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Führerschein "Made in Hungary": Mann aus Heidenau zu Geldstrafe verurteilt

Führerschein "Made in Hungary": Mann aus Heidenau zu Geldstrafe verurteilt

Wegen Fahrens ohne Führerschein ist Sven R. gestern vom Dresdner Landgericht zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen á 30 Euro verurteilt worden. Und damit kann er ganz zufrieden sein.

Denn der 47-Jährige aus Heidenau war vor einem Jahr vom Amtsgericht zu einer erheblich höheren Geldstrafe verurteilt worden. Er ging in Berufung und die hat sich für ihn gelohnt.

Im Januar 2011 hatte er einen Unfall gebaut - nicht Schlimmes, nur Blechschaden. Was die Polizisten allerdings stutzig machte war sein Führerschein. Der war zwar in Ordnung und auf seinen Namen ausgestellt - nur hätte er das Dokument gar nicht benutzen dürfen. Deshalb musste er sich wegen Verschaffens von falschen amtlichen Papieren vor Gericht verantworten.

Sven R. war Alkoholiker und musste 2006 seinen Führerschein wegen Trunkenheit am Steuer abgeben. Das Gutachten zur Neubeantragung viel negativ aus. Da er für seinen Beruf einen Führerschein brauchte, suchte er nach anderen Möglichkeiten und stieß im Internet auf eine dubiose Seite. Man werde in der Ukraine einen Führerschein besorgen, der dann in Ungarn gegen einen ungarischen Führerschein eingetauscht wird, wurde da versprochen. Bedingung sei ein Wohnsitz in Ungarn - auch dies wollte ein Herr B. organisieren. Sven R. fuhr zweimal nach Budapest, beantragte in einem Bürgerbüro mit vielen anderen Deutschen einen Wohnsitz, unterschrieb Papiere und etwas später einen ungarischen Führerschein - ohne je dort gewohnt oder eine Fahrprüfung gemacht zu haben. "Das lief wie am Fließband, eine der Frauen im Büro kümmerte sich nur um uns", erklärte er. Dafür zahlte er rund 5000 Euro. Den Führerschein aus der Ukraine, mit dem er die ungarische Fahrerlaubnis erhielt, hat er nie gesehen. Wie sich später herausstellte war der gefälscht.

Das da nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist, habe er sich nicht vorstellen können. "Ich bin da unbedarft ran gegangen und hätte nie gedacht, dass in Ungarn ein gefälschtes Dokument aus der Ukraine angenommen wird. Das ist doch ein EU-Land. Ich dachte, da ist alles rechtens". Soviel Unbedarftheit ist kaum zu glauben - zumal er noch sehr dreist war. Als er in Deutschland bei Rot über eine Kreuzung fuhr und erneut den Führerschein abgeben musste, machte er die Prozedur noch einmal und organisierte sich in Ungarn einen Neuen. Er fand das völlig in Ordnung. Bei den internationalen Führerscheinen gab es damals eine Gesetzeslücke, erklärte er.

Mittlerweile hat Sven R. eine gültige deutsche Fahrerlaubnis. Die Gutachter waren überzeugt, dass er seit Jahren "trocken" ist. Seine ungarischen Führerscheine musste er aber abgeben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.10.2012

ml

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