären mit dem scheinbar ausgeprägten Hang zum Anschmiegen immer wieder unterschiedliche Eukalyptusarten als Zubrot. Zur welcher Zeit sie auf welche Pflanze Appetit haben, bleibt allerdings ihr großes Geheimnis.

Für Gärtnerin Zschieschang wäre es aber von großer Bedeutung, wenn sich die künftig neuen Bewohner des Dresdner Zoos in den Speiseplan schauen lassen würden. Denn nur so könnte sie genau wissen, wann sie welchen Baum zurückschneiden und neue Stecklinge aufziehen kann und sollte, damit immer genügend frisches Grün der bevorzugten Eukalyptusart im Futternapf landet. "Bislang gibt es kein erkennbares System", meint Zschieschang. Außerdem beißen Koalas am liebsten in junge, frische Triebe. Die Blätter ausgewachsener Pflanzen zählt nicht zu ihrem Lieblingsgericht.

Die Ankunft der beiden Duisburger Koalas wird in der Landeshauptstadt in Kürze erwartet. Seit 2010 ist für die Beuteltiere ein Gehege im Professor-Brandes-Haus eingerichtet. Für den Umzug an die Elbe fehlt nur noch ein Papier (DNN berichteten).

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 04.09.2013

Silvio Kuhnert

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