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Frust wegen der Grundschule West - Eltern prüfen Klage gegen Coswiger Stadtratsbeschlüsse

Frust wegen der Grundschule West - Eltern prüfen Klage gegen Coswiger Stadtratsbeschlüsse

In Coswig liegen die Nerven blank. Der Streit um die Zukunft des Schulstandorts West schwelt trotz der dazu im Stadtrat gefassten Beschlüsse (die DNN berichteten).

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Coswig. Von Stephan Klingbeil

Die Evangelische Schule Coswig soll ab 2013/14 schrittweise - baulich auf drei Etagen getrennt - in das Schulgebäude ziehen, das derzeit nur von Grundschule West und Hort genutzt wird. Zudem werden die drei Coswiger Schulbezirke zu einem zusammengelegt. So erhofft sich die Stadt künftig mehr Flexibilität bei der Verteilung neuer Erstklässler.

Mehrere Coswiger Eltern sind verärgert. Sie fürchten längere Schulwege, fühlen sich zu spät informiert. Einige fürchten, dass die Grundschule West langfristig zugunsten der Evangelischen Schule weicht. "Die Beschlüsse müssen geprüft werden", fordern sie. Manche wollen klären, ob eine Klage möglich ist. Der Frust ist groß. Vor Kurzem wurde deshalb sogar das Internetforum der Stadt abgestellt.

Von "datenschutzrechtlichen Bedenken" spricht Stadtsprecherin Ulrike Tranberg. "Die Entwicklung der Beiträge in dem Forum hat zu diesem Schritt geführt", sagt sie. Den Vorwurf, Eltern seien zu spät informiert gewesen, versteht sie nicht: "Seit 2011 werden Gespräche mit der Schulleitung geführt, der Elternrat war involviert." Der Protest verstummt trotzdem nicht. Kritiker verstehen nicht, warum die Grundschule bald einzügig wird. Noch lernen dort zwei Klassen je Stufe. Und im Gegenzug zieht die Evangelische Schule mit in den maroden Bau ein. Nur so lässt sich laut Stadt der Schulstandort West sichern, der aus dem - noch nicht vom Kultusministerium genehmigten - Schulnetzplan des Kreises gestrichen werden sollte, weil Coswig nur zwei Grundschulen bräuchte. Zudem könne nur mit der Zusatznutzung der marode Schulbau saniert und erweitert werden. Je eine Million Euro steuern Stadt und Trägerverein bei. Fördermittel winken.

Verärgerte Eltern sehen keine Not, es gäbe auch künftig genug Erstklässler. "Laut Anforderungen gibt es noch so viele Erstklässler, dass die Grundschule West mit zwei Zügen 2013/2014 starten könnte", sagt Stefan Sári vom Rathaus. "Die zwei Klassen wären aber mit je unter 20 Kindern sehr klein." Das Land habe parallel das Problem, dass es zu wenig Lehrer gibt - und geben wird. In ländlichen Regionen würden wegen der sonst unzumutbaren Schulwege kleinere Klassen geduldet. In Coswig als Stadt sei dies so nicht möglich.

Glaubensfrage Grundschule West

TDie Zukunft des Schulstandorts West ist entschieden. Dennoch wollen das einige Eltern nicht wahrhaben, drohen gar mit Klage gegen die Stadtratsbeschlüsse zur Einzügigkeit der Grundschule, zum Umzug der Evangelischen Schule in den Schulbau West und zur Fusion der drei Schulbezirke. Verständlich - sie sorgen sich um ihre Kinder, befürchten längere Schulwege oder Lärmstörungen wegen verschiedener Pausenzeiten. Da können Räte und Verwaltung argumentieren wie sie wollen - es wird nur wenig bringen.

Auf sinkende Geburtenraten können sie verweisen, auf den Schulnetzplan, auf Sanierungschancen - Zweifel bleiben. Denn die Frage um die Zukunft dieser Schule in West ist längst Glaubensfrage geworden. Dabei hat Coswig nur wenig Einfluss. Sicher könnten Klassen kleiner sein und die Grundschule so auf Dauer ihr Gebäude allein nutzen. Doch mangelt es an Lehrern für solche Pläne. Wer soll kleinere Klassen unterrichten? Hier ist der Freistaat gefragt. Er muss Anreize schaffen, dass es sich lohnt, in Sachsen zu lehren.

Von Stephan Klingbeil

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.11.2012

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