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Fünf Jahre und drei Monate wegen versuchten Totschlags – Urteil nach Schießerei in Heidenau

Gericht Fünf Jahre und drei Monate wegen versuchten Totschlags – Urteil nach Schießerei in Heidenau

Wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung ist Martin T. gestern von der Schwurgerichtskammer des Dresdner Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Der Angeklagte hatte am 27. Juli vergangenen Jahres vor seiner Autowerkstatt in Heidenau zweimal auf Andreas M. geschossen.

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Quelle: dpa

Heidenau.  Wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung ist Martin T. gestern von der Schwurgerichtskammer des Dresdner Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Der Angeklagte hatte am 27. Juli vergangenen Jahres vor seiner Autowerkstatt in Heidenau zweimal auf Andreas M. geschossen. Der 53-Jährige wurde dabei lebensgefährlich verletzt und lag 40 Tage im künstlichen Koma. Noch heute hat der Mann erhebliche gesundheitliche Probleme.

Martin M. hatte sich am nächsten Tag gestellt, die Tat eingeräumt und auch vor Gericht umfangreiche Angaben gemacht. Bei dem Fall muss allerdings der Tatvorwurf und die Vorgeschichte der Attacke beachtet werden. Problem: Die Tatwaffe konnte nicht gefunden werden und die Aussagen des Angeklagten und des Opfer gehen sehr weit auseinander. 2011 hatte sich Martin T. bei Andreas M., einer früheren Dresdner Rotlichtgröße, den er allerdings nicht kannte, 15500 Euro geliehen. Vereinbart wurde ein Zinssatz von zehn Prozent. Einen schriftlichen Vertrag gab es allerdings nicht. Der Angeklagte, der das Geld in seine Autowerkstatt investieren wollte, war von einem jährlichen Zinssatz ausgegangen und war völlig überrascht, dass er der andere die Zinsen monatlich erforderte. Das war Wucher, aber Martin T. zahlte, solange er konnte. Als dies nicht mehr ging, schraubte Andreas M. die Forderungen im Höher. Am Ende wollte er 90000 Euro.

Die Forderungen untermauerte Andreas M., in der Szene auch als „Affenmüller“ bekannt, mit Beleidigungen, Bedrohungen und Prügel – der Mann war da wohl nicht sehr zimperlich. Er drohte sogar, dessen Tochter etwas anzutun. „Komm aus deinem Loch, sonst wird deine Tochter vergewaltigt, die hat dann den Schaden abzuarbeiten.“ Der Angeklagte borgte sich überall Geld um die Forderungen zu bezahlen. An jenem Abend wollten beide nach Konstanz fahren, um bei einer Bekannten des Angeklagten eine größere Summe abzuholen. Sie machten noch einen Stopp in der Werkstatt.

„Er war plötzlich sehr wütend, es gab Streit und eine Schubserei. Dabei fiel ihm einen Waffe runter. Ich hob sie auf und drückte aus Angst ab“, erklärte der Angeklagte. Da Andreas M. davon lief ging er davon aus, dass er nicht getroffen hatte. Die Pistole entsorgte er dann in der Elbe. Andreas M. erzählte eine völlig andere Geschichte. Beide seien Kumpels gewesen und hätten eine Werkstatt aufmachen wollen, dafür habe er ihm ohne Quittung 15500 Euro geliehen. Überhöhte Zinsen habe er nie gefordert und den Mann nie geschlagen. Zeugen hatten aber dessen Verletzungen gesehen. Von der Reise nach Konstanz habe er nichts gewusst, sagte der 53-Jährige. Bei seiner Polizeivernehmung hatte er dies allerdings bestätigt. Auch was die Waffe betrifft, machte er andere Angaben. Die Pistole habe nicht ihm, sondern Martin T. gehört.

Kann sein, dass der Angeklagte eine Pistole dabei hatte, überprüfen konnte man dies nicht, die Waffe ist weg. Allerdings sprechen die Vorstrafen von Andreas M. – der Waffen nicht nur organisiert und verkauft, sondern sie auch benutzt hatte und dafür verurteilt wurde– eher dagegen, so der Vorsitzende Richter Birger Magnussen. Geschossen hat Martin T. allerdings und, das machte die Kammer klar, es war keine Notwehrsituation. Dass der Mann unter erheblichem Druck stand, ist nachvollziehbar, Andreas M. hatte ihm übel mitgespielt, aber er kann nicht einfach einen anderen Menschen verletzen. Der Angeklagte hätte eher die Reißleine ziehen und im Ernstfall zur Polizei gehen müssen. Denn das, war das „Opfer“ getan hat, nennt man schlicht und ergreifend Erpressung.

Von ml

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